Erbschaftssteuer: Freibetrag - wer zahlt was?

Das ist zu zahlen!
July 10, 2018
Sarah Lange
Nachlassplanung & Bestattungsvorsorge

Das Wichtigste in Kürze:

  • Das Erbschaftssteuergesetz teilt die Erben in drei Steuerklassen ein, die an den Grad der Verwandtschaft geknüpft sind. Je nach Steuerklasse sind auch die Freibeträge und Steuersätze unterschiedlich.
  • Erbschaftssteuer ist nur für die Differenz des Werts des Erbes und des Freibetrags zu entrichten. Liegt Ihr Erbe innerhalb der Grenzen Ihres Steuerklassenfreibetrags, ist keine Erbschaftssteuer fällig.

Unabhängig davon, ob Sie selbst erben oder Ihren Nachlass planen möchten, ist es sinnvoll sich mit dem Thema Erbschaftssteuer zu beschäftigen. Sind Sie jedoch Erbe, müssen Sie dies innerhalb von drei Monaten dem Finanzamt melden und gegebenenfalls eine Erbschaftssteuererklärung anfertigen, sollte eine Erbschaftssteuer auf Sie zukommen. 

Freibetrag: Wer zahlt was?

Ob die Hinterbliebenen eine Erbschaftssteuer zahlen müssen, hängt jedoch davon ab, ob das Erbe einen gewissen Freibetrag übersteigt. Ist dem nicht so, fällt auch keine Erbschaftssteuer an. Grundsätzlich teilt das Gesetz die Erben in drei Steuerklassen auf, mit unterschiedlichen Freibeträgen. Geht der Wert des Erbes darüber hinaus, wird eine Steuerzahlung mit unterschiedlich hohen Steuersätzen verlangt, jedoch nur für die Differenz zwischen Wert der Erbschaft und Freibetrag.

Generell gilt: Je näher der Erbe mit dem Verstorbenen verwandt ist, desto höher ist sein Erbschaftssteuer Freibetrag und desto niedriger fällt seine Steuerlast aus. Zu den normalen Freibeträgen kommen unter Umständen weitere für Hausrat und persönliche Gegenstände hinzu. Der hinterbliebene Ehepartner kann zusätzlich einen Versorgungsfreibetrag von bis zu 256 000 Euro geltend machen. Gemindert wird diese Summe um den Kapitalwert von Rentenleistungen, wie beispielsweise der Witwenrente. Auch Kinder können bis zum 27. Lebensjahr je nach Alter einen Versorgungsfreibetrag von 10 300 Euro bis 52 000 Euro erhalten.   

  

Erbschaftssteuer Freibetrag Tabelle

  

Über dem Erbschaftssteuer Freibetrag: Wie hoch sind die Steuersätze?

Der Steuersatz hängt von zwei Faktoren ab: Der Steuerklasse des Erben und der Höhe des steuerpflichtigen Erbes und steht somit wieder in Zusammenhang mit der Verwandtschaft zwischen Erblasser und Begünstigten. Für den Teil des Erbes, der den Erbschaftssteuer Freibetrag übersteigt, zahlen Erben der Steuerklasse I zwischen 7 und 30 Prozent Steuern, Erben der Steuerklasse II Sätze zwischen 15 und 43 Prozent und diejenigen der Steuerklasse III trifft es mit 30 bis 50 Prozent am härtesten.

 

Steuertabelle Erbschaftssteuer

   

Wichtig: Teuer wird es auch bei unverheirateten Paaren, denn sie zählen wie alle Nichtverwandten zur Steuerklasse III und müssen somit die höchsten Steuersätze zahlen! 

Unabhängig vom persönlichen Freibetrag können Ehepartner und Kinder das selbstgenutzte Familienheim steuerfrei Erben, unter der der Voraussetzung, dass sie anschließend noch mindestens zehn Jahre in der Wohnung oder dem Haus leben. Ansonsten wird bei einem früheren Auszug auch im Nachhinein noch Erbschaftssteuer fällig. Diese Regelung gilt nicht für Zweit- und Ferienwohnungen, dort ist in jedem Falle eine Erbschaftssteuer zu zahlen. Erben Kinder das Elternhaus, ist dies nur steuerfrei, solange die Wohnfläche unter 200 Quadratmetern liegt. Darüber hinaus gehende Flächen müssen ebenfalls versteuert werden.

 

Erbschaftssteuer Wertermittlung Tabelle

  

Die Meldung eines Erbes muss innerhalb von drei Monaten beim Finanzamt eingehen und kann über ein formloses Schreiben erfolgen.

Folgende Angaben müssen jedoch enthalten sein:

  • Name, Steueridentifikationsnummer, Beruf und Wohnung vom Erblasser und Erben
  • Todestag und Sterbeort
  • Grund des Erbens (gesetzliche Erbfolge, Testament, Vermächtnis)
  • Persönliches Verhältnis zum Verstorbenen, beispielsweise Verwandtschaft
  • Frühere Zuwendungen

Wenn die Überprüfung des Finanzamtes ergibt, dass Steuern gezahlt werden müssen, ist eine Erbschaftssteuererklärung fällig. Gibt es mehrere Erben, können sie eine gemeinsame Erklärung einreichen. Die Frist beträgt mindestens einen Monat.

  

Häufig gestellte Fragen

Was ist Erbschaftssteuerpflichtig?

Generell ist jeder Zugewinn erbschaftssteuerpflichtig. Das gilt für gesetzliche, testamentarische oder erbvertragliche Erbfälle, ebenso wie für Vermächtnisse.

Wen betrifft die Erbschaftssteuer?

Jeder, dem etwas vermacht wurde, ist von der Erbschaftssteuer betroffen. Doch je nach Steuerklasse (I, II, III) und Freibetrag dieser, kann die Zahlung einer Erbschaftssteuer entfallen. Dabei gilt: Je näher das Verwandtschaftsverhältnis zum Erblasser, desto höher der Freibetrag.

Woran hängt die Steuerklasse?

Zur Steuerklasse I gehören der Ehepartner, Kinder und deren Nachkommen, sowie die Eltern, Großeltern und Urgroßeltern. Geschwister, Nichten und Neffen, Schwiegerkinder, sowie -Eltern, Stiefeltern und geschiedene Ehepartner gehören zur Steuerklasse II. Onkel, Tanten, Lebensgefährten und andere sind der Steuerklasse III zuzuordnen.

Wie hoch sind die Freibeträge?

Sowohl für die Steuerklasse II als auch für Steuerklasse III liegt der allgemeine Freibetrag bei 20 000 Euro und noch einmal 12 000 Euro für Hausrat und andere Güter. In der Steuerklasse I wird ebenfalls noch zwischen Verwandtschaftsverhältnissen differenziert. Der allgemeine Freibetrag für Ehepartner liegt bei 500 000 Euro und weiteren 256 000 Euro als Versorgungsfreibetrag. Kinder, Adoptivkinder und Stiefkinder dürfen bis zu 400 000 Euro steuerfrei erben, hinzu kommt je nach Alter (0-27 Jahren) ein Versorgungsfreibetrag von 10 300 Euro bis 52 000 Euro. Enkel und Stiefenkel haben einen Freibetrag von 200 000 Euro, Urenkel, Eltern, Großeltern und Urgroßeltern von 100 000 Euro. Hinzu kommen für die Steuerklasse I noch 12 000 Euro für andere Güter, sowie 41 000 Euro für Hausrat.

Was kann man von der Erbschaftssteuer absetzen?

Nichts. Die Erbschaftssteuer gilt als Personensteuer und kann auch nicht bei der Einkommensteuer steuermindernd geltend gemacht werden.

Kann man die Erbschaftssteuer mit einer Schenkung umgehen?

Nein, auch bei einer Schenkung noch zu Lebzeiten, fällt eine Schenkungssteuer an. Die Freibeträge unterscheiden sich nicht von den Freibeträgen der Erbschaftssteuer.

  

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