Verfügung von Todes wegen: Testament und Erbvertrag
Was ist eine Verfügung von Todes wegen?
  • Sammelbegriff für letztwillige Erklärungen
  • Handschriftlich, öffentlich oder mündlich erklärbar

Verfügung von Todes wegen: Testament und Erbvertrag

Eine Verfügung von Todes wegen ist eine Anordnung, die Personen für den Fall ihres Todes treffen. Sie wird nach ihrem Tod wirksam. Ein Beispiel ist das Testament.

Die Verfügung von Todes wegen ist per Definition ein Sammelbegriff für die Willenserklärung natürlicher Personen im Sterbefall: In einer Verfügung von Todes wegen legt eine Person fest, was mit dem persönlichen Vermächtnis nach dem Ableben geschehen soll. In der Regel werden die Verfügungen erst nach dem Tod des Erblassers wirksam. Die Verfügung von Todes wegen können Sie handschriftlich, öffentlich oder mündlich vor Zeugen abgeben. Grundsätzlich bestimmen Sie im Rahmen einer Verfügung von Todes wegen völlig frei über Ihr Vermächtnis (§§ 1937, 1941 BGB).

Verfügung von Todes wegen: BGB

Gemäß dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) sind Testament und Erbvertrag Formen von Verfügungen des Todes wegen. Mit einer solchen Willensverfügung nehmen Sie bei Bedarf Einfluss auf die gesetzliche Erbfolge; das kann Bestimmungen hinsichtlich der erbberechtigten Personen, Enterbungen oder andere Auflagen beinhalten. Sie können einzelne Gegenstände aus Ihrem Nachlass an bestimmte Personen vermachen oder Bedingungen an die Erbschaft knüpfen. In einem Vermächtnis von Todes wegen können Sie darüber hinaus festlegen, wer das Sorgerecht für Ihre noch minderjährigen Kinder tragen soll.

Weitere Informationen zum Thema Erbengemeinschaft und Enterben finden Sie im Afilio-Lexikon sowie unserem Blogbeitrag.

Verfügung von Todes wegen: Besonderheiten

Im Folgenden geben wir einen Überblick über die verschiedenen Formen von Verfügungen von Todes wegen. Um eine letztwillige Verfügung aufzusetzen, die auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt ist, sollten Sie einen Fachanwalt für Erbrecht zu Rate ziehen.

Grundsätzlich ist zwischen zwei Formen der Verfügung von Todes wegen zu differenzieren: Der einseitigen Anordnung und dem zweiseitigen Vertrag. Die einseitige Anordnung wird meistens in Form eines Testaments erlassen, während der zweiseitige Vertrag einen Erbvertrag zwischen Erblasser und Erben meint.

Testament: Populärste Art der Verfügung von Todes wegen

Zwar wird das Testament gemeinhin mit der Verfügung von Todes wegen gleichgesetzt, es handelt sich hierbei aber nur um eine mögliche Art, den letzten Willen auszudrücken. Gemäß § 1937 BGB handelt es sich bei einem Testament um eine „letztwillige Verfügung“ und ist gleichzeitig die am weitesten verbreitete Form der Verfügung von Todes wegen.

Unterformen des Testaments:

  • Handschriftliches Testament gemäß § 2247 BGB:

Bei dieser Form des Testaments setzen Sie die Anordnung schriftlich per Hand auf und unterschreiben das Dokument ebenfalls eigenhändig. Diese Art der Willensbekundung ist ohne notarielle Beurkundung gültig.

  • Berliner Testament gemäß § 2267 BGB: Das Berliner Testament ist eine Sonderform des eigenhändigen Testaments, das Ehepartner gemeinsam aufsetzen. Hier reicht es aus, dass einer der Eheleute das Schriftstück handschriftlich aufsetzt und im Anschluss beide Partner unterschreiben, wobei der Mitunterzeichnende unbedingt die exakte Zeit- und Ortsangabe der Unterschrift angeben muss.
  • Öffentliches Testament gemäß § 2232 BGB: Der Erblasser teilt einem Notar seinen letzten Willen mit, welchen dieser verschriftlicht. Im Anschluss unterschreibt der Erblasser die Verfügung und der Notar beurkundet sie, damit sie rechtswirksam wird.
  • Nottestament gemäß §§ 2249 ff. BGB: Ein Noterlass ist, wie es der Begriff vermuten lässt, für Notfälle gedacht, beispielsweise wenn der Tod eines Erblassers unvorhergesehen in baldiger Zukunft eintreten wird. Damit ein Nottestament rechtswirksam ist, benötigt es zwar keinen Notar, aber entweder den Bürgermeister sowie zwei Zeugen (§ 2249 BGB) oder alternativ drei Zeugen (§§ 2250, 2251 BGB).

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Erbvertrag: Zweiseitige Anordnung zwischen Erblasser und Erben

Bei einem Erbvertrag treffen Erblasser und Erben eine zweiseitige Verfügung von Todes wegen, die Regelungen zur Erbschaft beinhaltet und notariell beurkundet werden muss. Ein Erbvertrag ist darüber hinaus nur mit dem Einverständnis aller Vertragsparteien aufhebbar, was insbesondere bei Erblassen, die an Auflagen geknüpft sind, für die Erben von Vorteil sein kann. Nicht selten ist beispielsweise das Erbe einer Immobilie an die häusliche Pflege der Eltern gebunden. Auch hier finden Sie bei uns eine Vorlage zum Erbvertrag.

Eröffnung einer Verfügung von Todes wegen

Die Eröffnung der Verfügung eines Erblassers findet statt, sobald das Nachlassgericht die Todesnachricht erhält oder ein Testament durch Dritte überreicht bekommt. Das Nachlassgericht lädt zur Eröffnung der Verfügung die gesetzlichen Erben und sonstigen Erbberechtigten ein oder führt eine „stille Eröffnung“ ohne geladene Personen durch. Die Beteiligten werden dann auf dem Postweg über den Inhalt der Verfügung informiert.