Düsseldorfer Tabelle: Ihre Unterhaltsansprüche
Checkmark
Die Unterhaltstabelle dient als Richtwert bei Unterhaltsstreit
Checkmark
Der Kindesunterhalt ist nach Einkommens- und Altersstufen gestaffelt

Düsseldorfer Tabelle – Entscheidungsgrundlage für Familienrichter

Die Düsseldorfer Tabelle dient der einheitlichen Festlegung von Unterhaltszahlungen – sie ist bundesweite Entscheidungsgrundlage von Familienrichtern bei Unterhaltsansprüchen im Einzelfall, um eine bundesweit einheitliche Rechtsprechung zu ermöglichen. Erstmals legte das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf im Jahr 1962 Richtwerte zur Berechnung von Unterhaltsansprüchen fest. Seit 1977 sind die Oberlandesgerichte für Berufungen bei Familienangelegenheiten zuständig – seitdem veröffentlicht und aktualisiert das OLG Düsseldorf in Abstimmung mit den insgesamt 24 Oberlandesgerichten sowie der Unterhaltskommission des Deutschen Familiengerichtstages die in Deutschland maßgebliche Unterhaltstabelle. Zwar stellen Unterhaltstabelle und Unterhaltsleitlinien der regionalen Oberlandesgerichte keine eigentliche Rechtsnorm da, sie machen aber Urteile bei Unterhaltsrechtsstreitigkeiten in verschiedenen Rechtsbezirken kalkulierbar und spiegeln so jedferzeit die aktuell gängige Praxis an deutschen Familiengerichten wider.

Düsseldorfer Tabelle bietet Orientierung bei Unterhaltsstreit

Die Düsseldorfer Tabelle bietet nicht nur Richtern Orientierung bei der Urteilsfindung, sondern dient Betroffenen im Fall der Scheidung Orientierung über die Unterhaltsansprüche für gemeinsame Kinder. So kann derjenige Elternteil, bei dem Kinder nach der Scheidung leben, der Tabelle entnehmen welchen Betrag er nach der Scheidung für ein unterhaltspflichtiges Kind oder mehrere unterhaltspflichtige Kinder beanspruchen kann.

So ist die Düsseldorfer Tabelle aufgebaut

Die Düsseldorfer Tabelle listet Kindesunterhaltsansprüche nach monatlichen Beiträgen auf – gestaffelt nach dem Nettoeinkommen des unterhaltspflichtigen Elternteils sowie dem Alter des Kindes. In der Tabelle werden zehn verschiedenen Einkommensstufen und vier Altersstufen differenziert. So können sich Unterhaltspflichtige entsprechend Ihrer Gehaltsklasse einstufen und den monatlichen Unterhalt für die Altersklasse des Kindes oder der Kinder einfach ablesen.

Düsseldorfer Tabelle 2019: Das hat sich geändert

Mädchen wird von beiden Eltern am Arm festgehalten
Die Düsseldorfer Tabelle schafft Klarheit über die Unterhaltsansprüche von Kindern und verhindert so Streitigkeiten zwischen den Elternteilen.

Zum ersten Januar 2019 wurden die Regelsätze für den Unterhalt angehoben, wobei sich die Höhe des Selbstbehaltes nicht geändert hat. Minderjährige Kinder haben gemäß Mindestunterhaltsverordnung (§ 1612a BGB) Anspruch auf sogenannten Mindestunterhalt, der sich nach dem Existenzminimum richtet.

2019 werden folgende Mindestunterhaltssätze für Kinder erhoben:

bis zum Ende des 6. Lebensjahres: 354 Euro monatlich

bis zum Ende des 12. Lebensjahres: 406 Euro monatlich

bis zum Ende des 18. Lebensjahres: 476 Euro monatlich

Hierbei handelt es sich um den Mindestunterhalt – je nach Einkommen können die monatlichen Sätze auch höher sein.

Volljährige Kinder, die einen eigenen Haushalt führen und unterhaltsberechtigt sind, haben entgegen den Angaben in der Tabelle Anspruch auf 735 Euro Unterhalt pro Monat. Davon entfallen 300 Euro auf Kosten für Unterkunft inklusive umlagefähige Nebenkosten.

Wann wird die Düsseldorfer Tabelle neu berechnet?

Die Düsseldorfer Tabelle wird regelmäßig aktualisiert – in der Regel alle zwei Jahre und zusätzlich immer dann, wenn sich die Unterhaltssätze ändern. Die letzte Anpassung erfolgte am 1. Januar 2019. Zum 01.07.2019 werden die Unterhaltsbeträge im Zuge der Kindergelderhöhung erneut angepasst. Regionale Abweichungen sind möglich.

Wird das Kindergeld von der Düsseldorfer Tabelle abgezogen?

Das Kindergeld steht beiden Elternteilen zu gleichen Teilen zu, jedoch erhält nur derjenige Elternteil den vollen Satz, der mit dem Kind zusammenwohnt. Der andere Elternteil darf deshalb seinen Anteil des Kindergeldes vom Kindesunterhalt abziehen. Die Beträge in der Düsseldorfer Tabelle entsprechen deshalb nicht dem letztendlichen Kindesunterhalt. Die Hälfte des Kindergeldes ist abzuziehen.