Vertrauensperson: Ihr Entscheider im Notfall
Wer ist als Vertrauensperson geeignet?
  • Eine Vertrauensperson will mit Bedacht ausgewählt sein. Sie trifft wichtige Entscheidungen, wenn Sie nicht mehr in der Lage dazu sind.
  • Was zeichnet eine Vertrauensperson aus und wie finden Sie den richtigen Vertreter für Ihre Belange? Wir klären auf.

Vertrauensperson: Ihr Entscheider im Notfall

Eine Vertrauensperson ist im Rahmen der persönlichen Vorsorge jemand, der in Frage kommt, um einen Betroffenen in einer kritischen Lebenslage zu vertreten.

Im Notfall eine Vertrauensperson an der eigenen Seite zu wissen ist von großer Bedeutung: Jeder Mensch kann unvorhergesehen in eine Lage kommen, in der er nicht mehr selbst handlungsfähig ist und einen zuverlässigen Dritten benötigt, der in seinem Sinne Entscheidungen fällt. Egal, ob es sich um finanzielle Belange handelt, Entscheidungen über die weiterführende Behandlung im Krankenhaus oder die Auswahl eines geeigneten Pflegeheims – eine Vertrauensperson ist im Ernstfall der Entscheider für existenzielle Fragen - etwa im Rahmen einer Vorsorgevollmacht oder bei der Testamentsvollstreckung. Umso wichtiger ist es, die Vertrauensperson mit Bedacht zu wählen, um Missbrauch vorzubeugen und sicherzustellen, dass die eigenen Interessen auch dauerhaft gewahrt bleiben.

Unsere Definition einer Vertrauensperson

Da es keinen umfassenden, verbindlichen Standard für die Definition einer Vertrauensperson gibt, wollen wir Ihnen an dieser Stelle mit unserer Definition eine Handreichung leisten: Eine Vertrauensperson ist nach unseren Maßstäben eine volljährige, geschäftsfähige Person, die (idealerweise fachlich) geeignet ist, Sie notwendigenfalls auch dauerhaft in Rechtsgeschäften zu vertreten oder Ihre Interessen zu wahren. Je nach Kompetenzbereich hat die Vertrauensperson die Befugnis, Entscheidungen zur medizinisch-gesundheitlichen Behandlung, zur Unterbringung oder in anderen rechtlich relevanten Bereichen im Sinne desjenigen zu fällen, der sie für eine bestimmte Aufgabe eingesetzt hat (etwa als Bevollmächtigten, Betreuer oder Testamentsvollstrecker).

Diese Aufgaben kann eine Vertrauensperson übernehmen

Für die folgenden Arten von Vollmachten, Verfügungen und Aufgaben kommt eine Vertrauensperson in Frage:

Vorsorgevollmacht:

Bevollmächtigte im Rahmen einer Vorsorgevollmacht sind befugt, Entscheidungen hinsichtlich Ihrer medizinisch-gesundheitlichen Vorsorge, Ihres Vermögens sowie anfallender Rechtsgeschäfte zu treffen.

Generalvollmacht:

Eine Generalvollmacht befugt den Vertreter für Entscheidungen in sämtlichen Angelegenheiten – erfahren Sie hier, worin der Unterschied zwischen Vorsorge- und Generalvollmacht besteht.

Betreuungsverfügung:

Mit einer Betreuungsverfügung legen Sie fest, wer bei Bedarf Ihr gesetzlicher Betreuer sein soll – die Betreuung überwacht das Vormundschaftsgericht.

So wählen Sie eine Vertrauensperson aus

Wählen Sie jemanden als Vertrauensperson, dem Sie umfänglich vertrauen. Häufig handelt es sich dabei um Menschen, die Sie seit vielen Jahren kennen und die mit Ihren Wünschen und Vorstellungen ebenfalls vertraut sind und wissen, was Ihnen wichtig ist. Entscheiden Sie sich für eine Person, die in schwierigen Situationen besonnen reagiert, sich vor einer Entscheidung gut informiert und in der Lage ist, verschiedene Interessen objektiv gegeneinander abzuwägen. Darüber hinaus sollte eine Vertrauensperson kooperativ, kommunikativ und willensstark sein. Je nach Auftrag ist die Person Ansprechpartner der behandelnden Ärzte im Krankenhaus (was Sie außerdem vorbereiten sollten, finden Sie in unserer "Checkliste Krankenhausaufenthalt"), in dem Sie behandelt werden, für die Pflegeeinrichtung, in der Sie untergebracht sind oder für das Geldinstitut, wo Ihr Vermögen liegt – deshalb sollte die Vertrauensperson vor Ort und erreichbar sein. Benennen Sie für den Fall, dass Ihre Vertrauensperson verhindert ist, einen geeigneten Vertreter, der ebenfalls Ihr vollstes Vertrauen genießt. Sie können auch mehrere Personen als Bevollmächtigte einsetzen oder eine Person als Bevollmächtigten und eine weitere als "Ersatz"-Betreuer für den Notfall.

Wie benenne ich eine Vertrauensperson für eine Aufgabe?

Grundsätzlich können Sie jede volljährige und geschäftsfähige Vertrauensperson als Bevollmächtigten, Betreuer oder als Testamentsvollstrecker benennen. Sie setzen ein Schriftstück auf, das den Kompetenzbereich der Vertrauensperson exakt festlegt. Bedenken Sie dabei: Sobald beide Vertragsparteien die Vollmacht unterschrieben haben, kann der Bevollmächtigte Entscheidungen treffen. Sprechen Sie mit der Person Ihrer Wahl rechtzeitig über Ihr Vorhaben, Ihre Vorstellungen und die damit verbundene Verantwortung. Beiderseitiges Vertrauen und das Wissen, wie in einer kritischen Situation miteinander umzugehen ist, ist das beste Fundament für eine gelungene Vertretung.

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