Brückenpflege: Betreuung von Schwerstkranken in den eigenen vier Wänden

July 30, 2019
2019-07-30
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Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Pflegekräfte der Brückenpflege und Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung begleiten und versorgen todkranke Patienten in der letzten Lebensphase, unabhängig von der Art der Erkrankung.
  • Patienten und Angehörige werden durch alle Krankheitsstadien hindurch betreut – bis hin zum Sterben in gewohnter Umgebung. Die Brückenpflege ermöglicht den Übergang von der stationären zur häuslichen Versorgung und erspart den Patienten so lange Krankenhausaufenthalte.

Das Hospiz- und Palliativgesetz (HPG) gilt seit 8. Dezember 2015 und gewährleistet eine bessere Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland. Das HPG vereint Maßnahmen zur medizinischen, pflegerischen und psychologischen Versorgung Schwerstkranker sowie deren Angehöriger. Seit dem 1. April 2017 sind die individuellen Leistungsansprüche der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) Bestandteil des Sozialgesetzbuches V: Mit Inkrafttreten haben alle Versicherten mit hoher Pflegebedürftigkeit Anspruch auf diese Form der häuslichen Versorgung. Die meisten Bundesländer verfügen mittlerweile über SAPV-Strukturen, wenngleich der Ausbau nicht überall in gleicher Geschwindigkeit voranschreitet. Bei uns erfahren Sie alles Wissenswerte rund um die Brücken- und Palliativpflege.

Palliative Care: Ganzheitliche Betreuung Schwerstkranker und Angehöriger

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definierte die Palliative Pflege im Jahr 2002 als

„Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Familien, die mit Problemen konfrontiert sind, welche mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung einhergehen. Dies geschieht durch Vorbeugen und Lindern von Leiden durch frühzeitige Erkennung, sorgfältige Einschätzung und Behandlung von Schmerzen sowie anderen Problemen körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art.“

Palliativpflege findet in unterschiedlichen Bereichen Anwendung: Im Krankenhaus, im Pflegeheim oder in häuslicher Umgebung. Der WHO zufolge sind folgende Aufgaben und Überzeugungen charakteristisch für das Selbstverständnis der Palliativmedizin:

  • Schmerzlinderung und Linderung belastender Krankheitssymptome
  • Lebensbejahende Grundhaltung, die das Sterben als normalen Prozess annimmt
  • Der Tod wird weder beschleunigt noch verzögert
  • Integration psychologischer und spiritueller Ansätze zur ganzheitlichen Betreuung der Patienten und Angehörigen unter Beachtung der individuellen Bedürfnisse; bei Bedarf auch Trauerbegleitung
  • Förderung der Lebensqualität der Erkrankten bis zum Tod, positives Einwirken auf den Krankheitsverlauf

Brückenpflege – was ist das?

Die Pflegekräfte der Brückenpflege und Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung begleiten und versorgen todkranke Patienten in der letzten Lebensphase, unabhängig von der Art der Erkrankung. Patienten und Angehörige werden durch alle Krankheitsstadien hindurch betreut – bis hin zum Sterben in gewohnter Umgebung. Die Brückenpflege ermöglicht den Übergang von der stationären zur häuslichen Versorgung und erspart den Patienten so lange Krankenhausaufenthalte.

Brückenpflege: Schwerpunkt und Ziele

Ziel der Brückenpflege ist es, den letzten Lebensabschnitt unheilbar kranker Menschen und Sterbender so angenehm wie möglich zu gestalten. Examinierte Krankenpfleger und Krankenschwestern, die eine Zusatzausbildung in Palliative Care absolviert haben, betreuen Patienten mit unterschiedlichen Erkrankungen. Oberstes Gebot ist, bis zu ihrem Tod ein möglichst hohes Maß an Lebensqualität der Patienten zu gewährleisten. Die Pflegekräfte bereiten hierfür die Entlassung aus dem Krankenhaus vor und koordinieren alle beteiligten Dienste: Die behandelnden Ärzte, Sozialstationen, Pflegedienste und der SAPV arbeiten Hand in Hand mit den Angehörigen, um die stationäre Behandlung auf ein Minimum zu beschränken.

Leistungen der Brückenpflege im Überblick

Die Brückenpflegekräfte beraten Patienten und Angehörige bei medizinischen Fragen und helfen bei der Bewältigung psychischer Belastungen und Ängste, die mit Erkrankungen einhergehen. Die Pflegekräfte sind darüber hinaus das Bindeglied zwischen allen Beteiligten und stellen insbesondere für Betroffene und deren Familien eine wichtige Bezugsperson dar. Die Pflegekräfte erbringen im Einzelnen folgende Leistungen:

  • Symptomkontrolle in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt
  • Schmerz- und Ernährungstherapie
  • Zur Verfügungstellung medizintechnischer Geräte, wie beispielsweise Schmerzpumpen
  • Dokumentation des Krankheitsverlaufs
  • Organisation und Koordination der pflegerischen und ärztlichen Versorgung
  • regelmäßige Hausbesuche und telefonische Hilfestellung, in der Regel 24 Stunden pro Tag in Rufbereitschaft
  • Krisenintervention, zum Beispiel bei akuter Überforderung der Angehörigen oder plötzlicher Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Patienten
Brückenpflege: Zwischen stationärer und ambulanter VersorgungAfilio Logo
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