Checkliste Krankenhausaufenthalt: So bereiten Sie sich vor

Checkliste Krankenhausaufenthalt: So bereiten Sie sich vor

Ein Krankenhausauftenhalt ist ein einschneidendes Erlebnis. Mit unserer Checkliste bereiten Sie sich stressfrei auf die Zeit in der Klinik vor.

Johannes Kuhnert
Johannes Kuhnert
15.08.2019
Das Wichtigste in Kürze:
  • Organisieren Sie Ihren Krankenhausaufenthalt rechtzeitig. Denn nicht nur was im Krankenhaus geschieht ist in den nächsten Tagen entscheidend. Auch Familie, Haushalt und Beruf wollen im Vorfeld organisiert sein.
  • Sorgen Sie dafür, dass wenigstens ein Angehöriger außerhalb der Klinik über Ihren derzeitigen Aufenthalt informiert ist.
  • Im Krankenhaus selbst sollten Sie Ihre wichtigsten persönlichen und medizinischen Unterlagen genauso dabei haben wie notwendige Kleidung, Bad- und Hygieneartikel und Möglichkeiten zur Ablenkung.
  • Klären Sie im Vorfeld welche Maßgaben zur Handynutzung gelten.
  • Verschaffen Sie sich mit einer Patientenverfügung Sicherheit für den Umfang Ihrer Behandlung. Setzen Sie idealerweise auch eine Vorsorgevollmacht auf, um sicherzustellen, dass Ihre Interessen gewahrt bleiben, wenn Ihre Behandlung mehr Zeit in Anspruch nehmen sollte.

Ob medizinischer Eingriff, Reha oder Beobachtung: Ein Krankenhausaufenthalt ist für die meisten Menschen ein einschneidendes Erlebnis. Mit unserer Checkliste bereiten Sie sichstressfrei auf die Zeit in der Klinik vor. Wir erklären Ihnen, was Sie auf jeden Fall mitbringen sollten, was Ihre Zeit im Krankenhaus erleichtert und was Sie für einen Klinikaufenthalt nicht benötigen. Wenn Sie weitere Informationen benötigen, können Sie sich zusätzlich auch immer an die Patientenaufnahme Ihres behandelnden Krankenhauses wenden.

Das sollten Sie vor Ihrem Krankenhausaufenthalt regeln

  • Informieren Sie Angehörige, Nachbarn und Freunde über Ihren bevorstehenden Krankenhausaufenthalt. Selbstverständlich sollte auch Ihr Arbeitgeber rechtzeitig ins Bild gesetzt werden oder - falls Sie bereits Pflegesachleistungen in Anspruch nehmen, auch Ihr Pflegedienst.
  • Bei einem Notfall können Sie die Stationsleitung bitten, Kontakt mit ihren nächsten Angehörigen aufzunehmen. Angehörige oder Freunde können Sie anschließend mit den wichtigsten persönlichen Gegenständen versorgen und ggf. andere Dinge in Ihre Obhut nehmen, die Sie nicht im Krankenhaus benötigen (Arbeitsmaterialien, Notebook, Autoschlüssel z.B.)
  • Sorgen Sie rechtzeitig dafür, dass Ihre Familie für die Zeit Ihres Klinikaufenthalts versorgt ist. Vor allem Alleinerziehende sollten sich rechtzeitig um Unterstützung kümmern oder dafür sorgen, dass die eigenen Kinder für die Dauer der Behandlung im Krankenhaus untergebracht sind. Wer sicherstellen will, dass die eigene Familie während der eigenen Abwesenheit gut versorgt ist, kann auch eine Haushaltshilfe für den betreffenden Zeitraum beauftragen.
  • Denken Sie auch an Haustiere und Pflanzen. Alleinstehende sollten einen zusätzlichen Wohnungsschlüssel bei einer Vertrauensperson deponieren, die nicht nur die Tiere füttert und Blumen gießt, sondern auch den Briefkasten regelmäßig leert.
  • Prüfen Sie ob Ihre Konten ausreichend Deckung für laufenden Kosten aufweisen, etwa wenn die monatlichen Beiträge für Miete, Strom, Gas und Telefon in der Zeit der eigenen Abwesenheit abgebucht werden.
  • Sagen Sie alle ausstehenden Termine in der Zeit Ihres Klinikaufenthalts ab. Verschieben Sie sie idealerweise auf einen Zeitpunkt rund zwei Wochen nach Ihrer Entlassung. So haben Sie genug Zeit wieder in den Alltag zu finden.
  • Für alle Fälle: Stellen Sie mit einer Patientenverfügung sicher, dass Sie im Ernstfall genau die Behandlung bekommen, mit der Sie einverstanden sind und sorgen Sie mit einer Vorsorgevollmacht dafür, dass ein Bevollmächtigter Ihre Interessen wahrt, wenn Sie dazu zeitweilig oder längerfristig nicht in der Lage sind. Als Minimalabsicherung raten wir zur Betreuungsverfügung.

Diese Unterlagen und Dinge brauchen Sie im Krankenhaus

Persönliche Dokumente

  • Krankenversicherungskarte
  • Kostenübernahme durch Kranken- oder Rentenversicherung
  • Personalausweis
  • Kontaktadressen und Telefonnummern von Angehörigen oder Freunden

Medizinische Unterlagen und Vorsorgedokumente

  • Einweisung des Hausarztes als Verordnung zur Krankenhausbehandlung
  • Befund, Arztbrief, Röntgenbilder falls vorhanden
  • Liste aller aktuell eingenommenen Medikamente, ggf. auch eine Dosis aller regelmäßig eingenommenen Medikamente für die ersten Tage
  • Impfpass
  • Röntgenpass, Allergieausweis und ggf. Prothesenpass
  • Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und / oder Betreuungsverfügung

Bekleidung und Schuhwerk

  • Bequeme Freizeitkleidung für den Aufenthalt auf der Station
  • Straßenkleidung für den Tag der Entlassung
  • Unterwäsche für alle Tage des Aufenhalts
  • Strümpfe und Socken
  • Pyjama, Schlafanzug
  • Bademantel
  • Hausschuhe
  • Sportkleidung und Sportschuhe, wenn Krankengymnastik oder Bewegungsrehabilitation geplant ist

Wasch- und Toilettenartikel

  • Handtuch / Waschlappen
  • Zahnbürste und Zahnpasta
  • Shampoo und / oder Duschgel
  • Kamm oder Haarbüste
  • Deodorant
  • Gesichtscreme
  • Schminkzeug
  • Nagelschere,Nagelfeile
  • Rasierutensilien
  • Haarfön
  • Hygieneartikel wie Tampons oder Binden
  • Handspiegel für den Nachttisch

Weitere Gegenstände

  • Brille
  • Hörgerät
  • Gehilfe
  • Prothesen
  • Bücher, Zeitschriften
  • ggf. Tablet, CD-Spieler, Batterien, Ladegerät und oder / Powerbank
  • Kopfhörer
  • Bargeld (kleinere Barbeträge für eine Telefkonkarte oder Cafeteria-Artikel)

Handynutzung im Krankenhaus

Die Nutzung von Handys und Smartphones im Krankenhaus ist bis heute nicht allgemein verbindlich geregelt. Während einige Klinikbetreiber mittlerweile großzügige Regelungen zur Nutzung des eigenen Smartphones erlassen haben, gilt in der Akutmedizin nach wie vor häufig ein absolutes Handyverbot. Auch in intensivmedizinischen Ruhebereichen verbietet sich die Handynutzung zumeist aus naheliegenden Gründen. Generell unproblematisch ist üblicherweise die Handynutzung im Außenbereich von Krankenhäusern. Wer jedoch auch innerhalb des Krankenhausgebäudes telefonieren möchte, sollte idealerweise vorab mit der Patientenaufnahme klären, ob und wo Restriktionen zur Nutzung des eigenen Tablets, Handys oder Smartphones gelten und wo die Nutzung generell freigebeben ist.

Hintergrund: Neben organisatorischen Gründen oder um die Genesung der Patienten zu begünstigen ist vor allem die von Smartphones, Handys und Tablets ausgehende elektromagnetische Strahlung (EMV) ausschlaggebend für Nutzungsverbote in Kliniken. Damit soll erreicht werden, dass empfindliche medizinische Geräte keinen unnötigen Störungsrisiken ausgesetzt sind. Fachleute raten heute zu einem Sicherhheitsabstand von wenigstens einem Meter zwischen Strahlenquelle und dem möglicherweise beeinträchtigten Gerät.

Was benötigen Sie im Krankenhaus nicht?

  • Haustiere
  • Fernsehgeräte(!)
  • Größere Geldbeträge
  • Teurer Schmuck