Grundpflege - Die Basis der Pflegeleistungen
Checkmark
Die Grundpflege umfasst die wesentliche Basisversorgung zur Körperpflege, Ernährung und Mobilität
Checkmark
Leistungen der Grundpflege betreffen immer die unmittelbaren Bedürfnisse des Betroffenen, wie Hilfe zur Beweglichkeit, Nahrungsaufnahme oder Körperwäsche

Grundpflege: Vom Fundament der Pflegeleistungen

Die Grundpflege dient der pflegerischen Versorgung eines Menschen, der vorübergehend oder dauerhaft nicht in der Lage ist, seine alltäglichen Grundverrichtungen alleine zu bewältigen. Sie deckt Leistungen im Rahmen der Pflegeversicherung ab, die Pflegebedürftige im Rahmen eines Pflegegrads in Anspruch nehmen können. Dazu gehören drei Kernbereiche der Grundpflege für Körperpflege, Ernährung und Mobilität sowie weitere Bereiche wie Kommunikation, Unterstützung der Selbständigkeit und vorbeugende Maßnahmen zur Prophylaxe. Sämtliche Leistungen der Grundpflege können entweder von Angehörigen oder professionellem Pflegepersonal erbracht werden. Flankiert wird die Grundpflege von der „hauswirtschaftlichen Versorgung“, also allen Leistungen,die sich nicht unmittelbar auf das persönliche Wohl des Betroffenen beziehen,sondern seine häusliche Situation und Anforderungen wie Einkaufen, Kochen,Waschen und das Reinigen der Wohnung.

Grundpflege: Alte Dame im Bett
Grundpflege: Unmittelbare Betreuung muss nicht ausschließlich durch Fachpersonal erfolgen.

Werden Maßnahmen zur Grundpflege ergriffen, dann unterstützen verfügbare Pflegekräfte wie Angehörige oder professionell ausgebildetes Fachpersonal den Betroffenen durch Hilfestellungen und Anleitungen oder durch direkte Hilfe bei Tätigkeiten, die der oder die Pflegebedürftige selbst nicht mehr übernehmen kann. Je größer das Maß der Beeinträchtigung, desto entscheidender und umfangreicher kann die pflegerische Versorgung im Rahmen der Grundpflege sein, etwa bei Bettlägerigen Menschen, die sich nicht mehr selbst um Essen, Trinken, und Körperpflege kümmern können.

Grundpflege als Teil der Pflege nach SGB XI

Entscheidend für das Maß der notwendigen Grundpflege ist der zuerkannte Pflegegrad eines Pflegebedürftigen (früher auch die Pflegestufen) nach SGB XI.Einen generellen Anspruch auf Leistungen der Grundpflege haben Betroffene mit allen Pflegegraden. Zur Grundpflege zählen alle regelmäßig notwendigen Pflegeleistungen, die nicht Teil der medizinischen Behandlungspflege sind.

Grundpflege als Teil der häuslichen Krankenpflege

Grundpflege kann nicht nur Teil der pflegerischen Versorgung nach SGB XI sein, sie ist auch gemeinsam mit der Behandlungspflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung und den Beratungsleistungen für Angehörige Teil der häuslichen Krankenpflege, wenn sie ärztlich indiziert ist und von einem Arzt per Rezept. verschrieben wurde. In diesem Fall ist die Grundpflege eine Leistung der Krankenversicherung nach SGB V.

Die Körperpflege als Maßstab der Grundpflege

Zur Körperpflege gehören alle Maßnahmen, die die persönliche Hygiene des Betroffenen umfassen, etwa das Waschen von Körper und Gesicht, aber auch das Zähneputzen. Aber auch Hilfe beim Stuhlgang ist Teil der Körperpflege:

  • Waschen, je nach Verfassung des Betroffenen als Duschbad oder Wannenbad
  • Zähneputzen
  • Haarpflege (Kämmen, Rasur)
  • Hilfe bei Stuhlgang und Wasserlassen mit Kontrolle, Reinigung des Intimbereichs und notwendiger Pflegehilfsmittel wie Urinbeutel, Katheter, und Katheterbeutel (z.B. Urostoma, Anus praeter) und Toilettenstuhl falls vorhanden
  • Versorgung mit Hilfsmitteln bei Inkontinenz
  • Kontinenzübung

Ernährung in der Grundpflege

In der Grundpflege betrifft die Ernährung Hilfe bei der tatsächlichen Zufuhr von Nahrung und Flüssigkeit. Besorgung und Zubereitung hingegen fallen nicht in den Bereich der Grundpflege, sie sind Teil der hauswirtschaftlichen Versorgung. In schwereren Fällen betrifft der Bereich der Ernährung nicht nur die Zuführung von Essen und Trinken, sondern auch die Ernährung mithilfe einer Sonde.

  • Vorbereitung von Essen und Getränken in einer leicht aufnehmbaren und gefahrlosen Form (Entfernen von Gräten, Knochen oder Kernen)
  • Unterstützung beim Essen durch Reichen des Essens
  • Falls notwendig Hilfe bei der Nahrungsaufnahme
  • Bei Ernährung mit Sonde / PEG: Ernährung per Sonde, Reinigung der Sonde

Mobilität als Teil der Grundpflege

Wie in allen Bereichen der Grundpflege geht es auch bei der Mobilität um die unmittelbare Versorgung des Betroffenen, nicht um Mobilität im größeren Kontext. Vor allem die Beweglichkeit in den eigenen vier Wänden wird hier unterstützt:

  • Bewegungsfähigkeit im eigenen Zuhause
  • An- und Auskleiden
  • Aufstehen und Zubettgehen
  • Besuche beim Arzt und medizinischen Einrichtungen, etwa Dialyse oder rehabilitative Maßnahmen

Große und kleine Grundpflege

Alte Dame nimmt Medikament ein
Kein Teil der Behandlungspflege: Hilfe bei der Einnahme von Medikamenten: Sie erfolgt im Rahmen der Behandlungspflege.

Die Grundpflege wird nach dem Maß der Unterstützung unterschieden, die der Betroffene bei der Körperpflege benötigt. Bei geringerem pflegerischen Aufwand wird von der „kleinen Grundpflege gesprochen“, während eine intensivere Betreuung die „große Grundpflege“ betrifft. Sie ist etwa dann notwendig, wenn der Pflegebedürftige nicht mit einfachen Unterstützungsmaßnahmen ausreichend versorgt werden kann, sondern z.B. Ganzkörperwäsche benötigt. Maßgeblich für den Unterschied zwischen beiden Kategorien ist in erster Linie der Aufwand im Bereich der Körperpflege.

Grundpflege im Rahmen der Feststellung des Pflegegrads

Während bis 2017 der benötigte Zeitaufwand für die Zuerkennung der richtigen Pflegestufe entscheidend war, greifen seither deutlich detailliertere Gründe als Maßstab für die Ermittlung eines Pflegegrads. Im Rahmen des NBA werden sechs Bereiche mit unterschiedlicher Gewichtung beurteilt, um die Pflegebedürftigkeit eines Betroffenen zu ermitteln. Im Umkehrschluss sind damit die späteren Bereiche der Grundpflege von großer Bedeutung für die Feststellung der tatsächlichen Pflegebedürftigkeit.Bereits im ersten Prüfbereich des NBA wird die individuelle Mobilität des Antragsstellers betrachtet, weitere Prüfaspekte betreffen die Selbstversorgungsfähigkeit in puncto Ankleiden, Ernährung und Zubettgehen oder den Umgang mit den eigenen Einschränkungen oder die Fähigkeit, den eigenen Alltag zu gestalten.

Pflegezusatzversicherung Banner groß