Erbengemeinschaft: Wer erbt was?

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Erben einer Erbengemeinschaft erben gemeinschaftlich
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Das Ziel einer Erbengemeinschaft besteht in der Aufteilung des Vermächtnisses

Erbengemeinschaft: Gemeinschaftliche Verwaltung von Nachlass

Wann entsteht eine Erbengemeinschaft?

Eine Erbengemeinschaft entsteht einerseits, wenn ein Erblasser mehrere Angehörige hat, die den gleichen Verwandtschaftsgrad zum Verstorbenen haben und erbberechtigt sind – hier wird die Rangfolge von der gesetzlichen Erbfolge bestimmt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Witwer stirbt und drei Kinder hinterlässt. Die Geschwister sind dann zu gleichen Teilen Miterben und bilden gemäß der gesetzlichen Erbfolge eine Erbengemeinschaft. Stirbt beispielsweise ein Ehegatte, so bildet der hinterbliebene Ehepartner mit den gemeinsamen Kindern eine Erbengemeinschaft. Viele Ehepaare wollen aber genau diesen Fall ausschließen und entscheiden sich für ein Berliner Testament, in dem sie sich gegenseitig als Alleinerben einsetzen. Andererseits kann eine Erbengemeinschaft auch willkürlich gebildet werden, wenn der Erblasser eine entsprechende Willenserklärung in Form eines Testaments oder eines Erbvertrags abgegeben hat. Mehr zum Vermächtnis erfahren Sie hier.

Nach dem Tod eines Erblassers übernimmt zunächst das Nachlassgericht die Ermittlung der Erbfolge. Das Amt überprüft zudem, ob der Verstorbene ein Testament hinterlegt hat.

Muss ein Miterbe einer Erbengemeinschaft das Erbe antreten?

Nein, Sie müssen das Erbe nicht antreten. Das bedeutet, dass Sie auch als Miterbe das Erbe ausschlagen können. Eine Erbschaft ist zwar keine Willenserklärung – die Erbengemeinschaft bildet sich per Gesetz automatisch – jedoch ist kein Erbe gezwungen, das Erbe anzunehmen. Ein Grund das Erbe auszuschlagen, kann zum Beispiel eine überschuldete Erbschaft sein. Sofern Sie einen Pflichtteilsanspruch haben, erhalten Sie den gesetzlichen Pflichtanteil aus dem Nachlass, dieser entspricht der Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Wenn Sie das Erbe nicht antreten wollen, haben Sie sechs Wochen nach Kenntnis über die Erbschaft Zeit, das Erbe am Nachlassgericht auszuschlagen. Allerdings gilt: Auch wenn Sie das Erbe ausschlagen, kann es sein, dass Sie die Beerdigung zahlen müssen.

In unserem Lexikon informieren wir Sie außerdem umfassend zum Thema Pflichtteilsstrafklausel.

Welche Rechte hat eine Erbengemeinschaft?

Charakteristisch für eine Erbengemeinschaft ist, dass allen Miterben alles gehört. Das bedeutet, dass einem Kreis von Personen ein Vermögen gemeinschaftlich zusteht. Kein Gegenstand aus dem Nachlass gehört einer Person aus der Erbgemeinschaft allein, sondern allen Miterben gleichzeitig. Eine Erbengemeinschaft ist aus erbrechtlicher Sicht eine sogenannte Gesamthandsgemeinschaft, in der alle Gesamthänder gleichermaßen Eigentümer des Nachlasses und der damit verbundenen Forderungen sind. Ein Miterbe kann folglich nur über seinen Erbteil frei verfügen, nicht aber über einzelne Nachlassgegenstände. Will ein Miterbe allein über einen einzelnen Nachlassgegenstand verfügen, braucht er das Einverständnis der Erbengemeinschaft in Form einer Auseinandersetzungsvereinbarung.

Ziel einer Erbengemeinschaft ist die Auflösung. Alternativ kann eine Erbengemeinschaft diese auch in eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) überführen, was zur Folge hat, dass die Gesellschaft zum Träger von Rechten und Pflichten wird.

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Wann muss eine Erbengemeinschaft aufgelöst werden?

Der Zweck einer Erbengemeinschaft liegt allein in der gütlichen Auseinandersetzung mit dem Ziel der Verteilung des Nachlasses. Nach der Auseinandersetzung wird die Erbengemeinschaft aufgelöst. So lange die Verteilung nicht vollständig erfolgt ist, verwaltet die Erbengemeinschaft das Erbe und begleicht etwaige Schulden.

Aus der Erbengemeinschaft austreten

Die Auseinandersetzung und die Verteilung des Erbes gestaltet sich in der Realität oftmals als schwierig und dauert mitunter mehrere Jahre. Die einfachste Lösung ist hier meist, dass einer oder mehrere Erben einvernehmlich aus der Erbengemeinschaft austreten und die verbleibenden Mitglieder der Erbengemeinschaft den Ausscheidenden mit einer Abfindung ausbezahlen. Dieses Vorgehen wird auch als Abschichtung bezeichnet.

Haftung einer Erbengemeinschaft: Erben haften für die Schulden vom Erblasser

Gemäß § 2058 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) haften die Erben für die Schulden des Erblassers gemeinschaftlich, wobei das Privatvermögen der Erben unter Schutz steht.