Private Pflegeversicherung: Pflegelücke schließen

Private Pflege­versicherung: Pflegelücke schließen

Die gesetzliche Pflege­versicherung deckt nicht alle Kosten der stationären oder ambulanten Pflege. Eine Pflegezusatzversicherung kann Leistungslücken schließen.

Johannes Kuhnert
Johannes Kuhnert
21.08.2018
Das Wichtigste in Kürze:
  • Da die gesetzliche Pflegeversicherung nicht alle anfallenden Kosten der Pflege übernimmt (sog. Pflegelücke), müssen Betroffene und Angehörige Teile der Kosten selbst tragen.
  • Erst wenn Betroffene und Angehörige die Kosten weder aus ihrem Einkommen noch aus ihrem Vermögen tragen können, trägt das Sozialamt die verbleibenden Auslagen.
  • Eine private Pflegeversicherung, bzw. Pflegezusatzversicherung ist eine Absicherung, die die Leistungslücke schließt und das eigene Vermögen schützt.
  • Dabei gibt es drei Arten der Pflegeversicherung: Die Pflegetagesgeldversicherung, die Pflegekostenversicherung und die Pflegerentenversicherung. Alle drei bieten verschiedene Möglichkeiten zur Vorsorge.

Was ist eine private Pflegeversicherung?

Pflegebedürftigkeit kann jeden treffen. Eine der größten Herausforderungen bei so gut wie jedem Pflegefall ist die finanzielle Seite. Denn die 1995 eingeführte gesetzliche Pflegeversicherung ist eine Teilkaskoversicherung. Die Differenz zu den tatsächlichen Gesamtkosten (also die sog. Pflegelücke) müssen Pflegebedürftige und / oder ihre Familien selbst aufbringen. Egal ob stationäre Unterbringung im Pflegeheim oder persönliche Betreuung durch ambulante Pflege zuhause - ohne zusätzliche Absicherung müssen Betroffene und pflegende Angehörige oft auf Ersparnisse zurückzugreifen. Dabei werden bis Ende 2019 auch erwachsene Kinder zur Zahlung anfallender Kosten herangezogen (sog. Elternunterhalt), das unantastbare Schonvermögen beträgt derzeit (Stand August 2019) lediglich 5000€.

Zwar hat die Bundesregierung das ab 2020 greifende Angehörigen-Entlastungsgesetz verabschiedet; Kinder oder Eltern von Pflegebedürftigen sind ab 2020 erst ab einem jährlichen Nettoeinkommen von 100.000€ dazu verpflichtet, für die Pflege ihrer Angehörigen aufzukommen - das verhindert jedoch nicht, dass der oder die Pflegebedürftige selbst auch in Zukunft noch zum Sozialhilfefall werden kann. Eine Pflegezusatzversicherung ist auch weiterhin die beste Möglichkeit, die Leistungslücke zu schließen. Eine private Pflegeversicherung kann etwa die belegbaren Kosten der Pflege übernehmen oder einen pauschalen Betrag zur freien Verfügung auszahlen. Dabei wird im Vorfeld eine klassische Risikoversicherung abgeschlossen, eine zusätzliche Kapitalertragsdeckung aufgebaut oder ein staatlicher Zuschuss gewährt. Wir stellen die unterschiedlichen Arten der privaten Pflegeversicherung in diesem Artikel genauer vor:

Welche Möglichkeiten zur zusätzlichen Absicherung gibt es?

Am bekanntesten sind vier Arten der privaten Absicherung:

  1. Pflegekostenversicherung
  2. Pflegetagegeldversicherung
  3. Pflegerentenversicherung
  4. Pflege-Bahr

Bei den ersten drei Versicherungsarten ist die Höhe der Versicherungsprämie abhängig von Gesundheitszustand und Alter des Betroffenen zum Zeitpunkt des Antrags. Je jünger und gesünder der Versicherungsnehmer ist, desto geringer fallen die zu zahlenden Prämien aus. Anders der Pflege-Bahr, die staatlich geförderte Pflegetagegeldversicherung: Bei ihr ist der Gesundheitszustand des Versicherten unerheblich für die Beitragshöhe, lediglich das Alter wird zur Beitragsbemessung herangezogen.

Für wen ist eine private Pflegeversicherung sinnvoll?

Egal für welche Versicherungsart Sie sich letztlich entscheiden; eine zusätzliche Absicherung ist sinnvoll für alle ab 40, und zwar nicht nur, wenn Sie Familie haben, sondern auch für Alleinstehende. Folgende Aspekte sollten bei der Planung der gesundheitlichen Altersvorsorge berücksichtigt werden

  • Wie hoch sind meine Rücklagen? Kann ich eigene Ersparnisse bis zum Alter aufbauen?
  • Wie finanziere ich meinen Lebensstandard auch im Alter?
  • Bin ich in der Lage mögliche Zusatzkosten als Pflegefall abzufedern?
  • Habe ich Angehörige, Familie und / oder Kinder, die mich im Ernstfall pflegen würden?
  • Bin ich in der Lage, eine Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung oder Seniorenresidenz zu finanzieren, falls nötig

Für jüngere Versicherte

Auch in jüngeren Jahren ist es möglich, eine private Zusatzversicherung für die Pflege im Alter abzuschließen. Allerdings stehen für Menschen zwischen 25 und 40 Jahren häufig andere Versicherungsaspekte häufig im Vordergrund: Wer eine Familie gründet, sollte zunächst über eine Berufsunfähigkeitsversicherung, eine Risikolebensversicherung oder eine zusätzliche Absicherung bei Arbeitslosigkeit nachdenken.

Für ältere Versicherte

Die zusätzliche Absicherung für die Pflege ist auch für ältere Versicherungsnehmer sinnvoll. Allerdings sind die Beiträge in einer späteren Lebensphase deutlich höher als in jüngeren Jahren. Der Gesetzgeber hat darum mit dem Pflege-Bahr eine Möglichkeit geschaffen, mit der sich auch ältere Arbeitnehmer absichern können.

Kostenübernahme durch Angehörige

Eine Pflegeversicherung kann auch von den Angehörigen eines Versicherten getragen werden. Das bietet sich an, wenn eine zusätzliche Absicherung für den Versicherten selbst nicht erschwinglich ist. Auch eine anteilige Kostenübernahme ist denkbar.

Pflegekostenversicherung: Pflegelücke nach Bedarf schließen

Die Pflegekostenversicherung erstattet die Kosten der Pflege, die nicht von der gesetzlichen Pflegeversicherung gedeckt sind. G ist Grundsätzlich ist es mit einer Pflegekostenversicherung möglich, bis zu 100 Prozent der Kosten von ambulanter oder stationärer Pflege abzudecken. In beiden Fällen müssen sie jedoch zunächst vorfinanziert werden und werden erst anschließend auf Belegbassis erstattet. Die Erstattung reicht bis zu einem festgelegten jährlichen Maximalbetrag oder erfolgt bis zu einem vereinbarten Prozentsatz.

In der Praxis werden die meisten Pflegekostenversicherungen als Ergänzungsversicherungen abgeschlossen, um die Pflegelücke auf einen insgesamt geringeren Restbetrag zu reduzieren - bei vollständiger 100-Prozentdeckung sind die Versicherungsbeträge deutlich zu hoch. Anders als bei anderen privaten Pflegeversicherungen ist es üblich, dass Prämien auch nach Eintritt der Pflegebedürftigkeit weiter gezahlt werden!

Fakten zur Pflegekostenversicherung:

  • Die Pflegekostenversicherung stockt die Leistungen der Pflegepflichtversicherung auf, um die Pflegelücke weitestgehend zu schließen oder bis zu einem festen Gesamtbetrag zu deckeln.
  • Die Leistungen der Pflegepflichtversicherung werden als Berechnungsgrundlage für den pauschalen Ergänzungsbetrag zwischen 20 und 200 Prozent der Leistungen herangezogen.
  • Die Pflegekostenversicherung wird häufig auf einen bestimmten Leistungskatalog beschränkt, z.B. darauf, nur für Kosten der teilstationären Pflege oder ambulanten Pflege aufzukommen.

Vorteile der Pflegekostenversicherung

  • Geringe Beitragshöhe
  • sinnvoll bei professioneller Pflege

Nachteile der Pflegekostenversicherung

  • Hoher bürokratischer Aufwand, da alle Leistungen belegt werden müssen

Pflegetagegeldversicherung: Zusatzschutz der Pflegekasse

Alte Dame im Rollstuhl wird von junger Frau geschoben
Betrifft in einer alternden Gesellschaft immer mehr Menschen: Pflegebedürftigkeit

Bei der Pflegetagegeldversicherung / PTG wird mit der eigenen Krankenkasse ein fixes Pflegetagegeld zusätzlich vereinbart, das ausgezahlt wird, sobald beim Versicherten Pflegebedürftigkeit auftritt. Im Versicherungsfall kann über den Betrag dann frei verfügt werden, es sind keine Kostennachweise notwendig. Der tatsächliche Auszahlungsbetrag ist an die Höhe des Pflegegrads (früher: Pflegestufen) gekoppelt, dabei kann die Höhe des Pflegetagegelds bei vielen Tarifen für jeden Pflegegrad individuell direkt festgelegt oder ausgewählt werden. Typisch sind Auszahlungsbeträge zwischen 10 € und 100 € täglich, die entweder pauschal mit dem Faktor 30 oder der Anzahl der jeweiligen Monatstage multipliziert werden. Häufig wird der volle Pflegetagegeldsatz ab Pflegegrad 4 oder Pflegegrad 5 ausgezahlt, bei Pflegegrad 2 oder Pflegegrad 3 erfolgt die Auszahlung anteilig, meist zwischen 20 und 40 Prozent bei Pflegegrad 2 und 50 bis 70 Prozent bei Pflegegrad 3. Auch für Pflegegrad 1 kann ein geringes Pflegetagegeld vereinbart werden.

Entscheidend ist, dass das Pflegetagegeld mit höherem Pflegegrad steigt. Umgekehrt dürfen nicht alle Pflegegrade mit einem identischen Maximalbetrag abgesichert sein. Auch eine Dynamik zum Inflationsausgleich wird oftmals angeboten. Hintergrund: Starre Tarife regeln die Auszahlung je nach Pflegegrad ausgehend von der höchsten Pflegebedürftigkeit mit festen Tarifen. Gerade weil viele Pflegezusatzversicherungen jedoch sehr lange Laufzeiten haben, ist eine sog. Dynamik sinnvoll, um die Inflation über viele Jahre oder sogar Jahrzehnte auszugleichen.

Genauso wie bei der Pflegekostenversicherung decken nicht alle Versicherungen auch jede Art der Betreuung ab. Manche Policen zahlen nur bei stationärer Pflege, andere fordern Beitragszahlungen auch dann noch, wenn bereits Pflegebedürftigkeit vorliegt.

Vorteile des Pflegetagegelds

  • günstige Beiträge, vielfältiges Versicherungsangebot
  • garantierte Leistungshöhe
  • selbstbestimmte Verwendung der Auszahlungsbeträge

Nachteile des Pflegetagegelds

  • keine Beitragspausen
  • keine Auszahlung bei Todesfall oder Kündigung. Eingezahlte Beiträge verfallen.
  • keine Garantie der Beitragshöhe, Versicherer kann Beiträge erhöhen

Pflegerentenversicherung / Pflegerente: Stabiles Versicherungsprodukt

Auch die Pflegerente ist strukturell eine Pflegetagegeldversicherung, sie setzt sich jedoch anders zusammen: Anders als die Pflegetagegeldversicherung gibt es bei der Pflegerente nicht bloß einen Beitragsanteil zur reinen Risikoabdeckung, sondern auch eine Sparquote wie bei einer einer klassischen Kapitallebensversicherung. Die im Leistungsfall ausgezahlte Pflegerente setzt sich dann aus der geleisteten Beitragshöhe und möglichen Überschüssen aus angesparter Einlage zusammen.

Genau wie beim Pflegetagegeld wird die Pflegerente gestaffelt ausgezahlt: Die volle Pflegerente erhalten Versicherte erst ab Pflegegrad 5. Versicherten mit niedrigerem Pflegegrad zahlt die Versicherung anteilig geringere Pflegerentensätze aus, die aber mit steigendem Pflegegrad erhöht werden. Anders als bei reinen Risikoversicherungen bleibt der Anspruch auf Auszahlung des Sparanteils auch bei vorzeitiger Kündigung der Pflegerentenversicherung bestehen. Dabei ist die Höhe der Versicherungsbeiträge über die Versicherungslaufzeit konstant, auch eine Einmalzahlung ist ein gängiges Modell. Insgesamt jedoch ist der höchstmögliche Auszahlungsbeitrag geringer als beim üblichen Pflegetagegeld. Eine Alternative für Immobilienbesitzer: Die Leibrente: Dabei handelt es sich um einen vollständigen oder Teilverkauf der eigenen Immobilie, der Zug um Zug vom Käufer bezahlt wird, während der bisherige Alleineigentümer weiterhin bis an sein Lebensende in seiner Immobilie wohnen bleibt.

Vorteile der Pflegerente:

  • stabile Beiträge
  • Auch per Einmalzahlung möglich
  • weltweiter Versicherungsschutz
  • häufig Beitragsfreistellung bei Eintreten von Pflegebedürftigkeit
  • zeitweise Beitragsfreistellung möglich
  • Rückerstattung der Überschüsse bei Kündigung
  • z.T. Versicherungsleistung auch nach Todesfall gegenüber den Angehörigen
  • Leistung auch bei Demenz

Nachteile der Pflegerente:

  • vergleichsweise hohe Beiträge gegenüber gleichwertigen Pflegetagegeld-Produkten
  • Überschussleistungen nur bei positiver Investionsentwicklung des Versicherers, also nicht garantiert

Pflege-Bahr: Staatlich gefördert

Der Pflege-Bahr ist eine Form der Pflegetagegeldversicherung, die allerdings mit einer staatlichen Zulage gefördert wird. Das Grundprinzip ähnelt der weitaus bekannteren Riester-Rente, bei der der Versicherungsnehmer zusätzlich zum Eigenbeitrag einen gestaffelten Förderbetrag erhält. Der Pflege-Bahr hat gegenüber rein privaten Versicherungen der Vorteil, dass Versicherungsanbieter bei diesem Versicherungsmodell jeden interessierten Versicherungsnehmer annehmen muss, der bislang keinerlei Leistungen für Pflegebedürftigkeit in Anspruch genommen hat. Das gilt auch unabhängig von seinem akuten und aktuellen Gesundheitszustand. Auch Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse sind nicht zulässig.

Dank dieser versicherungsnehmerfreundlichen Regelung ist der Pflege-Bahr eine gute Alternative für Interessierte, die entweder älter sind oder von Vorerkrankungen betroffen sind. Das ungleich höhere Risiko für den Versicherer jedoch und die fehlende Möglichkeit zu kostensenkenden Einschränkungen sorgen dafür, dass bei vielen Pflege-Bahr-Versicherungen verhältnismäßig hohe Beiträge fällig werden. Im Einzelfall lohnt immer der Vergleich, oftmals ist eine ungeförderte Pflegezusatzversicherung im tatsächlichen Ergebnis günstiger.

Vorteile beim Pflege-Bahr:

  • Kann ohne Gesundheitsprüfung abgeschlossen werden
  • Keine Altersbeschränkung
  • Keine Leistungsausschluss
  • Kein Risikozuschlag

Nachteile beim Pflege-Bahr:

  • Fünf Jahren Wartezeit bis zur erstmaligen Möglichkeit Leistungen in Anspruch zu nehmen
  • Es gibt keine Beitragsbefreiung, sobald der Leistungsfall eingetreten ist
  • Bei niedrigen Pflegegraden werden nur geringe Leistungen bewilligt

Was kostet eine Private Pflegeversicherung?

Die Kosten einer privaten Pflegeversicherung hängen von mehreren Faktoren ab. Dabei ist für die Kosten nicht erheblich, wieviel der Versicherte zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses verdient, sondern welche Leistungen er im Versicherungsfall beziehen möchte.

  • Alter bei Antragstellung / Vertragsabschluss Pauschal gilt: Je jünger der Versicherungsnehmer, desto niedriger sind die Kosten für die Zusatzversicherung. Die Gründe dafür sind naheliegend: Je älter der Versicherungsnehmer, desto höher ist das Risiko für die Versicherung, dass der Versicherungsfall eintritt. Gleichzeitig ist auch Gesamteinzahlung durch den Versicherungskunden niedriger. Dennoch gilt: Je früher Sie sich absichern, desto günstiger sind Sie versichert.
  • Versicherungsleistung im Ernstfall Je umfassender die gewünschte Absicherung, desto höher die Beiträge. Wer mit einer Basisabsicherung zufrieden ist, muss weniger für seine zusätzliche Gesundheitsvorsorge aufwenden. Da Sie etwa beim Pflegetagegeld oder der Pflegerente häufig selbst Einfluss auf den versicherten Auszahlungsbetrag haben, können Sie auf diese Weise einen Teil der Kosten selbst gestalten.
  • Gesundheitszustand Beim Gesundheitszustand ist es ähnlich wie mit dem Alter: Je besser die aktuelle Gesamtverfassung, desto niedriger sind die notwendigen monatlichen Beiträge zur freiwilligen Zusatzversicherung. Wer an einer chronischen oder akuten Erkrankung leidet, muss mit höheren Kosten rechnen als ein Versicherter ohne entsprechende Krankheitsbilder - vor allem, wenn es sich um Krankheiten handelt, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass es zur Pflegebedürftigkeit kommt. Schwere gesundheitliche Vorbelastungen können im übrigen auch dazu führen, dass eine Versicherungsgesellschaft den Antrag auf eine Zusatzversicherung vollständig ablehnt.
  • Versicherungsgesellschaft oder Pflichtanbieter Ebenfalls entscheidend sind die Art der Versicherung und der Anbieter, der sie am Markt platziert. Während es sich bei Pflegetagegeld und Pflege-Bahr um eine Zusatzleistung der Pflegekasse, bzw. eine staatlich geförderte Zusatzversicherung handelt, ist die Pflegerente ein von privaten Versicherungsunternehmen am Markt platziertes Versicherungsprodukt. Für alle Versicherungsprodukte gilt: Der Vergleich ist entscheidend. Umfassenden Einblick in die ihren persönlichen Vorsorgebedarf erhalten Sie mit unserer Bedarfsanalyse.

Vergleich: Was leisten Pflegetagegeldversicherung oder Pflegerentenversicherung?

Am einfachsten vergleichbar unter den genannten Versicherungstypen sind Pflegetagegeldversicherung und Pflegerentenversicherung. Bei beiden handelt es sich klassische Zusatzversicherungen. Während die Pflegetagegeldversicherung jedoch ein optionales Produkt der eigenen Krankenkasse für den Ernstfall ist, handelt es sich bei der Pflegerentenversicherung um ein privatwirtschaftliches Versicherungsprodukt eines Versicherungsunternehmens.

Bei beiden Versicherungsarten hängt die Beitragshöhe von Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand des Versicherungsnehmers und vom vereinbarten Auszahlungsbetrag ab. In beiden Fällen ist die Höhe des Auszahlungsbetrages aber mßgeblich abhängig vom Grad der Pflegebedürftigkeit. Die volle Höhe des vereinbarten täglichen Versicherungsbetrags erhalten Versicherte erst ab Pflegegrad 5, Betroffene mit geringerem Pflegegrad erhalten den anteilig gestaffelten Tagesbetrag, der jedoch in beiden Fällen bei höherer Pflegebedürftigkeit steigt. Die Pflegerente ergänzt den ausgezahlten Tagesbetrag dann zusätzlich um den per Sparbetrag vom Versicherungsträger erwirtschafteten Anteil. Bei ambulanter Pflege im eigenen Zuhause wird üblicherweise ein geringerer Betrag ausgezahlt als bei stationärer Pflege, die allerdings auch kostenintensiver ist.

Der wesentliche Unterschied zwischen beiden Versicherungsarten besteht im Auszahlungsanspruch, wenn der oder die Versicherter kein Pflegefall wird. Die Pflegetagegeldversicherung ist eine reine Risikoversicherung: Sie kommt nur zur Auszahlung, wenn der Vertragsnehmer tatsächlich pflegebedürftig wird. Eingezahlte Beiträge werden in jedem Fall einbehalten, auch bei Kündigung erfolgt keine Erstattung. Die Pflegerentenversicherung hingegen ergänzt die Tagesgeldregelleistung um den Anteil einer klassischen Kapitalstockversicherung, bei neben den angesparten Grundbeiträgen der erwirtschaftete Sparanteil zusätzlich ausgezahlt wird. Bei Kündigung der Pflegerentenversicherung wird auch im Falle der Kündigung der Überschussanteil ausbezahlt.