Operationen: Das sind die häufigsten Operationen

Operationen: Das sind die häufigsten Operationen

Bei manchen Erkrankungen ist eine Operation nötig, um die Lebensqualität von Betroffenen zu verbessern. Für solche Fälle sollten Sie vorsorgen.

Jennifer Günther
Jennifer Günther
15.10.2019

Im Jahr 2018 wurden insgesamt rund 17 Millionen Operationen in deutschen Krankenhäusern durchgeführt, Tendenz leicht steigend. Die häufigsten Operationen betrafen den Darm, darunter das Lösen von Verwachsungen sowie das Aufdehnen von Darmabschnitten. Die Statistik zeigt, dass Vorsorge immer wichtiger wird. Erfahren Sie bei uns mehr über die häufigsten Operationen und wie Sie am besten vorsorgen können.

Eine Operation ist dann nötig, wenn konservative Therapiemaßnahmen bei verschiedenen Krankheitsbildern nicht den gewünschten Erfolg bringen. Leidet der Patient weiterhin unter Schmerzen, ist in seiner Lebensqualität massiv eingeschränkt oder führt ein Fortschreiten der Erkrankung zu einer lebensbedrohlichen Situation, entscheiden sich Mediziner für eine Operation. Dabei handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff mit Instrumenten am oder im Körper eines Patienten. Der Eingriff verfolgt den Zweck einer Therapie oder Diagnostik und wird entweder in Vollnarkose, Regional- oder Lokalanästhesie durchgeführt. Jede Operation ist mit Risikofaktoren und möglichen Komplikationen verbunden.

Laut §§ 223 ff. StGB erfüllt jede Operation eigentlich den Tatbestand einer Körperverletzung, denn sie greift in die körperliche Integrität eines Menschen ein. Sie ist nur dann rechtmäßig, wenn ein eindeutiger Rechtfertigungsgrund vorliegt. Bei einer geplanten Operation muss der Patient deshalb eine Einverständniserklärung unterschreiben, nachdem ein Arzt mit ihm ein detailliertes Aufklärungsgespräch geführt hat. Bei einer Notfalloperation ist dies nicht möglich. In solchen Fällen interpretiert das Gesetz die lebensrettende Maßnahme in Form eines chirurgischen Eingriffs höher als eine schriftliche Einwilligung des Patienten.

Umso wichtiger ist es, dass Sie vorab Ihre Behandlungswünsche und Bedürfnisse in einer Patientenverfügung festlegen. Mit einer Vorsorgevollmacht können Sie zudem eine Vertrauensperson ernennen, die Ihren Willen gegenüber privaten und öffentlichen Institutionen und Personen vertritt, falls Sie dazu nicht selbst in der Lage sind.

Für alle, die sich auf eine Operation vorbereiten, haben wir darüber hinaus unsere praktische Checkliste Krankenhausaufenthalt vorbereitet.

Gallenblasen-OP

Mediziner empfehlen einen operativen Eingriff, wenn Gallensteine eine Kolik und damit anhaltende, krampfartige Bauchschmerzen und entzündliche Veränderungen der Gallenblase per Sonografie erkennbar sind. In einem solchen Fall wird heutzutage die komplette Entfernung der Gallenblase vorgenommen. Auf diese Weise lässt sich eine erneute Steinbildung verhindern.

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Darm-OP

Entzündungen des Darms wie eine Appendizitis oder Divertikulitis können eine Operation notwendig machen, wenn konservative Behandlungsmethoden wie Ernährungsumstellung und Antibiotika nicht ausreichen. Das kann sowohl bei Entzündungen als auch bei gut- wie bösartigen Gewebeveränderungen der Fall sein. Auch gutartige Gewebeveränderungen wie Polypen oder Adenome werden in der Regel operativ entfernt. Als bösartige Darmerkrankung ist vor allem der Darmkrebs gefürchtet.

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Bandscheibenvorfall

Der Bandscheibenvorfall bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine Operation unumgänglich ist. Sie kommt erst infrage, wenn alle anderen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind. Stellt sich bei herkömmlichen, nicht-invasiven Methoden keine deutliche Besserung der Symptome ein oder leidet der Betroffene neben Schmerzen noch unter Gefühlsstörungen und Lähmungserscheinungen, wird ein Bandscheibenvorfall operativ behandelt. Im Rahmen der Operation wird die vorgefallene Bandscheibe entfernt, anschließend wird eine künstliche Bandscheibe zwischen die Wirbel eingesetzt, oder die betroffenen Wirbel werden verschraubt. Dadurch versteift die Wirbelsäule allerdings an der Stelle.

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Leistenbruch

Wer in seiner Leiste eine Vorwölbung entdeckt, steht vor der Diagnose Leistenbruch. Die Hernia inguinalis ist mit eine der häufigsten Operationen in Deutschland Warum die Leiste besonders anfällig ist für eine Hernie und wie ein Leistenbruch behandelt wird, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

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Hüft-OP

Grundsätzlich kommt eine künstliche Hüfte infrage, wenn das Hüftgelenk anhaltend so starke Schmerzen verursacht, dass Betroffene von den Gelenkschmerzen starke Einschränkungen ihrer Alltagsqualität erleiden. Schlagen konservative Therapiemaßnahmen nicht an und entsteht sogar eine Arthrose, werden Endoprothetik-Spezialisten zu einem neuen Hüftgelenk raten.

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Knie-OP

In den meisten Fällen wird eine Knieprothese eingesetzt, wenn Menschen unter schmerzendem Gelenkverschleiß im Knie leideen. Medizinisch handelt es sich dabei um eine lokale Form der Arthrose im Knie (auch Gonarthrose genannt). Dabei handelt es sich um eine Schädigung der von Knorpel umgebenen Gelenkflächen des Kniegelenks. Der Knorpel nutzt sich immer stärker ab, die Knochen reiben direkt aufeinander und verursachen enorme Schmerzen, die sich zum Teil erheblich auf die Mobilität im Alltag auswirken.

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Endoprothese

Werden Gelenkschmerzen akut, verursachen sie Bewegungseinschränkungen in den jeweiligen Gelenken. Am häufigsten betrifft das Hüfte und Knie: Sie unterliegen im Alltag häufig der größten Beanspruchung. Seit einigen Jahrzehnten ist es möglich, verschlissene Gelenke durch künstliche Prothesen auszutauschen. Man spricht bei einem solchen künstlichen Gelenk auch von einer Endoprothese. Was die Endoprothese ausmacht und wann sie eingesetzt wird, erfahren Sie in unserem Artikel.

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Arthroskopie

Bei der Arthroskopie handelt es sich um einen minimalinvasiven Eingriff, bei dem der Spezialist das schmerzende Gelenk mithilfe eines Arthroskops untersucht. Das Arthroskop besteht aus Kamera, Lichtquelle sowie Spül- und Absaugevorrichtung und wird über einen kleinen Schnitt in das Gelenk eingeführt. Der Arzt kann mithilfe des Instruments das Gelenk begutachten und ggf. behandeln, ohne es dafür komplett öffnen zu müssen. Die Arthroskopie ist eine Behandlungsmethode für Gelenkschmerzen, denn über weitere kleine Hautschnitte kann der Spezialist Instrumente in das Knie einführen, mit denen er Schäden direkt behandeln kann.

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