Hilfsmittel in der Pflege

Hilfsmittel in der Pflege

Welche Hilfsmittel können Versicherte mit Pflegegrad in Anspruch nehmen? Wir klären auf.

Johannes Kuhnert
Johannes Kuhnert
18.10.2019

Was sind Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel?

Unter Hilfsmittel fallen alle Produkte, die notwendig sind, um einen Menschen mit konkretem Pflegeaufwand zu unterstützen. Hilfsmittel unterstützen aber nicht nur Pflegebedürftige, auch Menschen mit Behinderung oder altersbedingten Einschränkungen können Hilfsmittel in Anspruch nehmen. Darunter fallen umfassende technische oder Alltagshilfen, die Pflege und Selbständigkeit von Betroffenen erleichtern und im Idealfall sogar eine Besserung ihres Zustandes begünstigen, z.B. Stützen, zusätzliche Handgriffe und Geländer, aber auch Hörgeräte und Brillen, Gehhilfen wir Rollatoren, aber auch Systeme zum Hausnotruf. Die Gesamtübersicht aller verfügbaren Hilfsmittel gibt es im Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands, ihr Einsatzbereich ist im SGB V geregelt. Demnach sollen Hilfsmittel den “Erfolg einer Krankheit sichern, einer drohenden Behinderung vorbeugen oder eine Behinderung ausgleichen”. Grundsätzlich sind auch Unterstützungsmittel bewilligungsfähig, de nicht im Hilfsmittelverzeichnis aufgeführt sind, wenn ihr Nutzen im Einzelfall überzeugend begründet werden kann.

Wo bekomme ich Hilfsmittel als Betroffener?

Hilfsmittel können bei der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) beantragt werden. Allerdings benötigen Betroffene in aller Regel ein Rezept ihres Hausarztes, um sicherzustellen, dass die eigene Krankenversicherung die Kosten der Maßnahme erstattet, handelt es sich um ein Verbrauchsmittel, genügt in den allermeisten Fällen das Erstrezept zur Verschreibung, bzw. Verordnung. Wo ein bestimmtes Hilfsmittel erhältlich ist, erfahren Versicherte von ihrer Krankenversicherung nach Bewilligung des Unterstützungsmittels. Die Hilfe der Krankenkasse bei der Beschaffung hat auch ganz praktische Gründe. Üblicherweise haben Krankenkassen feste Konditionen mit einem Anbieter für bestimmte Hilfsmittel ausgehandelt. Macht die Krankenkasse keine Vorgaben bei der Beschaffung, hilft Sie ebenfalls mit Auskünften über mögliche Anbieter. Bei individuellen Maßnahmen ist es notwendig, einen Kostenvoranschlag des beauftragten Sanitätshauses oder des Orthopädietechnikers gemeinsam mit der ärztlichen Verordnung bei der eigenen Krankenkasse einzureichen. Handelt es sich um eine Individualanfertigung, die nicht im Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenversicherungen aufgeführt ist, ist ein begleitendes Anschreiben, ggf. auch vom behandelnden Arzt sinnvoll. Wird der Antrag auf ein Hilfsmittel abgelehnt, haben Versicherte ein Recht auf Widerspruch.

Was ist der Unterschied zwischen Hilfsmitteln und Pflegehilfsmitteln?

Während reguläre Hilfsmittel verschreibungspflichtig sind und von der Krankenkasse übernommen werden, sind Pflegehilfsmittel das notwendige Äquivalent für Menschen, die pflegebedürftig sind, also einen Pflegegrad vorweisen können. Sozialrechtlich fällt ihre Bewilligung damit unter die Maßgaben des SGB XI. Ihr Zweck ist es, den Alltag von Pflegebedürftigen zu erleichtern, seine Selbständigkeit zu erhalten, bzw. zu erhöhen und die Arbeit des pflegenden Angehörigen, bzw. des Pflegedienstes (in der ambulanten Pflege) zu erleichtern. Pflegehilfsmittel müssen nicht per Rezept verordnet werden, allerdings ist eine ärztliche Stellungnahme in allen Fällen ratsam. Maßnahmen, die nicht klar als Pflegehilfsmittel zugeordnet werden können, sondern auch den regulären Hilfsmitteln zugeordnet werden könnten, können dennoch regulär beantragt werden. Da Pflegekasse und Krankenkasse eines Versicherten i.d.R. in einem Haus arbeiten, ist ein eine unbürokratische Regelung beider Kostenstellen zumeist kein Problem.

Man unterscheidet Pflegehilfsmittel nach zwei Kategorien:

  • zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel: Hygieneartikel, Handschuhe, Tücher, Inkontinenzartikel, Bettschutzeinlagen, Hygieneartikel.
  • technische Pflegehilfsmittel: Rollstuhl, Pflegebett oder Patientenlifter, im Rahmen der Wohnraumanpassung ggf. auch ein Treppenlift oder ein barrierefreies Bad.