Pflegegeld: Das gibt es bei Pflegegrad und Pflegestufe
Was ist Pflegegeld?
  • Pflegegeld ist eine Leistung der Pflege­versicherung. Es dient der Finanzierung von Pflegeleistungen, wenn Pflegebedürftige zuhause von Angehörigen oder Ehrenamtlichen gepflegt werden.
  • Anspruch auf Pflegegeld haben Betroffene mit wenigstens Pflegegrad 2. Je höher der Pflegegrad, desto höher der monatlich verfügbare Pflegegeldsatz.

Pflegegeld: Das gibt es bei Pflegegrad und Pflegestufe

Pflegegeld dient dazu häusliche Pflege zu finanzieren: Alles zu Pflegegeld bei aktuellen Pflegegraden und Pflegestufen.

Das Pflegegeld ist eine Sozialleistung der zuständigen Pflegekasse für pflegebedürftige Menschen. Pflegebedürftige haben die Wahl, ob Sie in ihrem gewohnten häuslichen Umfeld oder in einer stationären Pflegeeinrichtung, also einem Pflegeheim gepflegt werden möchten. Pflegebedürftige, bei denen die Pflege zuhause als häusliche Pflege durch pflegende Angehörige geleistet wird, haben Anspruch auf monatliches Pflegegeld. Pflegegeld wird von der gesetzlichen Pflegeversicherung des Betroffenen ausbezahlt, bei privat Versicherten übernimmt diese Leistung die private Pflegeversicherung.

Wer bekommt Pflegegeld?

Pflegegeld: Bargeld auf Tisch
Kann ab Pflegegrad 2 beantragt werden: Pflegegeld zur Unterstützung von Pflegebedürftigen.

Voraussetzung für die Bewilligung sämtlicher Pflegeleistungen ist ein Pflegegrad. Stand 2020 gibt es fünf Pflegegrade, die im Jahr 2017 die früheren Pflegestufen abgelöst haben. Einen Pflegegrad erhalten Versicherte nach medizinischer Begutachtung von Ihrer Pflegekasse: Nur wer einen Pflegegrad zuerkannt bekommt, gilt dann offiziell als pflegebedürftig. Der Pflegegrad ist zwingende Voraussetzung zum Beziehen von Leistungen der Pflegekasse, dazu gehört nicht nur das Pflegegeld, sondern auch die sog. Pflegesachleistung für Leistungen ambulanter Pflegedienste oder Mittel für die stationäre Pflege in einem Pflegeheim.

Wo kann ich Pflegegeld beantragen?

Ein Antrag auf Pflegegeld geht immer einher mit einem Antrag auf Pflegeleistungen, der formlos bei der eigenen Pflegekasse gestellt werden kann. Wer bereits einen Pflegegrad zuerkannt bekommen hat, kann anschließend Pflegegeld direkt bei der eigenen Pflegeversicherung beantragen. Üblicherweise wird die zuständige Pflegekasse dem Betroffenen ein standardisiertes Formular zukommen lassen, das ausgefüllt an die Versicherung zurückgeschickt werden muss.

Wann Pflegegeld beantragen?

Pflegebedürftige sollten Pflegegeld parallel mit oder kurz nach Anerkennung des Pflegegrads beantragen, denn Pflegegeld wird nicht rückwirkend, sondern erst vom Tag der Antragstellung ausgehend bewilligt. Bevor Sie einen Antrag auf Pflegegeld stellen, sollten Sie sicherstellen, dass Sie die nötigen Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie sind mindestens in Pflegegrad 2 eingestuft (Wir erklären, wie Sie einen Pflegegrad beantragen können)
  • Sie werden durch Angehörige oder Freunde gepflegt - nicht durch professionelle Pflegekräfte, in diesem Fall wird die Pflege durch Pflegesachleistungen direkt zwischen Pflegekasse und Pflegedienst abgerechnet.

Grundsätzlich muss der Pflegebedürftige seinen Antrag auf Pflegegeld bei der Pflegekasse selbst einreichen oder einen Bevollmächtigten schriftlich damit beauftragen. Wurde Pflegegeld bewilligt, bekommt der Pflegebedürftige den Betrag auf sein Konto überwiesen, um pflegende Angehörigen für Ausgaben und Bemühungen zu entschädigen.

Wie hoch ist das Pflegegeld?

Die Höhe des Pflegegelds bemisst sich nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit sowie der Art der Pflege. Der Eingangssatz des Pflegegeldes bei Pflegegrad 2 liegt Stand 2020 bei 316 Euro, der Höchstsatz bei Pflegegrad 5 erreicht 901 Euro. Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 haben keinen Anspruch auf Pflegegeld, sie können aber den Entlastungsbetrag i.H.v. 125 Euro / Monat für ihre Zwecke einsetzen, bei insgesamt höherem Unterstützung sollten sie ihren Pflegegrad erhöhen.

Pflegegrad

Pflegegeld

Pflegesachleistung

Mittel für vollstationäre Pflege

Entlastungsbetrag ambulant

Kurzzeitpflege (bis zu 8 Wochen/Jahr)

Verhinderungspflege (bis zu 6 Wochen/Jahr)

1

keins

keine

125€

125€

keine

keine

2

316€

689€

770€

125€

1612€

1612€

3

545€

1298€

1262€

125€

1612€

1612€

4

728€

1612€

1775€

125€

1612€

1612€

5

901€

1995€

2005€

125€

1612€

1612€

Wer bekommt das Pflegegeld?

Ausbezahlt wird das Pflegegeld an den Versicherten, der den seinem Pflegegrad entsprechenden Leistungssatz erhält. Er kann frei über die Zahlungen verfügen und sie beispielsweise für Pflegehilfsmittel einsetzen.

Warum wird weniger Pflegegeld als für Pflegesachleistung überwiesen?

Pflegebedürftige Versicherte, die sowohl ambulant als auch stationär gepflegt werden, können Pflegegeld und Pflegesachleistung als Kombinationsleistung beantragen – das Pflegegeld wird dann aber nicht mehr in voller Höhe ausbezahlt, sondern verringert sich um den Prozentsatz der bezogenen Sachleistungen. Die Pflegesachleistung enthält auch abzudeckende Unkosten professioneller Pflegedienste für Anfahrt, ggf. Material und Lohnnebenkosten.

Pflegekosten steuerlich geltend machen

Die anfallenden Kosten für Pflege durch Angehörige können in der Steuererklärung geltend gemacht werden, wenn die pflegebedürftige Person ständig hilflos oder schwerstpflegebedürftig ist. Vorliegen muss ein Schwerbehindertenausweis mit den Einträgen H (hilflos) oder Bl (blind) oder ein Pflegegrad 4 bzw. Pflegegrad 5. Die Pflegende Person darf dabei kein Pflegegeld oder ähnliche Entlohnungen als Aufwandsentschädigung erhalten, es sei denn, das Pflegegeld wird lediglich weitergereicht und dazu eingesetzt, weitere Pflegekräfte zu engagieren (z.B. im Rahmen der 24-Stunden-Pflege durch sog. polnische Pflegekräfte).

Mehr dazu in unserem Beitrag zum Pflegepauschbetrag >>