Teilungsanordnung - Bestimmen Sie, wer was erbt
Checkmark
Die Teilungsanordnung dient dazu, einzelne Vermögenswerte als Ganzes zu vererben
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Miterben haben Anspruch auf Wertausgleich, wenn der Wert jedes Erbteils voneinander abweicht.

Teilungsanordnung: So bestimmen Sie, wer was erbt.

Wenn Sie ein Testament aufsetzen, können Sie Ihren Erben unterschiedliche Einzelwerte, Gegenstände oder Immobilien vermachen. Das funktioniert, indem Sie eine Teilungsanordnung aufnehmen. Mit der Teilungsanordnung kann der Erblasser verbindlich und punktgenau festlegen, welcher Erbe was erhalten soll.

Was ist die Teilungsanordnung?

Die Teilungsanordnung ist das gesetzlich festgeschriebene Recht des Erblassers, einzelne Vermögensgegenstände einem bestimmten Erben vermachen zu können (§ 2048 BGB). Die Teilungsanordnung ein Instrument, mit dem ein Erblasser verhindern kann, dass sein Nachlass zerstückelt und verkauft wird, um alle Erben auszuzahlen. Gerade bei in Deutschland häufig vererbten Immobilien wie Einfamilienhäusern entscheiden sich viele Erblasser dafür, das Haus nur einem Kind zu vermachen und ggf. vorhandene weitere Vermögenswerte dem anderen. Schon dabei handelt es sich um eine Teilungsanordnung. Der mit einem Vermögensgegenstand bedacht Erbe hat dann einen verbindlichen Anspruch gegenüber seinen Miterben.

Warum das Erbe testamentarisch aufteilen?

Wer kein Testament aufsetzt oder errichtet, entscheidet sich für die gesetzliche Erbfolge.Sie sieht vor, dass jeder gesetzliche Erbe den gleichen Anteil am Nachlass erhält. Im umgekehrten Fall kann der Erblasser ein Testament aufsetzen, das alle Erben zu gleichen Teilen bedenkt. Dann erhalten alle eingesetzten Erben den gleichen Vermögensanteil am Erbe und bilden eine Erbengemeinschaft,in der kein Einzelerbe Anspruch auf einen einzelnen Gegenstand hat: Denn das Ziel der Erbengemeinschaft ist die gütliche Einigung auf der Grundlage des vererbten Gesamtvermögens. Ist eine gütliche Einigung unmöglich, bleibt gerade bei schwer teilbaren Immobilien oder Kunstgegenständen oft nur der Weg über den Immobilienmakler oder das Auktionshaus. Altes Familienvermögen wird versteigert und der Erlös zugleichen Teilen auf die Erben verteilt. Wer das vermeiden will, kann eine Teilungsanordnung in sein Testament aufnehmen und festhalten, wer welchen einzelnen Vermögensgegenstand erhalten soll.

Beispiel für eine Teilungsanordnung mit Wertausgleich

Nehmen wir unser Beispiel aus dem vorangegangenen Abschnitt:Der Erblasser hinterlässt seinen zwei Kindern ein Einfamilienhaus und ein gut sortiertes Wertpapierdepot. Das Haus hat einen Wert von 500.000€, die Wertpapiere schlagen mit 380.000€ zu Buche. Der Gesamtwert des vererbten Vermögens beträgt also 880.000€ Euro. Jedem Kind stehen damit 440.000€ zu. Der Erblasser hat aber mit seiner Teilungsanordnung bestimmt, dass Kind 1 das Haus erhält und Kind 2 die Aktien.Da beide Kinder den gleichen Erbanspruch haben, müssen sie sich auf einen Wertausgleich verständigen, damit keines der Kinder übervorteilt wird. Die Teilungsanordnung selbst trifft dazu nämlich keine Aussage – sie hält lediglich fest, wer welche Vermögensgegenstände erhält: Kind 1 muss dann 60.000€ an Kind 2 auszahlen, die es selbst aufbringen muss. Dafür hat Kind 1 gegenüber Kind 2 Anspruch auf Übereignung des Hauses. Umgekehrt kann dafür Kind 2 auf uneingeschränkte Übertragung sämtlicher Wertpapiere bestehen.

Pflichtteile gelten weiterhin

Auch wenn Sie eine Teilungsanordnung vornehmen, haben Ihre Hinterbliebenen Anspruch auf ihren gesetzlichen Pflichtteil: Der Erbteil darf nicht niedriger ausfallen als dem Erben nach seinem Pflichtteilsanspruch zusteht – also wenigstens die Hälfte des gesetzlichen Erbteils im Rahmen der gesetzlichen Erbfolge. Dieser Anspruch besteht für Kinder, Ehepartner und Eltern. Nach unserem obigen Beispiel hat jedes Kind Anspruch auf 440.000€,wenn kein Elternteil mehr am Leben ist, der Pflichtteil beträgt dann 220.000€, geringer darf der zugeteilte Erbteil also nicht ausfallen.

Wertausgleich vermeiden: Teilen Sie ein Vorausvermächtnis zu

Will der Erblasser vermeiden, dass ein Kind das andere ausgleichen muss, wenn es einen bestimmten Vermögensgegenstand erbt, kann er in seinem Testament festlegen, dass keine Ausgleichspflicht besteht. Kind 1 muss dann Kind 2 nicht auszahlen. Dabei handelt es sich dann de facto um ein Vorausvermächtnis,auf das jedes Kind bereits Anspruch hat, bevor der eigentliche Rest-Nachlass aufgeteilt wird. Der Erblasser sollte dann explizit im Testament festhalten,dass er diese Verteilung als Vorausvermächtnis verstanden wissen will, nur dann erhält jeder Erbe genau den Vermögensgegenstand, den er Erblasser ihm zugedacht hat – unabhängig vom restlichen Erbteil.

Testamentsvollstrecker für die Umsetzung

Jede Teilungsanordnung kann Kontroversen unter den Erben nach sich ziehen. Um sicherzustellen, dass der eigene Wille verbindlich umgesetzt wird, kann der Erblasser einen Testamentsvollstrecker zur Testaments vollstreckung einsetzen.

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