Ambulanter Pflegedienst
Ambulante Pflege: Das leistet ein Pflegedienst
  • Pflegekräfte im ambulanten Pflegedienst ermöglichen es Pflegebedürftigen zu Hause bleiben zu können - auch dann, wenn sie oder ihre Angehörigen nicht in der Lage sind eine bedarfsgerechte Versorgung zu gewährleisten.
  • Die Pflege­versicherung übernimmt die Kosten ambulanter Pflege, wenn sie durch zugelassene Pflegedienste geleistet wird. Pflegedienste leisten dabei nicht nur pflegerische Aufgaben, sondern auch Betreuungsleistungen und Hilfe im Haushalt.

Ambulanter Pflegedienst

Fachkräfte im ambulanten Pflegedienst erbringen vielfältige Leistungen, die als ambulante Pflege von der Krankenkasse übernommen werden.

Medizinischer Fortschritt und gesünderer Lebensstil bewirken, dass die Lebenserwartung in Deutschland seit Jahrzehnten kontinuierlich ansteigt. Nicht alle Menschen sind jedoch im Alter in der Lage, ihren Alltag bis zuletzt selbständig zu meistern. Viele Betroffene möchten trotz Pflegebedürftigkeit in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Diesem Umstand trägt auch der Leistungskatalog der gesetzlichen Pflegekassen Rechnung, auch in einer alternden Gesellschaft gilt: Unterstützung geht vor Unterbringung. Wenn Einkauf, Haushalt und Hygiene nicht länger allein zu bewältigen sind oder psychische Erkrankungen die autonome Lebensgestaltung einschränken, können ältere oder kranke Menschen Unterstützung durch ambulante Pflegedienste beantragen, oft wird darum hier auch von “häuslicher Pflege” gesprochen.

Pflegedienst: Pflegekraft untersucht Betroffenen im häuslichen Umfeld
Fürsorge zuhause: Ambulante Pflege kann alle Versorgungsleistungen erbringen, die für die umfassende Betreuung eines Betroffenen in seinen eigenen vier Wänden notwendig sind.

Welche Aufgaben übernimmt ein Pflegedienst?

Zum Aufgabengebiet der ambulanten Pflege gehören vielfältige Tätigkeiten, die sowohl Aufgaben aus der Grundpflege als auch der Behandlungspflege umfassen können. Pflegekräfte übernehmen dabei die Körperpflege, unter anderem das An- und Auskleiden des Pflegebedürftigen und leisten Unterstützung bei Toilettengang und der Körperreinigung. Hilfestellung beim Essen und Trinken gehört auch zu den Aufgaben der pflegerischen Fachkraft.

Neben der Körperpflege fallen außerdem Betreuungsmaßnahmen in den Bereich des Pflegedienstes, um die pflegebedürftige Person kognitiv zu fördern. Kochen, basteln, spazieren gehen oder bei Einkäufen begleiten – die Aufgaben gestalten sich vielfältig.

Unterstützung bei der Haushaltsführung gehört ebenso zu den Tätigkeiten des Pflegers: Die Bettwäsche wechseln, die Böden wischen und das Badezimmer reinigen können unter Umständen zur Zuständigkeit gehören. Wenn es die medizinische Notwendigkeit bedarf, übernehmen die Mitarbeiter auch die häusliche Krankenpflege, zum Beispiel die Versorgung von Wunden oder das Verabreichen von Injektionen und Medikamenten. Denselben Leistungsumfang bildet auch die Tagespflege ab. Auch im Rahmen einer Verhinderungspflege können diese Aufgaben übernommen werden, wenn Angehörige eine Auszeit benötigen.

Leistungen der ambulanten Pflegedienste

Je nach Pflegegrad des Pflegebedürftigen übernehmen Pflegefachkräfte unterschiedliche Aufgaben, nicht nur pflegerischer Art. Dazu gehören Leistungen aus der Pflegeversicherung (nach SGB XI), der medizinischen Behandlungspflege (nach SGB V), der Hilfe zur Pflege (nach SGB XII) sowie Privatleistungen. Im Detail erbringen Pfleger u.a. folgende Leistungen:

  • Vermittlung von Dienstleistern im Fachbereich Pflege, zum Beispiel Organisation und Koordination von Krankentransporten
  • Körperpflege und Toilettengang
  • Pflegerische Betreuung bei gemeinsamen häuslichen Tätigkeiten, Spaziergängen oder Freizeitbeschäftigungen
  • ggf. häusliche Krankenpflege (etwa Verbandswechsel, Wundversorgung, Umlagerung, Setzen von Injektionen)
  • Hauswirtschaftliche Tätigkeiten, etwa Kochen, Reinigung des häuslichen Umfelds.
  • Beratung der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen zu Fragen rund um die eigentliche Pflege, die Beschaffung von Pflegehilfsmitteln oder zur Beantragung von Mitteln zur Wohnraumanpassung, aber auch zur Organisation von Arztbesuchen.

Welche Arten von Pflegediensten gibt es?

Das Angebot ist groß, es gibt sowohl privat geführte Pflegeunternehmen als auch Wohlfahrtsverbände. Ebenso groß ist die Bandbreite an Bezeichnungen „Sozialstation“, „Pflegeteam mit Herz“, „Pflege Zuhause GmbH“ – bei der Namensgestaltung gibt es keine Vorgaben. Strengere Voraussetzungen gibt es bei der Zulassung: Um als ambulanter Pflegedienst zugelassen zu werden, bedarf es einer examinierten Fachkraft als verantwortlicher Leiter; hierbei kann es sich um eine Krankenschwester, eine Kinderkrankenschwester, einen Krankenpfleger oder einen staatlich anerkannten Altenpfleger handeln.

Darüber hinaus können dort auch Hauswirtschaftshelfer, Familienhelfer oder Pflegehilfskräfte angestellt sein. Sie arbeiten mit den anerkannten Pflegefachkräften Hand in Hand und unterstützen die Familien des Pflegebedürftigen im Alltag.

Ambulante Pflege: Pflegekraft legt ihre Hand auf die Schulter einer alten Dame
Größter Vorteil der ambulanten Pflege: Das häusliche Umfeld. Betroffene müssen sich nicht dem zusätzlichen Stress aussetzen, einen Umzug in eine fremde Umgebung auf sich zu nehmen.

Wie teuer ist ein Pflegedienst?

Diese Frage ist nicht pauschal zu beantworten, denn die Kosten für die Pflegeleistungen hängen von den Pflegetätigkeiten sowie der Häufigkeit der Pflege ab. Leicht Pflegebedürftige benötigen nur ein- oder zweimal die Woche Hilfe bei der Körperhygiene, schwer Pflegebedürftige hingegen sind drei bis vier Mal am Tag auf Hilfe durch einen Pfleger angewiesen. Ein Kostenvoranschlag gibt Ihnen einen Überblick über die Kosten, die auf Sie zukommen.

Nicht zu vergessen sind die Investitionskosten, die durch den Pflegedienst erhoben werden. Diese decken Ausgaben des Unternehmens für Miete, Fahrzeugleasing, Instandhaltung, Abschreibung und andere Fixkosten. Sie werden nicht von der Pflegekasse übernommen.

Wer bezahlt die ambulante Pflege?

Die Kosten für die ambulante Pflege durch den Pflegedienst trägt bei anerkanntem Pflegegrad (früher Pflegestufe) die Pflege- beziehungsweise Krankenversicherung. Voraussetzung für die Kostenübernahme ist, dass Pflegebedürftige über einen anerkannten Pflegegrad verfügen – bei Pflegegrad 1, Pflegegrad 2, Pflegegrad 3, Pflegegrad 4 und Pflegegrad 5 bestehen mitunter erhebliche Unterschiede beim individuellen Pflegebedarf der Versicherten. Verfügt ein Versicherter über einen Pflegegrad, übernimmt die Pflegeversicherung Sachleistungen bis zu einem bestimmten Höchstbetrag, der sich am Pflegebedarf orientiert. Zu Sachleistungen zählen insbesondere körperbezogene Pflegeleistungen (Körperpflege, Ernährung, Mobilität, Lagerung) und pflegerische Betreuungsleistungen.

Wird die Pflege und Versorgung von Angehörigen oder Ehrenamtlichen geleistet, kann dafür anstelle der Pflegesachleistungen Pflegegeld in Anspruch genommen werden. Es ist auch möglich, die Pflege sowohl von Angehörigen als auch von ambulanten Pflegediensten leisten zu lassen. Die Finanzierung der Pflegekasse wird in diesem Fall als Kombinationsleistung, bzw. Kombileistung bezeichnet.

Wie und wo kann ich einen Pflegedienst beantragen?

Die Pflege für Zuhause wird entweder von den Pflegepersonen (zum Beispiel von pflegenden Angehörigen) oder den Pflegebedürftigen beauftragt, dabei besteht in fast allen Fällen Wahlfreiheit. Beim Erstkontakt zwischen Angehörigen, Pflegebedürftigen und Pflegedienst werden zumeist die gewünschten und notwendigen Leistungen geklärt - dazu gehört auch Regelung der finanziellen Voraussetzungen - sprich: ob der Betroffene bereits einen Pflegegrad geltend machen und Leistungen der Pflegekasse beanspruchen kann.