MDK: Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung
Checkmark
Der MDK ist für die Einstufung von Pflegebedürftigen in Pflegegrade verantwortlich
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Um die Qualität in der Pflege zu wahren, kontrollieren Mitarbeiter des MDK mindestens einmal pro Jahr Pflegeeinrichtungen

MDK: Kontrollinstanz für die Pflegequalität

Im vergangenen Jahr waren deutschlandweit rund 72,8 Millionen Versicherte in einer gesetzlichen Krankenversicherung kranken- und pflegeversichert und nahmen somit Leistungen der Kranken- und Pflegekassen in Anspruch. Um eine optimale Versorgung der Versicherten zu gewährleisten, steht der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) den Kassen beratend zur Seite. Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen des Gesundheitswesens unterstützen den MDK mit medizinischem und pflegefachlichem Know-how. Um die Qualität der Gesundheitsversorgung zu sichern, stehen aktuell circa 9.500 Mitarbeiter im Dienst des MDK, darunter Ärzte, Pflegefachkräfte, Medizintechniker, Pharmazeuten und Verwaltungspersonal. Im Jahr 2017 führte der MDK rund 21.700 Prüfungen bei ambulanten Diensten und Pflegeheimen durch. Der MDK ist Ländersache und agiert dabei unabhängig, denn er gehört weder Krankenhäusern noch Pflegeeinrichtungen an.

Was macht der MDK?

NBA - Begutachtung durch MDK oder Medicproof
Begutachtung durch MDK/Medicproof: Auf Grundlage des NBA erhalten Antragsteller bei Bedürftigkeit einen Pflegegrad.

Die primäre Aufgabe des Medizinischen Dienstes betrifft die Pflege und den Schutz von Patienten, wobei der Fokus auf der Pflegebegutachtung sowie Wahrung der Qualität von Pflegeleistungen liegt. Der MDK fungiert dabei als Berater für Kranken- und Pflegekassen und stellt unter anderem sicher, dass Pflegebedürftige in den richtigen Pflegegrad eingestuft werden. Der MDK sorgt also dafür, dass Pflegebedürftige den ihrem Gesundheitszustand entsprechenden Pflegegrad zugesprochen bekommen und benötigte Pflegehilfsmittel, wie beispielsweise einen Rollator, erhalten. Denn: Ohne Prüfung der individuellen Pflegesituation eines Versicherten durch den MDK wird kein Pflegegrad zugesprochen. Zudem stehen Mitarbeiter des Medizinischen Dienstes den Trägern der Gesetzlichen Krankenversicherung als Sachverständige zur Beurteilung von Arbeitsunfähigkeit zur Verfügung, beispielsweise wenn ein Versicherter auffällig häufig für eine kurze Dauer arbeitsunfähig ist.

Wann wird der MDK eingeschaltet?

Des Weiteren wird der MDK aktiv, wenn Unklarheiten oder Probleme in Bezug auf medizinische Behandlungen im Krankenhaus bestehen, zum Beispiel wenn neue Methoden zur Untersuchung oder Behandlung angezweifelt werden, Behandlungsfehler vorgeworfen werden oder die Krankenhausrechnung angefochten wird.

Wann kommt der MDK zur Begutachtung?

Der MDK ist für die Qualität der Pflege zuständig, egal ob ambulant, stationär oder in einem Pflegeheim. Mindestens einmal pro Jahr überprüfen die Mitarbeiter deshalb die Arbeit von Pflegediensten und Pflegeeinrichtungen. Das Gleiche gilt für die Pflege Zuhause durch Angehörige.

Der MDK kommt außerdem zur Begutachtung, wenn ein Versicherungsnehmer bei einer Pflegekasse einen Antrag auf Pflegebedürftigkeit stellt – der MDK prüft dann, ob und in welchem Umfang eine Pflegebedürftigkeit besteht. Der MDK wird durch die Pflegekasse zur Prüfung beauftragt und entsendet medizinisches Fachpersonal, um ein Gutachten über den erforderlichen Pflegegrad aufzusetzen. Übrigens: In unserem Ratgeber verraten wir, wie Sie einen Pflegegrad beantragen.

Das Gutachten wird im Rahmen eines Hausbesuchs erstellt, bei dem der Gutachter das Gespräch mit dem Pflegebedürftigen sowie den Angehörigen sucht. Der Pflegegutachter bringt so in Erfahrung, welche Tätigkeiten der Antragsteller noch selbständig erledigen kann und bei welchen alltäglichen Anforderungen dieser Hilfe durch einen Pfleger benötigt.

Im Anschluss des Besuchs erstellt der Gutachter des MDK einen schriftlichen Bericht, welcher der Pflegekasse als Entscheidungsgrundlage über die Bewilligung eines Pflegegrades dient. In Deutschland gibt es aktuell Pflegegrad 1, Pflegegrad 2, Pflegegrad 3, Pflegegrad 4 und Pflegegrad 5. Ausführliche Informationen zu Pflegegrad 1 bis 5 bekommen Sie in unserem Blog.

Wie Sie im Pflegefall vorsorgen, erfahren Sie ebenfalls im Afilio-Blog – wir sind Ihr Experte rund um Vorsorge und Versicherung! Außerdem für Sie interessant: Unsere Lexikoneinträge zur Verfügung von Todes wegen, Testamentsvollstreckung und Teilungsanordnung!