Honorarberatung: Zur passenden Versicherung ohne Provision

Honorar statt Provision
  • Die Honorarberatung ist eine verhältnismäßig junge Form der Finanz- und Versicherungsberatung. Allerdings ist die Bezeichnung "Honorarberater" nicht gesetzlich geschützt. Darum sollten Interessierte darauf achten, ob sie es wirklich mit einem unabhängigen Berater zu tun haben.
  • Kern der Honorarberatung ist das Prinzip der Unabhängigkeit. Der Kunde soll eine Beratung erhalten, die unabhängig ist vom persönlichen Verdienst des Beraters bei Vertragsabschluss.

Was ist Honorarberatung?

Die Erklärung zur Honorarberatung steckt bereits im Begriff selbst. Anstelle einer Provision für die Vermittlung einer Versicherung oder eines Auftrags erhält ein unabhängiger Berater ein Honorar vom Endkunden selbst. Dadurch soll sichergestellt werden, dass der Honorarberater seinem Kunden nicht etwa Produkte und Dienstleistungen verkauft, von denen er selbst vorrangig profitiert, sondern die, die für seinen Kunden am nützlichsten sind. Honorarberater gibt sowohl in der Finanz- als auch in der Versicherungswirtschaft. Allerdings sind die Begriffe „Honorarberater” und „Honorarberatung” nicht gesetzlich geschützt.

Während die Honorarberatung für Finanzprodukte gesetzlich geregelt ist, und ein Sachkundenachweis ebenso notwendig ist wie eine eindeutige Information des Endkunden über Provisionen oder Kooperationen mit Anbietern von Finanzanlageprodukten, gilt für Honorarberatung zu Versicherungsprodukten, dass er eine Gewerbeerlaubnis als Versicherungsberater vorweisen können muss. In seiner Eigenschaft als Berater darf er dann jedoch keine Vermittlung (sprich den Verkauf) einer Versicherung vornehmen. Die Honorarberatung für Versicherungen wird deshalb in Deutschland zumeist von Versicherungsmaklern angeboten.

Honorarberatung: Kontroverse

Diese Vermengung von Beratung und Vermittlung hat in der Vergangenheit mehrfach für Kontroversen gesorgt, vor allem weil nicht eindeutig zu definieren ist, in welcher Eigenschaft ein Honorarberater auftritt. Als problematisch wird es häufig empfunden, wenn ein Honorarberater seine Eigenschaft als provisionsbasierter Vermittler nicht transparent macht. In solchen Fällen kann es zu einem Interessenkonflikt kommen, wenn der Berater sowohl vom Honorar als auch von einer Vermittlungsprovision profitiert.

Auch die Höhe des Honorars selbst kann das Vorgehen des Beraters beeinflussen, z.B. indem er Maßnahmen zur Vermögensbildung vorschlägt, obwohl ein gleichzeitiger Abbau hochverzinster Schulden sinnvoller wäre. Auch im Spannungsfeld von Risiko und Rendite entstehen leicht Probleme, denn während der Kunde ein natürliches Interesse an geringen Risiken hat, steht für den Berater die Rendite im Vordergrund – die in der Regel die Höhe seines Honorars beeinflusst. Auch kann Unwissenheit des Kunden dazu führen, dass ihm ein Initialmodell vorgeschlagen wird, das viele kostengebundene Nachberatungen erforderlich macht.

Vorteile

Nachteile

Da der Berater vom Kunden bezahlt wird, wird er in der Theorie von der Provision des Produktentwicklers abhängig und kann eine neutrale Beratung gewährleisten. Je nach Vereinbarung kann er darüber hinaus unabhängig von der Umsetzungsbereitschaft des Kunden sein Honorar geltend machen und muss keinen Druck auf einen Abschluss machen.

Für den Kunden ist der Berater lediglich ein Einzelfall. Die tatsächliche Umsetzung des angeratenen Konzepts liegt am Ende auch bei ihm. Ein unabhängiger Berater darf ihn gar nicht beim Erwerb der empfohlenen Produkte unterstützen. Die Honorierung der Beratungstätigkeit erfolgt also auch ohne tatsächliches Investment- oder Vorsorgeergebnis.

Gerade bei hochwertigen Verträgen kann der Kunde tatsächlich relativ viel sparen, denn er muss keine zusätzlichen Provisionskosten schultern. Außerdem ist die Höhe des Honorars bei „teuren“ Verträgen häufig verhältnismäßig günstig.

Demgegenüber besteht auch hier das Unverbindlichkeitsrisiko, das der Kunde allein trägt. Schließt er den empfohlenen Vertrag nicht ab, oder erhält er die bei Beratung aktuellen Konditionen nicht mehr, weil sie in der Entscheidungsfindungsphase überholt worden sind, muss der Kunde das volle Honorar dennoch zahlen.

Kosten entstehen nur dann, wenn der Honorarberater wirklich tätig wird.

Der Honorarberater muss seine Tätigkeit von selbst aufnehmen. Winken an anderer Stelle höhere Honorare, kann es vorkommen, dass Kunden auf ihre Beratung länger warten müssen.

Auswahlmöglichkeiten und Transparenz sind deutlich großzügiger ausgestaltet als in der Provisionsvermittlung.

Auf die eigentlichen Honorarkosten kommen noch 20 Prozent Umsatzsteuer.

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