Pflegegeld: Finanzielle Absicherung für Pflegebedürftige
Was ist Pflegegeld?
  • Pflegebedürftige, die häusliche Pflege durch Angehörige wahrnehmen, haben Anspruch auf monatliches Pflegegeld
  • Maßgeblich für den Anspruch auf Pflegegeld ist ein bewilligter Pflegegrad (mindestens Pflegegrad 2)

Pflegegeld: Finanzielle Absicherung für Pflegebedürftige

Pflegegeld ist eine Geldleistung der Pflegekasse für pflegebedürftige Versicherte. Es dient dazu die Pflege durch Angehörige zu finanzieren.

Das Pflegegeld ist eine Sozialleistung der gesetzlichen oder privaten Pflegeversicherung für anerkannt pflegebedürftige Menschen. Pflegebedürftige haben die Wahl, ob Sie zuhause in gewohnter Umgebung (Pflege zuhause) oder in einer stationären Pflegeeinrichtung (Pflegeheim) gepflegt werden möchten. Pflegebedürftige, bei denen die häusliche Pflege durch Angehörige geleistet wird, haben Anspruch auf monatliches Pflegegeld der Pflegekasse. Pflegegeld wird nur von einer gesetzlichen Pflegeversicherung ausgeschüttet, die wiederum an die gesetzliche Krankenversicherung angegliedert ist (bei privat Versicherten handelt es sich um die private Pflegeversicherung).

Dann wird Pflegegeld bewilligt

Pflegegeld: Bargeld auf Tisch
Kann ab Pflegegrad 2 beantragt werden: Pflegegeld zur Unterstützung von Pflegebedürftigen.

Um offiziell als pflegebedürftig anerkannt zu werden, muss ein Pflegegrad bewilligt werden. Diese Bewilligung erfolgt auf Grundlage der fachmedizinischen Einschätzung durch einen Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK), der für gesetzlich Versicherte zuständig ist. Bei Privatversicherten nimmt diese Aufgabe MEDICPROOF wahr. Je nach Pflegebedarf stuft der Gutachter die Antragsteller in einen Pflegegrad (früher Pflegestufe) ein.

Pflegeleistungen: Wann Pflegegeld beantragen?

Bevor Sie einen Antrag auf Pflegegeld stellen, sollten Sie sicherstellen, dass Sie die nötigen Voraussetzungen für den Empfang von Leistungen erfüllen:

Grundsätzlich muss der Pflegebedürftige selbst den Antrag auf Pflegegeld bei der Pflegekasse einreichen oder einen Bevollmächtigten schriftlich damit beauftragen. Sobald der Antrag auf Pflegegeld genehmigt ist, bekommt der Pflegebedürftige den Betrag auf sein Konto überwiesen, um die pflegenden Angehörigen für Ausgaben und Bemühungen zu entschädigen.

Was deckt das Pflegegeld ab?

Die Höhe des Pflegegelds bemisst sich nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit sowie der Art der Pflege. Der Höchstsatz für das Pflegegeld liegt aktuell bei 901 Euro für pflegebedürftige Personen in Pflegegrad 5. Ausbezahlt wird das Pflegegeld an den Versicherten, der frei über die Zahlungen verfügen und diese beispielsweise für Pflegehilfsmittel einsetzen kann.

Pflegekosten steuerlich geltend machen

Die anfallenden Kosten für Pflege durch Angehörige können in der Steuererklärung geltend gemacht werden, wenn die pflegebedürftige Person ständig hilflos oder schwerstpflegebedürftig ist. Vorliegen muss ein Schwerbehindertenausweis mit den Einträgen H (hilflos) oder Bl (blind) oder wenigstens Pflegegrad 4 bzw. Pflegegrad 5. Die Pflegende Person darf dabei kein Pflegegeld oder ähnliche Entlohnungen als Aufwandsentschädigung erhalten, es sei denn, das Pflegegeld wird lediglich weitergereicht und dazu eingesetzt, weitere Pflegekräfte zu engagieren (z.B. im Rahmen der 24-Stunden-Pflege durch sog. polnische Pflegekräfte).

Mehr dazu in unserem Beitrag zum Pflegepauschbetrag >>

Wohin wird das Pflegegeld überwiesen?

Empfänger des Pflegegeldes ist der Versicherte selbst, der je nach Pflegegrad einen gestaffelten Pflegesatz erhält.

Warum ist das Pflegegeld geringer als die Pflegesachleistung?

Pflegebedürftige Versicherte, die sowohl ambulant als auch stationär gepflegt werden, können Pflegegeld und Pflegesachleistung als Kombinationsleistung beantragen – das Pflegegeld wird dann aber nicht mehr in voller Höhe ausbezahlt, sondern verringert sich um den Prozentsatz der bezogenen Sachleistungen.

Alternative bei Pflegepauschbetrag