Schlusserbe – Wer zuletzt erbt, erbt endgültig.
Schlusserbe: Hauptsächlich Kinder betroffen
  • Kinder werden in der Regel im Berliner Testament als Schlusserben eingesetzt
  • Ein Schlusserbe kann Allein- oder Miterbe sein

Schlusserbe – Wer zuletzt erbt, erbt endgültig.

Ein Schlusserbe ist derjenige Angehörige, der das Gesamtvermögen als letzter Erbe erhält, nachdem der vorherige Alleinerbe bzw. Vollerbe verstorben ist.

Im Erbrecht wird zwischen mehreren Arten von Erben unterschieden. In unserem Lexikon geben wir umfassenden Überblick zur Stellung von Erben. Hinter den verschiedenen Bezeichnungen für Erben verbergen sich Rechtspositionen. Doch wo ein Rechtsanwalt für Erbrecht den Überblick hat, können Laien mit den Begrifflichkeiten indes oft wenig anfangen. Dabei kann der rechtliche Status eines Erben die Höhe der Erbschaft entscheidend beeinflussen.

Schlusserben werden in der Regel in gemeinschaftlichen Testamenten wie dem Berliner Testament benannt. Während Eheleute oder eingetragene Lebenspartner nach dem Tod des einen zunächst als Vollerbe eingesetzt werden, wird der Schlusserbe dann als Alleinerbe des Vermögens benannt, wenn auch der letzte Teil einer Partnerschaft verstorben ist. Alternativ können die Ehegatten auch mehrere Schlusserben einsetzen. Ein Schlusserbe ist ggf. nach Eintrag in einem Erbvertrag entweder Allein- oder Miterbe. Wie viel Anspruch ein Miterbe im Erbfall hat, regelt der letzte Wille der Erblasser oder, falls kein Testament vorhanden ist, die gesetzliche Erbfolge.

Was erbt ein Schlusserbe?

Der Schlusserbe erbt das verbleibende Vermögen des Paares, nach dem Tod des Zweitversterbenden, also desjenigen Teils der Partnerschaft, der als letzter verstorben ist. Gesetzlich ist der Begriff des Schlusserben jedoch nicht definiert.

Kinder als Schlusserben im Testament

Ehegatten benennen ihre Kinder im Berliner Testament automatisch als Schlusserben, denn der überlebende Ehegatte oder Lebenspartner erhält als Alleinerbe zunächst das gesamte Vermögen des Verstorbenen. Erst nach seinem Tod sind die Kinder begünstigt. Es kann aber auch jede andere Person als Schlusserbe eingesetzt werden; in der Regel entscheiden sich Eheleute aber für die eigenen Abkömmlinge.

Schlusserbe vs. Vor- und Nacherbe: Das macht den Unterschied im Erbvertrag

Während das Konzept Schlusserbe nicht per Gesetz definiert ist, wird das Konstrukt der Vor- und Nacherbschaft durch § 2100 BGB geregelt: Ein Vorerbe ist eine Person, die als erstes erbt, bevor die gesamte Erblassenschaft nach dessen Tod wiederum an den Nacherben übergeht. Der Vorerbe erhält zunächst das gesamte Vermögen des Erblassers, bevor er es an den Nacherben weitergibt. In diesem Fall vererbt der Verstorbene sein Erbe zweimal.

Der Vorerbe ist in der Verfügung über das Erbe nicht ganz frei, wohingegen der Nacherbe uneingeschränkt über den Nachlass verfügen kann. Im Gegensatz zum Vorerben darf er beispielsweise auch Erbschaftsgegenstände verschenken oder wiederum an eine andere Person weitervererben.

Grundsätzlich hat der Nacherbe bis zum Ableben des Vorerben keinerlei Zugriff auf die Erblassenschaft, es sei denn er ist pflichtteilsberechtigt, schlägt das Nacherbe aus und fordert seinen Pflichtteil gemäß § 2306 Abs. 2 BGB ein. Alles rund um den Pflichtteilsanspruch erfahren Sie hier.

Mehr zum Thema Vorerbschaft und Nacherbschaft erfahren Sie in unserem Lexikon für Vorsorge, Erbschaft und Versicherung.