Erblasser
Erblasser: Verstorbener, der im Sinne des Erbrechts einen Nachlass hinterlässt
  • Der Erblasser ist immer eine natürlich Person. Unternehmen und Institutionen können keine Erblasser sein, da sie nicht versterben können.
  • Erblasser ist jeder Verstorbene, der einen Nachlass hinterlässt. Dabei ist es unerheblich, ob der Nachlass testamentarisch, erbvertraglich oder nach gesetzlicher Erbfolge geregelt ist.

Erblasser

Der Erblasser ist eine natürliche Person, die nach ihrem Tod einem oder mehreren Angehörigen den eigenen Nachlass hinterlässt.

Was ist ein Erblasser?

Der Erblasser oder die Erblasserin ist eine natürliche Person, die anderen Personen einen Nachlass, bzw. eine Erbschaft hinterlässt. Nur natürliche Personen können Erblasser sein, denn Unternehmen oder Institutionen können nicht versterben – und damit auch nicht zu Erblassern werden.
Ein Erblasser ist häufig ein Elternteil; aber auch nahe Verwandte wie Großeltern oder Tanten und Onkel sind immer wieder Erblasser. Auch Personen, die in keinem verwandtschaftlichen Verhältnis zu dem oder den Erben stehen, können Erblasser sein, wenn sie ein Testament hinterlassen oder zu Lebzeiten einen Erbvertrag aufgesetzt haben. Das Gegenstück zum Erblasser ist der Erbnehmer.

Wie ist der Nachlass gesetzlich geregelt?

Liegt kein Testament oder Erbvertrag vor, greift bei jedem Erblasser die gesetzliche Erbfolge. Damit werden automatisch die nächsten Angehörigen zu nächsten Erben – entweder als Alleinerbe oder als Erbengemeinschaft. Die gesetzliche Erbfolge unterteilt erbberechtigte Angehörige in mehrere Ordnungen, die nacheinander zum Zuge kommen. Dabei gilt, dass Erben einer niedrigeren Ordnung nur dann einen Erbanspruch haben, wenn keine Erben einer höheren Ordnung zu ermitteln sind. Erben erster Ordnung sind Ehepartner, Kinder und Enkel. Erben zweiter Ordnung sind Eltern und Geschwister des Verstorbenen. In der dritten Ordnung sind Großeltern und ihre Kinder, also Cousins und Cousinen des Erblassers angesiedelt. Zuletzt gibt es auch noch eine vierte Ordnung mit Urgroßeltern, Großcousins und Großcousinen. Die vierte Ordnung kommt nur in selteneren Fällen zum Tragen – sind auch hier keine Angehörigen mehr auszumachen, geht der Nachlass auf die zu ermittelnden Verwandten über, die außerhalb dieser Ordnungen stehen.

Zwei Angehörige besuchen ein Grab auf einem Friedhof
Erblasser sind in den häufigsten Fällen die eigenen Eltern, aber auch nahe Verwandte hinterlassen immer wieder ein Erbe.

Der Erblasser und sein Nachlass

Der Nachlass eines Erblassers umfasst alle Vermögenswerte (und alle Schulden), die der Erblasser zum Zeitpunkt seines Todes besaß. Entsprechend sinnvoll kann es sein, zu prüfen ob eine Erbschaft lohnt oder nicht. Ist der Nachlass überschuldet, können die Angehörigen das Erbe ausschlagen.

Je größer der Nachlass, desto sinnvoller ist es, ein Testament, bzw. Berliner Testament oder einen Erbvertrag aufzusetzen, der die genaue Verteilung des Vermögens verbindlich regelt. Zur exakten Umsetzung der eigenen Vorstellungen kann auch eine Testamentsvollstreckung angeordnet werden, oder einzelne Angehörige enterbt werden (die allerdings ggf. weiterhin einen Pflichtteilsanspruch geltend machen können). Dennoch besteht keine Verpflichtung, eine letztwillige Verfügung in Form eines Testaments zu hinterlassen – auch bei großen Vermögen oder komplizierten Familienverhältnissen nicht.

Was müssen Erbnehmer beachten?

Nach dem Tod des Erblassers muss ein Arzt den Totenschein ausstellen. Die weiteren Schritte unternimmt in der Regel ein Bestattungsunternehmer (ggf. hat der Erblasser eine Bestattungsverfügung hinterlassen und in diesem Rahmen bereits einen Bestatter seiner Wahl mit der Abwicklung der weitern Formalitäten beauftragt). Der Bestatter kümmert sich in der Regel auch um die Sterbeurkunde, die Voraussetzung zur Beantragung eines Erbscheins ist. Der Erbschein wird benötigt, um Konten, Verträge und weitere Nachlassgegenstände ggf. auf einen Erben umzuschreiben.

Achtung: Wer einen Erbschein beantragt, hat das Erbe angenommen – auch, wenn es ein überschuldeter Nachlass ist. Prüfen Sie darum immer vorher, ob es lohnt, eine Erbschaft anzunehmen.