Christliche Patientenvorsorge - Was ist zu beachten?

February 11, 2019
2019-02-11

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wer eine christliche Patientenverfügung möchte, findet online viele Mustervorlagen. Diese unterscheiden sich nicht von einer regulären, rechtskräftigen Patientenverfügung. Vielmehr sollten Patienten und Vollmachtgeber bei der Erstellung Hilfe erhalten, welche Fragen es zu beantworten gilt und inwiefern die gegebenen Möglichkeiten moralisch dem christlichen Glauben entsprechen.

Viele Menschen in Deutschland gehören dem christlichen Glauben an und praktizieren diesen auch aktiv in ihrem Alltag. Es ist also nur verständlich, dass man in Gesundheit und Krankheit von seiner Religion geleitet werden möchte und ihr entsprechend zu handeln versucht.

Die christliche Patientenvorsorge, darunter fällt auch die christliche Patientenverfügung, ist vom Leitbild des Christentums inspiriert und hat zum Ziel, die Würde eines Menschen zu wahren und ein Gleichgewicht zwischen Selbstbestimmung des Patienten und Fürsorge für eben diesen zu schaffen. Wer sich mit der christlichen Patientenverfügung beschäftigt, tritt damit der Diskussion der Frage bei, ob es moralisch vertretbar ist, alle Möglichkeiten der Behandlung auszuschöpfen, selbst wenn die Würde des Patienten dadurch nicht gewahrt werden kann. Es entspricht sowohl dem Wunsch der katholischen als auch der evangelischen Kirche, das Leben eines Menschen als lebenswert zu erhalten. Fraglich ist jedoch, ob es dem christlichen Glauben entspricht, wenn bestimmte Behandlungsmaßnahmen den Sterbeprozess hinauszögern können.

Worin unterscheidet sich die christliche Patientenverfügung?

Wer sich also dafür entscheidet, eine christliche Patientenverfügung zu erstellen, erhält damit kein verändertes Formular oder eine generelle Lösung. Vielmehr sollen die gegebenen Hinweise zum Nachdenken anregen, sodass jeder Mensch für sich entscheiden kann, welcher Weg seinen Glauben am besten ausdrückt.

Eine Frage, die sich bei der Erstellung einer christlichen Patientenverfügung stellt, ist die nach dem richtigen Handeln im Falle eines Wachkomas. Der christliche Glaube unterstützt die Entscheidung zur Beendigung von Behandlungen und Therapien, wenn der Patient im Sterben liegt, jedoch zählt dieser vegetative Zustand nicht zum Sterbeprozess. Es steht außer Frage, dass Patienten im Wachkoma weiterhin behandelt und umsorgt werden sollen. Fraglich ist jedoch, ob man in Ihrem Namen die Frage, auch bei einer akuten Zweiterkrankung weiterzubehandeln, positiv beantworten darf. Insbesondere mit dem Risiko, den vegetativen Zustand so zu verlängern.

Auch der Umgang mit der Demenz ist ein komplexes Thema, für welches keine einheitliche Lösung gefunden werden kann. Denn obwohl durch den nervlichen Abbau im Gehirn für viele Menschen ein großer Teil ihrer Würde verloren geht, sind Patienten mit Demenz auf emotionaler Ebene zu erreichen, empfinden Lebensfreude und Glück und kommunizieren dies auch. Letztendlich ist Demenz dennoch eine unheilbare, chronisch fortschreitende Krankheit, die zum Tod führt und somit bleibt die Frage bestehen, ab welchem Stadium auf eine Therapie verzichtet werden soll oder nicht.

Kirchen ermutigen in der christlichen Patientenvorsorge dazu, sich auch mit dem Gedanken der Organspende auseinanderzusetzen und sich im Zuge der Nächstenliebe als Spender zur Verfügung zu stellen.


Was ist bei der Erstellung zu beachten? 

Beschäftigen Sie sich während der Erstellung Ihrer Vorsorgedokumente intensiv mit diesen Fragen und versuchen Sie auch im Bezug auf Therapien und Ihr Leben im Alter oder im Pflegefall Wege zu finden, wie Sie Ihr Leben mit dem höchstmöglichen Maß an Lebensqualität fortsetzen zu können. Wer eignet sich als fürsorglicher Betreuer? Welche Fähigkeiten die Sie derzeit als selbstverständlich erachten, machen Ihr Leben lebenswert? Inwieweit sind Sie bereit, Freiheiten auch aufzugeben?


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