Blutgerinnsel: Wenn sich im Gefäß ein Pfropf bildet

Blutgerinnsel: Wenn sich im Gefäß ein Pfropf bildet

Wenn Blutgerinnsel Gefäße verstopfen, kann das lebensgefährlich für den Menschen sein. Erfahren Sie hier mehr über die Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.

Jennifer Günther
Jennifer Günther
07.11.2019

Unser Körper ist ein Meisterwerk zur Selbstheilung. Die Schaltzentrale ist dabei das Gehirn: Sobald es das Signal bekommt, dass der Körper aus dem Gleichgewicht geraten ist, aktiviert es das Herz-Kreislauf-System, Nerven- und Immunsystem sowie den Hormonhaushalt. Gemeinsam bekämpfen sie unter anderem Krankheitserreger und reparieren Körperzellen. Auch auf blutende Hautverletzungen reagiert der menschliche Organismus in kürzester Zeit, denn Wunden werden mit einem Blutgerinnsel verstopft. Bildet sich allerdings im Blutkreislauf ein Blutgerinnsel ohne äußere Verletzung, dann kann das für uns lebensbedrohlich werden. Wann solche Blutgerinnsel gefährlich werden, lesen Sie in unserem Ratgeber.

Das Wichtigste in Kürze:
  • Bei einem Blutgerinnsel verbinden sich Thrombozyten, ohne dass es eine äußerliche Verletzung gibt.
  • Blutgerinnsel können Gefäße verschließen und so die Durchblutung wichtiger Organe verhindern.
  • Blutgerinnsel sollten ärztlich versorgt werden, um Erkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt oder Lungenembolie zu vermeiden.

So vermeidet der Körper Blutverlust

Wenn sich ein Mensch eine Wunde zuzieht und anfängt zu bluten, laufen im Körper mehrere Reaktionen ab. Diese zielen darauf ab, möglichst wenig Blut zu verlieren und das Eindringen von Bakterien zu vermeiden.

  1. Die Blutgefäße ziehen sich zusammen und der Blutzufluss zum verletzten Gewebe verringert sich. Dadurch wird der Blutverlust möglichst niedrig gehalten.
  2. An der verletzten Stelle des Gefäßes lagern sich sog. Thrombozyten ab. Diese Blutplättchen zirkulieren im Blut und bilden bei Verletzung einen Pfropf auf der Wunde, der die Blutung stillen soll.
  3. Zusätzlich aktiviert der Körper bestimmte Substanzen, sog. Gerinnungsfaktoren. Diese bilden ein bestimmtes Eiweiß, welches den Pfropf aus Thrombozyten festigen und verankern.

Blutgerinnsel können auch im Blutkreislauf entstehen

Durch bestimmte Faktoren können sich solche Blutgerinnsel auch dann bilden, wenn gar keine Gewebeschädigung vorliegt:

  • Gerinnungsstörungen, bedingt durch Medikamente oder Erbkrankheiten
  • Schädigungen in der Gefäßwand durch Krebs, Arteriosklerose, Entzündungen oder Verletzungen
  • Änderung der Fließgeschwindigkeit durch Sitzen mit überschlagenen Beinen, Bettlägerigkeit, Diabetes oder Schwangerschaft
  • Risikofaktoren wie Übergewicht, Rauchen, hormonelle Verhütungsmethoden wie die Anti-Baby-Pille, Bewegungsmangel etwa bei langen Flugreisen

Entsteht solch ein Blutgerinnsel innerhalb eines Blutgefäßes, spricht der Mediziner von einem Thrombus. Thromben bilden sich meistens in Venen, unter Umständen aber auch in Arterien.

Folgeerkrankungen eines Blutgerinnsels

Gefährlich wird es, wenn es zum Verschluss des betroffenen Gefäßes kommt. Dann handelt es sich um eine sog. Thrombose. Diese entstehen häufig in den Beinvenen im Unter- und Oberschenkel und gehören zu den größten Risiken nach Operationen, wenn sich Patienten längere Zeit am Stück nicht ausreichend bewegen können.

Solche Komplikationen können jederzeit auftreten. Legen Sie noch heute Ihre Wünsche an Ihre medizinische Versorgung für den Ernstfall mit einer Patientenverfügung fest. Denn Ihr Wille als Patient ist für den Arzt verbindlich.

Auch können sich Teile des Blutgerinnsels lösen und wichtige Gefäße von Organen verschließen. Teile, die Lungengefäße verschließen, werden Emboli genannt und können eine Lungenembolie auslösen. Symptome wie plötzliche Atemnot, Schmerzen in der Brust, Husten und blutiger Auswurf können ein Anzeichen dafür sein. Thromben in den Arterien können hingegen einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen, etwa wenn die Blutgerinnsel die Herzkranzgefäße verstopfen oder zum Gehirn wandern.

Diese verschiedenen Formen der Thrombose können alle lebensgefährlich sein. Venenthrombosen behindern die Durchblutung und Aufnahme von Sauerstoff, sodass die betroffene Stelle anschwillt, schmerzt und gerötet ist. In der Folge kann es zu Atemnot und Rechtsherzversagen kommen. Arterielle Thrombosen können das Gefäß sogar vollständig verschließen und damit die komplette Organdurchblutung verhindern.

Beugen Sie Blutgerinnseln mit Bewegung vor

Ein wirksames Mittel ist Heparin, welches nicht nur bei diagnostizierter Thrombose, sondern auch zur Vorbeugung eingesetzt wird. So erhalten Patienten im Krankenhaus nach Operationen in der Regel Spritzen mit Heparin, um die Blutgerinnung vorsorglich zu hemmen. Kompressionsstrümpfe sind ratsam für Bettlägerige und Schwangere, da sie die Gefäßwände in Form halten – so geben sie nicht dem Druck des Blutes nach. Die beste Prävention ist allerdings regelmäßige Bewegung.