Infektion: Arten, Verlauf Diagnose und Therapie
Infektion: Definition und Erläuterung
  • Eine Infektion ist eine Krankheit, die durch einen äußeren Erreger ausgelöst wird, Krankheitssymptome verursacht und in vielen Fällen übertragbar ist.
  • Infektionen können von vielen unterschiedlichen Arten von Erregern ausgelöst werden. Entsprechend sind Diagnose, Verlauf und Therapie in allen Fällen unterschiedlich.

Infektion: Arten, Verlauf Diagnose und Therapie

Was ist eine Infektion? Diese Arten von Infektionen gibt es, so verlaufen sie, so werden Sie diagnostiziert und behandelt.

Was ist eine Infektion?

Unter einer Infektion versteht die Medizin die Übertragung und das Eindringen von Krankheitserregern in den menschlichen (oder einen tierischen) Körper, das eine Krankheit mit oder ohne begleitende Symptome auslöst. Typische Auslöser von Infektionen sind Bakterien, Viren und Pilze, aber auch Einzeller (sog. Protozoen) und Würmer können Infektionen auslösen.

Wie entstehen Infektionen?

Zu einer Infektion kommt es, wenn fremde Mikroorganismen wie Viren, Bakterien oder Pilze in einen Körper eindringen, sich dort vermehren und dabei Schäden im Zellapparat verursachen. In vielen Fällen ist eine bestimmte Mindestmenge von Erregern für den Ausbruch einer Infektion notwendig, das Auftreten einzelner Keime ist dann nicht ausreichend, um eine Infektion auszulösen: Der Grad der Ausbreitung im Körper hängt dabei genauso wie die Schwere der Infektion davon ab, wie stark und effektiv das Abwehrsystem des befallenen Wirts auf das Eindringen eines Erregers reagiert. Aber auch die Anpassung des Erregers an seinen Wirt spielt eine wichtige Rolle: Je besser ein Mikroorganismus an seinen Wirt angepasst ist, desto weniger gefährlich ist er für ihn – schließlich dient der Wirt gleichzeitig als Brutstätte und als Überträger.

Welche Arten von Infektionen werden unterschieden?

Art und Umfang bestimmen die nähere Einordnung einer Infektion, dabei sind vor allem fünf Infektionsarten wesentlich:

  • Lokale Infektionen
  • Zyklische Infektionen
  • Blutvergiftungen (Sepsis)
  • Vergiftungen
  • Nosokomiale Infektionen (Im Rahmen einer medizinischen Behandlung erworbene Infektionen, besonders häufig im Zusammenhang mit Kathetern und künstlicher Beatmung. Schwer zu behandeln bei Auftreten von Krankheiten durch multiresistente Keime (MRSA).

Welche Infektionswege gibt es?

Infektionen haben viele Auslöser und Übertragungswege, die wichtigsten darunter sind:

  • Tröpfcheninfektion
  • Schmierinfektion
  • Lebensmittelinfektion
  • Infektionen über Wasser
  • Körperliche Eintrittswege, etwa auf sexuellem Wege oder im Rahmen einer Geburt
  • Über Wunden, auch bei Stichverletzungen durch Kanülen
  • Durch einen tierischen Überträger, etwa Zecken, Mücken, Wanzen oder Flöhe

Welche Symptome treten bei einer Infektion auf?

Die von einer Infektion ausgelösten Symptome hängen nicht nur vom Schadensspektrum und dem Anpassungsgrad ihres Erregers ab, sondern auch von Heftigkeit und Effektivität der körpereigenen Immunreaktion. Dabei sind Fieber, allgemeine Schwächesymptome und erhöhte Blutwerte anders als häufig vermutet nicht Zeichen eines schwachen, sondern eines hochaktiven Immunsystems. Stärker gefährdet sind in der Regel Patienten, die kaum Symptome aufweisen. Sie übertragen die Krankheit in weit stärkerem Maße als angeschlagenere Menschen, gleichzeitig werden sie in manchen Fällen auch stärker körperlich angegriffen, als ihnen selbst bewusst ist. In der Medizin, bzw. Biologie unterscheidet man dabei zwischen manifesten und stummen Infektionen:

  • Manifeste Infektion: Deutliche Infektionssymptome, erhöhte Körpertemperatur, deutliches Schwächegefühl.
  • Stumme Infektion: Scheinbar symptomlose Infektion, der eigentliche Ausbruch der Krankheit unterbleibt

Abortive Infektion: Leichte Symptomatik, häufig mit deutlich geringerer Schwächung als bei der manifesten Infektion. Dabei wird die abortive Infektion im Gegensatz zur stummen Infektion vom Betroffenen dennoch deutlich wahrgenommen.

Wie verläuft eine Infektion?

Eine Infektion kann auf unterschiedliche Weise verlaufend. Die bekanntesten Erscheinungsformen sind die akute und die chronische Infektion, zusätzlich existiert eine Reihe weiterer Einordnungsebenen:

  • Perakut: Rasanter und hochgefährlicher Verlauf
  • Akut: Plötzlich auftretender Verlauf mit starken Symptomen
  • Subakut: Zügig auftretend, weniger stark ausgeprägter Verlauf
  • Chronisch: Langanhaltendes Auftreten, häufig mit mäßigem Symptomverlauf
  • Rezidivierend: Wiederkehrend; Phasen scheinbarer Erholung wechseln mit erneuter Verschlechterung
  • Latent: Ein über einen längeren Zeitraum unerkannter Verlauf einer Infektion

Wie wird eine Infektion diagnostiziert?

Zur Feststellung einer schwerwiegenden Infektion können verschiedene Diagnoseverfahren herangezogen werden, um einen bestimmten Krankheitserreger genau zu identifizieren und ihn gezielt bekämpfen zu können. Bekannte Diagnoseverfahren sind:

  • Mikroskopischer Nachweis bei Bakterien und Viren nach Abstrich
  • Nachweis von Antikörpern im Blut der Patienten
  • Nachweis von Erregerbestandteilen im Blut des Patienten
  • Hauttest
  • Tierversuche

Welche Therapieansätze gibt es?

Abhängig von der Art der Infektion, des Erregers und dem Zustand des Patienten sind üblicherweise Antibiotika (bei Bakterien), Antimykotika (bei Pilzen) und eine Vielzahl weiterer Medikamente bei der Abwehr viraler Erkrankungen im Einsatz. Darüber hinaus sollen Maßnahmen zur Hygiene und Desinfektion ein Umfeld schaffen, das die Weiterverbreitung eines Infekts verhindert oder verlangsamt. Für pflegende Angehörige und Betreuungspersonal sind darüber hinaus einfache Maßnahmen wie das Händewaschen entscheidend, um die eigene Ansteckungsgefahr zu verringern.

Bei schweren und lebensbedrohlichen Krankheitsverläufen kann eine durchgreifende Chemotherapie mit mehreren (Breitband-)Medikamenten begonnen werden, ohne dass der Erreger bereits genau bekannt ist. Wichtig sind darüber hinaus Maßnahmen, die dazu beitragen, den Allgemeinzustand des Patienten zu stabilisieren oder idealerweise zu verbessern. Das Spektrum möglicher Unterstützungsmaßnahmen kann von einfachen kurativen Bedingungen wie Wärme, Ruhe und ausreichender Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr bis hin zu weitgehenden medizinischen Intensivmaßnahmen wie künstlicher Beatmung und Blutwäsche (Dialyse) reichen.

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