Testamentsvollstreckung - So wird der letzte Wille umgesetzt
Checkmark
Die Testamentsvollstreckung sichert die im Testament hinterlegten Interessen des Erblassers.
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Ein Testamentsvollstrecker sollte eine Vertrauensperson sein, die komplexe Aufgaben auch dauerhaft übernehmen kann.

Wozu eine Testamentsvollstreckung festlegen?

Die Testamentsvollstreckung dient dazu, Willen und Absichten des Verstorbenen konkret umzusetzen. Dazu wird ein Testamentsvollstrecker ernannt, üblicherweise eine Vertrauensperson des Erblassers. Der Hintergrund: Die Vollstreckung bietet dem Erblasser Sicherheit, dass sein im Testament niedergelegter Wille auch tatsächlich wortgetreu umgesetzt wird. Dazu lohnt es sich zu vergegenwärtigen, welche Absichten hinter dem Aufsetzen eines Testaments stehen können. Neben dem Erhalt des eigenen Vermögens dient ein Testament auch oft dazu, den Familienfrieden dauerhaft zu wahren: Je eindeutiger die Absichten des Verstorbenen, desto klarer die Abwicklung des Nachlasses für die Erbengemeinschaft gemäß der gesetzlichen Erbfolge.

Ein Testamentsvollstrecker hat die Möglichkeit in einer aufwändigen Nachlass-Situation als Unabhängiger zu agieren und gegebenenfalls auch zwischen den divergierenden Interessen der Erben zu vermitteln. Er kann klare Aussagen zu den Absichten des Verstorbenen treffen und dafür sorgen, dass kein Angehöriger die Umsetzung des niedergelegten letzten Willens blockieren kann.

Vorteile der Testamentsvollstreckung

  • Strukturierte Umsetzung des Testaments
  • Geringere Reibungsfläche zwischen den Hinterbliebenen, vermittelnde Tätigkeit zwischen den verschiedenen Parteien
  • Entlastung der Angehörigen: Ein Testamentsvollstrecker übernimmt die Kommunikation mit Behörden, Versicherern und öffentlichen Trägern
  • Der Testamentsvollstrecker wahrt die Interessen schwächerer Erben, zum Beispiel für Minderjährige oder Erben mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen
  • Der Einsatz eines Testamentsvollstreckers kann den Nachlass vor Gläubigern einzelner Erben schützen, denn die Testamentsvollstreckung nach §2214 BGB verhindert zwar nicht den Zugriff von Gläubigern des Erblassers, wohl aber von Gläubigern des Erben
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Diese Aufgaben übernimmt der Testamentsvollstrecker

Frau verfasst ihr Testament handschriftlich
Ein Testamentsvollstrecker kümmert sich um die korrekte Umsetzung des Testaments nach dem Tod des Erblassers.

Der Testamentsvollstrecker hat vielfältige Aufgaben. Allein die bürokratischen Einzelheiten einer Nachlassregelung überfordern viele trauernde Angehörige, die zwischen Familie und Berufsleben nicht nur das Erbe regeln, sondern auch häufig die privaten Einrichtungen des Erblassers auflösen müssen. Der Testamentsvollstrecker sichert den Nachlass und erstellt ein Nachlassverzeichnis. Darin unterscheidet er sich von der Nachlassverwaltung, die die Interessen von Gläubigern wahrt und Nachlasspflegern, die im Interesse der Erben agieren.

Er sichtet in diesem Zuge die Unterlagen, nimmt notwendige Kündigungen von Verträgen vor, zahlt ausstehende Rechnungen und sorgt dafür, dass noch ausstehende Forderungen erhoben werden. Dabei sorgt er für die Einhaltung verbindlicher Fristen und regelt die notwendige Umschreibung von Konten und Grundstücken. Außerdem sorgt er dafür, dass der Hausstand des Verstorbenen aufgelöst wird und ggf. vorhandene Haustiere eine angemessene Unterbringung finden. Zuletzt kann er dann noch die Abgabe der notwendigen Erbschaftssteuererklärung vornehmen und die Erben auf diese Weise zusätzlich entlasten.

Zusammenfassend übernimmt der Testamentsvollstrecker folgende Aufgaben:

  • Sichtung von Unterlagen: Kündigung bestehender Verträge, Begleichung ausstehender Rechnungen, Erhebung offener Forderungen
  • Umschreibung von Konten und Grundstücken
  • Sicherung des Nachlasses
  • Erstellung eines Nachlassinventars
  • Auflösung des Hausstandes inklusive der Unterbringung von Haustieren
  • Abgabe der Erbschaftssteuererklärung gegenüber den Behörden

Dabei gilt: Je größer der Nachlass, desto sinnvoller ist die Berufung eines erfahrenen und für alle Beteiligten vertrauenswürdigen Testamentsvollstreckers. Bei Bedarf kann er die Testamentsvollstreckung auch über einen bestimmten Zeitraum vornehmen. Das kann sinnvoll sein, um zu verhindern, dass Erben einen Nachlass nach dem Erhalt schnell auflösen, etwa bei Familienunternehmen.

Schutz von Minderjährigen und Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen

Manch ein Erblasser bevorzugt die Weitergabe seines Nachlasses an seine Enkel statt der eigenen Kinder. In diesem Fall kann der Testamentsvollstrecker das Erbe vor dem Zugriff durch gesetzliche Vertreter oder das Vormundschaftsgerichts bewahren. Die Testamentsvollstreckung dient in einem solchen Fall dazu, ein ererbtes Vermögen bis zur Volljährigkeit des Erben zu bewahren.  

Ähnliches gilt, wenn das Erbe auf Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen übergeht, die in einem Heim leben. Oft fordert dann der zuständige Sozialhilfeträger die sofortige Auflösung des Erbes, um Kosten der Heimunterbringung und Versorgung zu begleichen. Auch hier kann eine Testamentsvollstreckung verhindern, dass ein Sozialhilfeträger unmittelbaren Zugriff auf das ererbte Vermögen des Behinderten erhält.

So funktioniert die Testamentsvollstreckung

Es gibt zwei Arten der Testamentsvollstreckung: Die Abwicklungstestamentsvollstreckung und die Verwaltungstestamentsvollstreckung. Die Abwicklungstestamentsvollstreckung gemäß § 2303 BGB sorgt für eine gerechte Verteilung des vererbten Gesamtvermögens. Der Testamentsvollstrecker handelt dann im Sinne des Erblassers. Die Testamentsvollstreckung reicht sogar soweit, dass ein Erbe auch weiterhin nicht frei über den Nachlass verfügen kann: Für bis zu dreißig Jahre kann auch ein Grundbucheintrag nach der Übertragung eines Grundstücks für einen Erben gesperrt werden. Die Verwaltungstestamentsvollstreckunggemäß § 2209 BGB hingegen dient dazu, einen begünstigten Erben dauerhaft abzusichern, der nach Ansicht des Erblassers nicht in der Lage ist, den ererbten Nachlass selbst zu verwalten – etwa weil der Erbe minderjährig ist oder aus unterschiedlichen Gründen nicht imstande, seine eigenen Interessen zu wahren.

Geeigneten Testamentsvollstrecker auswählen: So gehen Sie vor

Als Testamentsvollstrecker sollte aus Sicht des Erblassers nur eine Person in Frage kommen, die absolut vertrauenswürdig ist und über die notwendige fachliche Kompetenz verfügt, den Aufgaben eines Testamentsvollstreckers gegebenenfalls dauerhaft gerecht zu werden. Obwohl auch ein Erbe selbst als Testamentsvollstrecker für die Erbengemeinschaft in Frage kommt, ist die Wahl einer neutralen Person aus naheliegenden Gründen zu empfehlen. Auch empfiehlt es sich, einen Testamentsvollstrecker mit ausreichender juristischer Sachkenntnis einzusetzen. Es ist generell sinnvoll, eine eigene Vertrauensperson zu benennen, denn ist Testamentsvollstreckung angeordnet und kein Testamentsvollstrecker benannt, ernennt das zuständige Nachlassgericht eine unabhängige Person, die im Zweifel in keinem bekannten Verhältnis zu Erben und Erblasser steht. Darum ist es auch sinnvoll, neben der eigentlichen Vertrauensperson einen weiteren Testamentsvollstrecker einzusetzen, der diese Aufgabe wahrnimmt, wenn die erste Wunschperson nicht in der Lage ist ihrer Aufgabe nachzukommen.

Was kostet die Testamentsvollstreckung?

Ein Testamentsvollstrecker erhält eine dem Gesetz nach „angemessene“ Vergütung (§ 2221 BGB), allerdings ist nicht näher definiert, welcher Umfang als angemessen gilt. Darum empfiehlt es sich im Testament auch festzulegen, wie hoch die Tätigkeit des Testamentsvollstreckers vergütet werden soll. Der Deutsche Notarverein gibt folgende Empfehlung für die Vergütung der Tätigkeiten eines Testamentsvollstreckers:

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