Leibrente - Altersvorsorge auf Raten
Leibrente: Zahlung auf Vereinbarung
  • Die Leibrente ist eine dauerhafte, regelmäßige Zahlung an einen Empfänger
  • In Form der Immobilienleibrente verkaufen Eigentümer einen Teil Ihrer Immobilie bei bleibendem Wohnrecht und Nießbrauch

Leibrente - Altersvorsorge auf Raten

Die Leibrente ist eine dauerhafte Rentenzahlung bis zum Ableben. Vor allem in Form der Immobilienleibrente wird sie immer häufiger zur Altersvorsorge eingesetzt.

Bei der Leibrente ist eine regelmäßige Zahlung an einen natürlichen Empfänger bis zum Zeitpunkt seines Ablebens. Die Grundsätze der Leibrente sind nach §759 BGB geregelt. Die Leibrente setzt üblicherweise ein Rechtsgeschäft zwischen zwei Parteien voraus: Dem Empfänger der Rentenzahlung einerseits als Nutznießer des Stammrechts auf Zahlung der Rente und dem Gewährer der Leibrente.

So funktioniert die vereinbarte Auszahlung

Bei der Leibrente geht es häufig darum, eine dauerhafte oder einmalige Zahlung dauerhaft mit einer einer eingetragenen Last auf eine Immobilie zu bewehren. Aber auch die langfristige Einwilligung, Schulden im Rahmen einer Zwangsvollstreckung schrittweise zu begleichen kann im Ergebnis eine Leibrente für den Begünstigten darstellen. Die Leibrente kann eine Möglichkeit zur Altersvorsorge darstellen, wenn Versicherungslösungen wie Lebensversicherung oder Sterbegeldversicherung nicht in Frage kommen.

Die Immobilienleibrente

Die Immobilienleibrente genießt seit der Finanzkrise 2008 wachsende Popularität. Hohe Wertzuwächse bei Immobilien begegnen in einer alternden Gesellschaft großen Herausforderungen wie der Pflegelücke und immer häufiger unzureichenden Rentenzahlungen. Die Immobilienleibrente ist eine Möglichkeit, eine Immobilie ganz oder teilweise zu verkaufen und sich das dabei erworbene Geld in Form einer Zusatzrente auszahlen zu lassen (teilweise gehen neue Anbieter auch dazu über, den Gesamtbetrag sogar direkt auf einen Schlag auszuzahlen). Gleichzeitig bleibt das Wohnrecht der ursprünglichen Eigentümer bestehen und wird im Grundbuch lebenslänglich festgeschrieben. Die Nutznießer der so erworbenen Immobilienleibrente profitieren von einem gesicherten Geldbetrag ohne aus ihremgewohnten Umfeld verdrängt zu werden.

Die Immobilienleibrente beim Hauskauf

Aber auch umgekehrt kann die Immobilienleibrente funktionieren:Erwerben neue Eigentümer eine Immobilie und zahlen nur einen Sockelbetrag, kann der Restbetrag an den Verkäufer in Form einer Leibrente entrichtet werden – bis zum Tod des Verkäufers. Für den Verkäufer der Immobilie kann dieses Geschäft lohnend sein, weil er vom Zeitpunkt des Verkaufs an direkt über einen Basisbetrag verfügen kann und die vertraglich gesicherte Aussicht auf eine lebenslange Zusatzrente genießt. Für den Käufer hingegen kann der Kauf gegen Leibrente bei älteren Verkäufern langfristig von Vorteil sein: Verstirbt der Verkäufer vorzeitig, kann der Gesamtpreis der erworbenen Immobilie u.U. deutlich niedriger sein als er es bei freiem Erwerb über den Verkehrswert oder Marktwert gewesen wäre. Ist (in selteneren Fällen) kein Inflationsausgleich vertraglich fixiert, sinkt der Realwert der zu entrichtenden Leibrente außerdem, was den Erwerb der Immobilie insgesamt weiter vergünstigt.

Die Leibrente bei der Übergabe der eigenen Immobilie und als Vermächtnis

Auch als Ersatz einer Erbschaft oder Schenkung kann die Leibrente in Frage kommen. Hier übertragen Eltern Ihren Kindern eine Immobilie gegen dauerhafte Zahlung einer Leibrente. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass das Familienvermögen in der Familie bleibt und die Eltern langfristig abgesichert bleiben. Diese Konstellation lässt sich auch zur längerfristigen Absicherung einzeln verbleibender Ehepartner einsetzen. Anders als beim Berliner Testament ist die Leibrente dann dazu vorgesehen, den länger lebenden Partner durch die eigenen Kinder weiter unterstützen zu lassen, wenn einer der beiden Ehepartner stirbt.

Wann endet die Leibrente?

Die Leibrente endet üblicherweise mit dem Tod des Empfängers oder der Empfänger, wie im Abschnitt zur Übergabe der Immobilie beschreiben. Im letzteren Fall erlischt die Verpflichtung zur Zahlung einer Leibrente erst mit dem Tod des länger lebenden Rentenempfängers. Diese Möglichkeit besteht grundsätzlich auch beim Kauf einer Immobilie.