Pflegegeld: Das gibt es bei Pflegegrad und Pflegestufe
Was ist Pflegegeld?
  • Pflegegeld ist eine Leistung der Pflege­versicherung. Es dient der Finanzierung von Pflegeleistungen, wenn Pflegebedürftige zuhause von Angehörigen oder Ehrenamtlichen gepflegt werden.
  • Anspruch auf Pflegegeld haben Betroffene mit wenigstens Pflegegrad 2. Je höher der Pflegegrad, desto höher der monatlich verfügbare Pflegegeldsatz.

Pflegegeld: Das gibt es bei Pflegegrad und Pflegestufe

Pflegegeld dient dazu häusliche Pflege zu finanzieren: Alles zu Pflegegeld bei aktuellen Pflegegraden und Pflegestufen.

Was ist Pflegegeld?

Pflegegeld ist eine Leistung der gesetzlichen Pflegeversicherung für pflegebedürftige Pflegebedürftige, bei denen die Pflege zuhause als häusliche Pflege durch pflegende Angehörige oder Bekannte geleistet wird, haben Anspruch Pflegegeld. Pflegegeld wird von der gesetzlichen Pflegeversicherung des Betroffenen ausbezahlt, bei privat Versicherten übernimmt diese Leistung die private Pflegeversicherung. Voraussetzung für den Bezug von Pflegegeld ist ein anerkannter Pflegegrad. Entsprechend der Höhe des Pflegegrads fallen auch die Leistungen aus, die ein pflegebedürftiger Betroffener erhält.

Was ist der Unterschied zwischen Pflegegeld und Pflegesachleistungen und vollstationären Leistungen?

Die Pflegeversicherung bewilligt unterschiedliche Leistungen für unterschiedliche Pflegeformen.

  • Pflegegeld erhalten Betroffene, die in ihrem häuslichen Umfeld von pflegenden Angehörigen oder Bekannten gepflegt werden.
  • Wird die Pflege von professionellen Fachkräften wie einem ambulanten Pflegedienst erbracht, übernimmt die Versicherung einen Teil der Kosten in Form sog. Pflegesachleistungen. Wie beim Pflegegeld ist die Höhe des Leistungsbetrags an den Pflegegrad des Betroffenen gekoppelt.
  • Die vollstationäre Pflegeleistungen sind dazu gedacht, die Pflege in einem Pflegeheim zu unterstützen. Neben den Kosten der eigentlichen Pflege werden hier jedoch Kosten für den Eigenanteil des Betroffenen fällig.

Wie hoch ist das Pflegegeld?

Die Höhe des Pflegegelds bemisst sich nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit sowie der Art der Pflege. Der Eingangssatz des Pflegegeldes bei Pflegegrad 2 liegt Stand 2020 bei 316 Euro, der Höchstsatz bei Pflegegrad 5 erreicht 901 Euro. Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 haben keinen Anspruch auf Pflegegeld, sie können aber den Entlastungsbetrag i.H.v. 125 Euro / Monat für ihre Zwecke einsetzen, bei insgesamt höherem Unterstützung sollten sie ihren Pflegegrad erhöhen.

Pflegegrad

Pflegegeld

Pflegesachleistung

Mittel für vollstationäre Pflege

Entlastungsbetrag ambulant

Kurzzeitpflege (bis zu 8 Wochen/Jahr)

Verhinderungspflege (bis zu 6 Wochen/Jahr)

1

keins

keine

125€

125€

keine

keine

2

316€

689€

770€

125€

1612€

1612€

3

545€

1298€

1262€

125€

1612€

1612€

4

728€

1612€

1775€

125€

1612€

1612€

5

901€

1995€

2005€

125€

1612€

1612€

Pflegegeld: Bargeld auf Tisch
Kann ab Pflegegrad 2 beantragt werden: Pflegegeld zur Unterstützung von Pflegebedürftigen.

Voraussetzung für die Bewilligung sämtlicher Pflegeleistungen ist ein Pflegegrad. Stand 2020 gibt es fünf Pflegegrade, die im Jahr 2017 die früheren Pflegestufen abgelöst haben. Einen Pflegegrad erhalten Versicherte nach medizinischer Begutachtung von Ihrer Pflegekasse: Nur wer einen Pflegegrad zuerkannt bekommt, gilt dann offiziell als pflegebedürftig. Der Pflegegrad ist zwingende Voraussetzung zum Beziehen von Leistungen der Pflegekasse, dazu gehört nicht nur das Pflegegeld, sondern auch die sog. Pflegesachleistung für Leistungen ambulanter Pflegedienste oder Mittel für die stationäre Pflege in einem Pflegeheim.

Wo kann ich Pflegegeld beantragen?

Ein Antrag auf Pflegegeld geht immer einher mit einem Antrag auf Pflegeleistungen, der formlos bei der eigenen Pflegekasse gestellt werden kann. Wer bereits einen Pflegegrad zuerkannt bekommen hat, kann anschließend Pflegegeld direkt bei der eigenen Pflegeversicherung beantragen. Üblicherweise wird die zuständige Pflegekasse dem Betroffenen ein standardisiertes Formular zukommen lassen, das ausgefüllt an die Versicherung zurückgeschickt werden muss.

Wann kann ich Pflegegeld beantragen?

Pflegebedürftige sollten Pflegegeld parallel mit oder kurz nach Anerkennung des Pflegegrads beantragen, denn Pflegegeld wird nicht rückwirkend, sondern erst vom Tag der Antragstellung ausgehend bewilligt. Bevor Sie einen Antrag auf Pflegegeld stellen, sollten Sie sicherstellen, dass Sie die nötigen Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie sind mindestens in Pflegegrad 2 eingestuft (Wir erklären, wie Sie einen Pflegegrad beantragen können)
  • Sie werden durch Angehörige oder Freunde gepflegt - nicht durch professionelle Pflegekräfte, in diesem Fall wird die Pflege durch Pflegesachleistungen direkt zwischen Pflegekasse und Pflegedienst abgerechnet.

Grundsätzlich muss der Pflegebedürftige seinen Antrag auf Pflegegeld bei der Pflegekasse selbst einreichen oder einen Bevollmächtigten schriftlich damit beauftragen. Wurde Pflegegeld bewilligt, bekommt der Pflegebedürftige den Betrag auf sein Konto überwiesen, um pflegende Angehörigen für Ausgaben und Bemühungen zu entschädigen.

Wer bekommt das Pflegegeld?

Ausbezahlt wird das Pflegegeld an den Versicherten, der den seinem Pflegegrad entsprechenden Leistungssatz erhält. Er kann frei über die Zahlungen verfügen und sie beispielsweise für Pflegehilfsmittel einsetzen.

Wann wird es ausgezahlt?

Die meisten Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherungen werden monatsweise berechnet und auch dementsprechend überwiesen. Regulär wird Pflegegeld zum Monatsanfang ausgezahlt. Beim Erstantrag hingegen hängt die Auszahlung vom Zeitpunkt der Antragsstellung ab. Die Pflegekasse berechnet dabei die Erstauszahlung ausgehend vom Tag der Antragsstellung. Beantragt ein Betroffener also am 10. März erstmalig Pflegeleistungen und wird Anfang April Pflegebedürftigkeit mit Pflegegrad 2 anerkannt, dann erhält er Anfang Mai zum ersten mal Pflegegeld, und zwar für die Monate Mai, April und anteilig für den März seit dem Tag der Antragsstellung (die Pflegeversicherung pauschaliert Monate über 30 Tage).

Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen

Pflegebedürftige in häuslicher Pflege haben einen ergänzenden Anspruch auf Betreuungs- und Entlastungsleistungen, den sog. Entlastungsbetrag i.H.v. 125 Euro im Monat.

Kombinationsleistung

Wird ein Betroffener nicht nur von pflegenden Angehörigen, sondern im Wechsel auch von einem professionellen Pflegedienst betreut, kann er von der sog. Kombinationsleistung Gebrauch machen. Dabei handelt es sich um eine anteilige Verbindung aus Pflegegeld und Pflegesachleistung.

Pflegegeld in Zeiten von Kurzzeitpflege oder Verhinderungspflege

Nimmt der Betroffene zeitweise Kurzzeitpflege oder Verhinderungspflege in Anspruch, wird das Pflegegeld zur Hälfte fortgezahlt, wenn die Pflege in dieser Zeit von professionellen Pflegekräften ausgeübt wird. Bei Verhinderungspflege ist dieser Fortzahlungsanspruch auf sechs Wochen begrenzt, bei der Kurzzeitpflege auf acht Wochen.

Warum gibt es weniger Pflegegeld als Pflegesachleistung?

Pflegebedürftige Versicherte, die sowohl ambulant als auch stationär gepflegt werden, können Pflegegeld und Pflegesachleistung als Kombinationsleistung beantragen – das Pflegegeld wird dann aber nicht mehr in voller Höhe ausbezahlt, sondern verringert sich um den Prozentsatz der bezogenen Sachleistungen. Die Pflegesachleistung enthält auch abzudeckende Unkosten professioneller Pflegedienste für Anfahrt, ggf. Material und Lohnnebenkosten.