Was ist der Unterschied zwischen Arbeitsunfähigkeit, Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit?

Was ist der Unterschied zwischen Arbeitsunfähigkeit, Berufsunfähigkeit und Erwerbs­unfähigkeit?

Arbeiten um zu leben oder umgekehrt? Und was bedeutet es, wenn Arbeit nicht mehr möglich ist? Wir erklären, was Arbeitsunfähigkeit, Berufsunfähigkeit und Erwerbs­unfähigkeit unterscheidet.

Johannes Kuhnert
Johannes Kuhnert
18.06.2020
Das Wichtigste in Kürze:
  • Die Unfähigkeit, seiner regulären Tätigkeit kann viele Ursachen und genauso viele Auswirkungen haben.
  • Vor allem die Dauer und die Heilungsaussichten entscheiden darüber, welche Art von Einschränkung vorliegt.

Was ist Arbeitsunfähigkeit?

Unter Arbeitsunfähigkeit versteht das deutsche Versicherungsrecht die vorübergehende Unfähigkeit, seiner Tätigkeit zum Geldverdienst nachzugehen – aus gesundheitlichen Gründen. Ob körperlicher oder seelischer Natur spielt dabei keine Rolle, ebenso ob diese Einschränkung als Folge einer Krankheit oder eines Unfalls eingetreten ist. Wichtig ist hingegen, dass Arbeitsunfähigkeit ein zeitlich begrenzter Zustand ist, von dem angenommen wird, dass er in absehbarer Zeit wieder endet. Womit dann die Arbeitsfähigkeit des Arbeitnehmers wiederhergestellt ist. Arbeitsunfähigkeit wird ärztlich attestiert und umfasst alles von der schweren Erkältung bis zum Burnout, wenn angenommen werden kann, dass sich der gesundheitliche Zustand mit ärztlicher Begleitung wieder zum Besseren wendet. Arbeitsunfähigkeit kann bei längerer Dauer zu finanziellen Einschnitten führen. Hilfreich kann hier der Abschluss einer Krankentagegeldversicherung oder einer Berufsunfähigkeitsversicherung mit integrierter Arbeitsunfähigkeitsversicherung sein.

Was ist Berufsunfähigkeit?

Berufsunfähigkeit beschreibt einen Zustand, der eintritt, wenn ein Betroffener infolge einer wie auch immer gearteten Erkrankung oder eines Unfalls dauerhaft oder vorübergehend nicht mehr in der Lage ist, in seinem letzten Beruf zu arbeiten. Wer berufsunfähig ist, ist also dauerhaft arbeitsunfähig. Beispiele für Berufsunfähigkeit sind etwa körperliche Gebrechen, die dazu führen, dass ein körperlich anspruchsvoller Beruf nicht länger ausgeübt werden kann. Berufsunfähigkeit muss ärztlich, in manchen Fällen auch gutachterlich festgestellt werden. Sie geht oft mit erheblichen finanziellen Einbußen einher und sollte daher mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung abgesichert werden.

Was ist Erwerbsunfähigkeit?

Erwerbsunfähigkeit bedeutet, dass ein Betroffener so umfassend arbeitsunfähig ist, dass er weder in seinem bisherigen, noch in einem anderen Beruf arbeiten kann. Die Erwerbsunfähigkeit bedeutet also, dass jegliche Erwerbstätigkeit unzumutbar und / oder unrealisierbar für den Betroffenen ist – Er ist arbeitsunfähig, berufsunfähig und erwerbsunfähig. Wer erwerbsunfähig ist, hat Anspruch auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente, jedoch gestaffelt nach dem Grad der Erwerbsunfähigkeit:

Wer weniger als 3 Stunden am Tag arbeiten kann, erhält volle Erwerbsminderungsrente. Im Durchschnitt 781 Euro monatlich. Wer zwischen täglich 3 und maximal 6 Stunden arbeiten kann (auch in einem anderen Beruf hat Anspruch auf halbe Erwerbsminderungsrente i.H.v 390,50 Euro. Gerade Erwerbsunfähigkeit geht dauerhaft mit erheblichen Einschränkungen des gewohnten Lebensstandards einher und sollte frühzeitig mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung abgesichert werden.