Entlastungsbetrag: Alltagsunterstützung für Pflegebedürftige
Checkmark
Anspruch auf den Entlastungsbetrag haben grundsätzlich alle Pflegebedürftigen, die über einen anerkannten Pflegegrad verfügen
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Der Zuschuss dient Pflegebedürftigen, um notwendige Unterstützung im Alltag zu finanzieren

Der Entlastungsbetrag: Zweckgebundener Zuschuss für Pflege- und Betreuungsangebote

Seniorin mit Rollator und Pflegefachkraft
Pflegebedürftige erhalten per Entlastungsbetrag Unterstützung für den Alltag Zuhause.

Der Entlastungsbeitrag dient Pflegebedürftigen, um Unterstützung im Alltag zu finanzieren und ist damit eine Ergänzung zu ambulanten sowie teilstationären Pflegeleistungen in häuslicher Umgebung. Seit Januar 2017 wird der Entlastungsbetrag als „Angebot zur Unterstützung im Alltag“ definiert und ersetzt die bisherige Definition als „niedrigschwelliges Betreuungs- und Entlastungsangebot“.

Der Entlastungsbeitrag kann unter anderem für folgende Leistungen verwendet werden:

  • Teilnahme an einer Betreuungsgruppe für demenzkranke Menschen
  • Stundenweise Entlastung privater Pflegepersonen, zum Beispiel pflegender Freunde und Angehöriger
  • Betreuungs- und Beschäftigungsangebote
  • Vermittler für Betreuungs- und Entlastungsleistungen
  • Haushaltshilfen
  • Begleitpersonen für die Alltagsbewältigung
  • Pflegebegleitung

Pflege Zuhause: Welche Leistungen finanziert der Entlastungsbetrag?

Gemäß § 45b Elftes Buch Soziale Pflegeversicherung (SGB XI) ist der Entlastungsbetrag „zweckgebunden einzusetzen für qualitätsgesicherte Leistungen zur Entlastung pflegender Angehöriger und vergleichbar Nahestehender in ihrer Eigenschaft als Pflegende sowie zur Förderung der Selbständigkeit und Selbstbestimmtheit der Pflegebedürftigen bei der Gestaltung ihres Alltags.“

Wofür kann der Entlastungsbetrag verwendet werden?

Der Entlastungsbetrag kann zur Finanzierung der Kosten von

Tagespflege oder Nachtpflege,

Kurzzeitpflege,

• ambulanten Pflegediensten (gemäß § 36) und von

• Angeboten zur Unterstützung im Alltag (gemäß § 45a) verwendet werden.

Wie hoch ist der Entlastungsbetrag?

Der Entlastungsbetrag stieg mit der Verabschiedung des zweiten Pflegestärkungsgesetzes (PSG II) im Jahr 2017: Der monatliche Zuschuss wurde um 20% von zuvor 104 Euro auf 125 Euro monatlich erhöht.

Gut zu wissen: Das zum 1. Januar 2017 verabschiedete PSG II brachte weitreichende Veränderungen für die Pflege in Deutschland – die Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs orientiert sich mehr an den Bedürfnissen des Einzelnen und lässt eine individuellere Beurteilung des Pflegebedarfs durch Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) oder des medizinischen Dienstes der Privaten MEDICPROOF zu. Um die Erhöhung der monatlichen Pflegeleistungen zu finanzieren, wurde der Beitragssatz für die Pflegeversicherung um 0,2 Prozentpunkte angehoben.

Wem steht der Entlastungsbetrag für Pflege zu?

Anspruch auf den Entlastungsbetrag haben grundsätzlich alle Pflegebedürftigen – der Entlastungsbetrag ist damit die einzige Pflegeleistung der Pflegekassen, die allen Pflegebedürftigen zusteht, die Zuhause gepflegt werden. Voraussetzung für den Anspruch ist ein anerkannter Pflegegrad. Versicherten mit Pflegegrad 1 oder höher stehen monatlich eine Pauschale in Höhe von 125 Euro zu – ab Pflegegrad 2 können zusätzlich zum Entlastungsbeitrag auch weitere Pflegeleistungen beantragt werden. Weiterführende Informationen zu Pflegegeld und Pflegesachleistungen erhalten Sie hier im Lexikon.

So fordern Sie den Entlastungsbetrag bestmöglich ein:

Möglichkeit 1: Sie beauftragen einen zertifizierten Pflegedienst, der direkt mit der Pflegeversicherung abrechnet. Sie benötigen lediglich eine Bescheinigung über die Berechtigung zum Empfang des Entlastungsbetrages. Diese Variante steht aber nur gesetzlich Versicherten zur Verfügung.

Möglichkeit 2: Sie finanzieren Ihre Alltagsunterstützung zunächst selbst und reichen im Anschluss die Rechnung bei der Pflegekasse ein – dieser Weg ist für privat Versicherte obligatorisch.

Übrigens: Sollten Sie den monatlichen Höchstbetrag in Höhe von 125 Euro nicht ausschöpfen, verfällt der Restbetrag nicht! Sie haben die Möglichkeit, Restbeträge aus Entlastungsleistungen anzusparen und bis zum 30. Juni des Folgejahres geltend zu machen.