Krebs: Die verschiedenen Tumorarten

Krebs: Die verschiedenen Tumorarten

Bei Krebs verändern sich körpereigene Zellen und zerstören gesundes Gewebe. Alles Wichtige zu den verschiedenen Krebserkrankungen auf Afilio.

Jennifer Günther
Jennifer Günther
03.01.2020

Bei Krebs wird gesundes Gewebe im Körper durch die unkontrollierte Vermehrung von bösartigen Zellen zerstört. Damit sind Krebsleiden nach Herz-Kreislauferkrankungen die häufigste Todesursache – allerdings lassen sich manche Arten durch einen gesunden Lebensstil vermeiden. Erfahren Sie hier mehr über die verschiedenen Krebsarten und Risikofaktoren.

Das Wichtigste in Kürze:
  • Krebs ist eine Sammelbezeichnung für Erkrankungen, bei denen sich entartete Zellen unkontrolliert vermehren und dadurch gesundes Gewebe zerstören.
  • Krebstumoren können bösartig und gutartig sein und verschiedene Gewebestrukturen und Organe im Körper befallen.
  • Jährlich erkranken etwa 500.000 Menschen in Deutschland an Krebs. Am tödlichsten sind Lungenkrebs, Darmkrebs und Brustkrebs.

Bei Krebs werden körpereigene Zellen bösartig und zerstören gesundes Gewebe. Dieser schädliche Prozess kann an verschiedenen Gewebearten im Körper stattfinden, beispielsweise im Binde- und Stützgewebe, aber auch in Schleimhäuten oder der Haut an sich.

Auch wenn eine Krebsdiagnose nicht gleich ein Todesurteil bedeutet: Jährlich sterben etwa 250.000 Menschen an Krebs; etwa doppelt so viele erhalten die Diagnose Krebs. Mittlerweile gibt es dank des wissenschaftlichen und medizinischen Fortschritts eine Vielzahl an Behandlungsmöglichkeiten, um die unterschiedlichen Krebsarten zu behandeln.

Entscheidend für die Prognose ist auch der Zeitfaktor: Je früher Krebs erkannt wird, desto erfolgreicher ist in der Regel die Behandlung. Doch für Betroffene ist das gesamte Prozedere eine psychische und physische Belastung und die Behandlung langwierig.

Mit Komplikationen und weiteren Erkrankungen muss gerechnet werden – sowohl bei einer Operation als auch bei einer Chemotherapie. Umso wichtiger ist es, solche Behandlungen rechtzeitig mit einer Patientenverfügung in Verbindung mit einer Vorsorgevollmacht abzusichern. So werden die Wünsche des Patienten nicht nur eingehalten, wenn dieser nicht in der Lage ist, seinen Willen zu äußern, sondern Angehörige auch emotional entlastet.

Immer mehr Menschen erkranken an Krebs

Entartete Krebszellen

Die Zahl der Neuerkrankungen an Krebs steigt: Jährlich bekommen etwa 500.000 Menschen in Deutschland eine Krebsdiagnose. Laut Experten liegt der Zuwachs an der Altersstruktur der Bevölkerung – Krebs ist nicht per se eine typische Alterskrankheit, aber das Krebsrisiko steigt mit dem Alter. Aktuell liegt das mittlere Erkrankungsalter bei Männern bei 68, bei Frauen bei 69 Jahren.

Neben einem fortgeschrittenen Lebensalter gibt es weitere Risikofaktoren, die im Verdacht stehen, eine Krebserkrankung zu begünstigen. Das Tragische: Viele davon machen einen ungesunden Lebensstil aus und sind eigentlich vermeidbar. Forscher kommen deshalb zum Schluss, dass bis zu 50 Prozent der Todesfälle – weltweit 3,7 Millionen – verhindert werden könnten, wenn die Menschen besser auf ihre Gesundheit achten würden.

Zu den Risikofaktoren gehören:

  • Ungesunde Ernährung (Mangel an Obst, Gemüse und Ballaststoffen; zu viel rotes Fleisch; erhöhter Alkoholkonsum)
  • Tabakkonsum
  • Adipositas
  • Bewegungsmangel
  • Intensive UV-Strahlung
  • Ionisierende Strahlung (Röntgen- und Radonstrahlen; Strahlenunfälle)
  • Umweltgifte
  • Infektionen (HPV-Infektionen; Hepatitis-B-Infektionen)

Nichtsdestotrotz können auch Menschen an Krebs erkranken, die gesund leben - allerdings geschieht das statistisch gesehen seltener. Aussichtslos sind präventive Maßnahmen hingegen bei Leukämie, Hirntumoren oder Lymphomen.

Häufige Krebserkrankungen

Es gibt etwa 300 unterschiedliche Arten von Krebs. Während Frauen vor allem unter Brust-, Darm-, Lungen- oder Gebärmutterkörperkrebs leiden, sind Männer hingegen von Prostata-, Lungen-, Darm- und Blasenkrebs betroffen. Auch Haut-, Bauchspeicheldrüsen- und Magenkrebs ist verbreitet.

Brustkrebs

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung von Frauen in Deutschland – jährlich erhalten etwa 70.000 die Diagnose Brustkrebs. Bei einem sog. Mammakarzinom handelt es sich um einen bösartigen Tumor in der Brustdrüse, der sich als Knoten oder Verhärtung in der Brust fühlen lässt. Da auch Männer eine Brustdrüse besitzen, können auch sie an Brustkrebs erkranken – das ist jedoch sehr selten.

Ab dem 30. Lebensjahr hat jede Frau Anspruch auf eine Untersuchung der Brust beim Gynäkologen – einmal jährlich tastet der Arzt dazu die Brust ab. Ab dem 50. Lebensjahr werden Frauen alle zwei Jahre zur Mammografie (Röntgen der Brust) eingeladen. Diese Früherkennungsmaßnahmen können Prognose und Therapie positiv beeinflussen.

Mehr zu den Symptomen und Therapiemöglichkeiten von Brustkrebs >>

Darmkrebs

In den meisten Fällen befindet sich Darmkrebs im Dickdarm (Kolonkarzinom) oder Enddarm (Rektumkarzinom) – der Dünndarm ist hingegen selten betroffen. Die Entstehung dieser Krebsform ist ein schleichender Prozess, weshalb regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wichtig sind. Im Rahmen einer endoskopischen Untersuchung können Vorstufen von Darmkrebs, sog. Polypen und Adenome, entfernt und Darmkrebs verhindert werden.

Da das Risiko mit dem Alter ansteigt, übernehmen Krankenversicherungen die Kosten für Vorsorgeuntersuchungen ab dem 55. Lebensjahr. Wird Darmkrebs diagnostiziert, wird meist das betroffene Stück des Darms in einer Darm-OP entfernt.

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Lungenkrebs

Die meisten Todesfälle aufgrund von Krebs sind Lungenkrebs zuzuordnen: Im Jahr 2018 starben weltweit 1,8 Millionen Menschen daran – das sind rund 20 Prozent aller Krebstoten. Der Hauptrisikofaktor ist Rauchen bzw. Passivrauchen, aber auch Luftverschmutzung sowie krebserregende Stoffe wie Asbest oder Radon erhöhen die Wahrscheinlichkeit für eine Erkrankung.

Lungenkrebs gilt als besonders aggressiv, dementsprechend niedrig sind die Überlebenschancen für Patienten: In Deutschland liegt sie für Patienten in den ersten fünf Jahren nach der Diagnose bei 15 bis 20 Prozent.

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Gebärmutterkörperkrebs

Gebärmutterkörperkrebs ist eine Erkrankung der Gebärmutterschleimhaut und nicht zu verwechseln mit Gebärmutterhalskrebs. Jährlich gibt es etwa 10.000 Neuerkrankungen, die vor allem Frauen zwischen 60 und 80 Jahren nach den Wechseljahren trifft. Als Risikofaktoren gelten nicht nur eine langfristige Östrogeneinnahme, sondern auch Übergewicht und Diabetes.

Bei einer frühzeitigen Diagnose reicht es meist aus, Gebärmutter und Eierstöcke zu entfernen und auf eine Strahlen- oder Chemotherapie zu verzichten.

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Gebärmutterhalskrebs

Anders als bei Gebärmutterkörperkrebs befindet sich bei Gebärmutterhalskrebs die bösartige Zellwucherung am Gebärmutterhals. Meist ist diese Krebserkrankung die Folge einer Infektion mit dem HPV-Virus, das beim Geschlechtsverkehr übertragen werden kann. Um das Risiko zu senken, empfiehlt das Robert-Koch-Institut eine frühzeitige, präventive Impfung für Mädchen zwischen neun und 14 Jahren gegen das Virus.

Die Zahl der Neuerkrankungen ist mit 4.300 Fällen pro Jahr in Deutschland relativ gering und seit Jahren auch konstant. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 53 Jahren.

Mehr zu den Heilungschancen von Gebärmutterhalskrebs >>

Prostatakrebs

Mit 23,4 Prozent war Prostatakrebs 2018 die häufigste Krebserkrankung in Deutschland bei Männern. Da die Prognose vom Stadium abhängt, ist das Wahrnehmen von Vorsorgeuntersuchungen umso wichtiger.

Der Krebs befällt die sog. Vorsteherdrüse beim Mann und wächst relativ langsam. Wird er frühzeitig erkannt, ist nur die Drüse betroffen – allerdings kann er auch in das benachbarte Gewebe hineinwachsen und beispielsweise die Harnblase befallen.

Mehr zu Risikofaktoren und Diagnostik von Prostatakrebs >>

Blasenkrebs

Blasenkrebs wird häufiger bei Männern als bei Frauen diagnostiziert: Im Schnitt sind Männer dann 72 Jahre alt, Frauen hingegen 74 Jahre. Die Symptome ähneln einer Blasenentzündung – Blut im Urin, verstärkter Harndrang sowie ein Druckgefühl auf der Blase. Da Menschen mit solchen Anzeichen oft den Kontakt zum Arzt suchen, wird Blasenkrebs in vielen Fällen im Frühstadium diagnostiziert.

Im späten Stadium kann der Krebs allerdings auch Harnleiter- und Röhre erreichen, was therapeutisch zu einer kompletten Blasenentfernung führen kann. Das hat zur Folge, dass diese Teile des Harnsystems ersetzt werden müssen.

Mehr zur chirurgischen Vorgehensweise bei Blasenkrebs >>

Hautkrebs

Unter Hautkrebs werden verschiedene Tumorerkrankungen der Haut zusammengefasst, wobei weißer Hautkrebs am häufigsten vorkommt. Als größte Risikofaktoren für schädliche Veränderungen der Haut gelten ionisierende Strahlung sowie eine Belastung der Haut durch UV-Strahlung, wie es etwa der Fall ist bei langen Aufenthalten in der Sonne oder im Solarium.

In der Regel können Hauttumoren operativ entfernt werden und haben dadurch eine gute Prognose.

Mehr über die verschiedenen Formen von Hautkrebs >>

Magenkrebs

Bei Magenkrebs handelt es sich in der Regel um entartete Drüsenzellen in der Magenschleimhaut. Es ist eine bösartige Tumorerkrankung, die nur dann gute Heilungschancen verspricht, wenn sie in einem frühen Stadium entdeckt wird.

Ansonsten kann sich Magenkrebs auch auf umliegende Organe und Gewebe ausweiten und eine operative Entfernung gestaltet sich schwierig.

Mehr zu den Symptomen von Magenkrebs >>

Bauchspeicheldrüsenkrebs

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist einer der gefährlichsten und aggressivsten Tumoren, der häufig zum Tod führt. Oftmals wird der Krebs im höheren Lebensalter diagnostiziert und betrifft jährlich etwa 15.000 Menschen in Deutschland. Faktoren wie Diabetes, Übergewicht oder übermäßiger Tabak- und Alkoholkonsum können das Risiko für eine Erkrankung erhöhen.

Eine Chance auf Heilung verspricht nur die operative Entfernung der Bauchspeicheldrüse, doch dafür ist eine frühzeitige Erkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs erforderlich.

Mehr zu den Symptomen von Bauchspeicheldrüsenkrebs >>

Wichtig: Informationen zu SARS-CoV-2 finden Sie in unserem Ratgeber zum Coronavirus. Wir erklären, wie ältere Menschen und andere Risikogruppen, zu denen auch Krebspatienten gehören, sich schützen können.