Geschirr spülen: So geht es richtig

Geschirr spülen: So geht es richtig

Geschirr richtig spülen und nachhaltig abwaschen – das will gelernt sein. Kein Problem mit unseren Abwasch-Tipps für perfekte Sauberkeit und Hygiene!

Christina Horst
Christina Horst
01.04.2020
Das Wichtigste in Kürze:
  • Ob beim Abwaschen per Hand oder beim Geschirrspülen in der Maschine: Damit Bakterien, Schimmel und sonstige Krankheitserreger keine Chance haben, sind einige Hygienemaßnahmen zu beachten.
  • Zu kalt abwaschen, Geschirr zu lange einweichen oder Spülmittel falsch dosieren – all das sind häufige Fehler beim Geschirrspülen.
  • Nicht jedes Material verträgt die Reinigung im Geschirrspüler, zum Beispiel edles Porzellan, Silber und Bleikristall.

Beim Geschirrspülen wollen wir nicht nur saubere Teller, streifenfreie Gläser und glänzendes Besteck: Wir wollen auch Zeit und Geld sparen, die Umwelt schonen und vor allem für Hygiene in der Küche sorgen. Wie man das schafft, verraten unsere Tipps und Tricks zum Abwaschen per Hand und zum Geschirrspülen mit der Spülmaschine.

Geschirrspülen per Hand

Kochen macht vielen Menschen Spaß – abwaschen nur den wenigsten. Gerade in kleineren Haushalten wird dennoch oft per Hand gespült. Und selbst da, wo die Spülmaschine einen Großteil der Arbeit erledigt, kommt man um das Abwaschen von Hand meist nicht ganz herum. Der größte Vorteil beim manuellen Geschirrspülen: Es schont Geschirr, Gläser und Besteck. Mit unseren Tipps wird alles strahlend sauber.

Geschirr spülen per Hand – Schritt-für-Schritt-Anleitung

  • Speisereste im Müll entsorgen – so verschmutzt das Abwaschwasser nicht so schnell.
  • Angetrocknete und eingebrannte Essensreste mit Wasser und etwas Spülmittel einweichen.
  • Nicht unter laufendem Wasser abwaschen – das verschwendet unnötig Ressourcen.
  • Waschbecken etwa zur Hälfte mit heißem Wasser füllen, erst danach Spülmittel hinzugeben. Dabei die Dosierungsempfehlung auf dem Etikett beachten: Je mehr Tenside das Produkt enthält, desto geringer die benötigte Menge.
  • Zuerst leicht, dann stärker verschmutztes Geschirr abwaschen.
  • Spülwasser wechseln, wenn es schmutzig ist oder kein Schaum mehr sichtbar ist.
  • Bei Bedarf das Geschirr nachspülen – es sollten keine Spülmittelreste vorhanden sein.
  • Geschirr abtropfen lassen und anschließend mit einem trockenen, sauberen Geschirrtuch abtrocknen. Alternativ auf einem Abtropfgitter an der Luft trocknen lassen.

Spülen im Geschirrspüler

Moderne Geschirrspülmaschinen verbrauchen relativ wenig Energie und Wasser. Die Reinigung mit der Spülmaschine kann im Vergleich zum Abwaschen per Hand deshalb sogar umweltfreundlicher und kostensparender sein. Ob das im Einzelfall tatsächlich so ist, hängt allerdings von vielen Faktoren ab: beispielsweise von den technischen Daten des Gerätes, vom Spülprogramm, vom Füllstand des Geschirrspülers und von den verwendeten Reinigern. Selbst die Art der Stromgewinnung müsste man in diese Rechnung einbeziehen. Die Frage, ob man Geschirr lieber per Hand oder mit der Spülmaschine reinigen sollte, lässt sich also nicht so einfach beantworten – komfortabler ist sicher Letzteres. Diese Tipps zum Geschirrspülen mit der Maschine sorgen für ein optimales Ergebnis.

Geschirr spülen mit der Spülmaschine – Schritt-für-Schritt-Anleitung

  • Essensreste im Mülleimer entsorgen: Sonst können sie die Spülmaschine verstopfen oder sich auf das restliche Geschirr verteilen.
  • Es ist in der Regel nicht notwendig, das Geschirr per Hand vorzuspülen: Korrekt eingeräumt und mit den richtigen Reinigungsprodukten bestückt beseitigt die Spülmaschine auch stärkere Verschmutzungen.
  • Den Geschirrspüler möglichst voll beladen. Dabei darauf achten, dass das Spülwasser überall hingelangen kann.
  • In die Spülmaschine gehören neben dem Reiniger auch ein Klarspüler und Regeneriersalz für die Wasserenthärtung.
  • Ein Öko-Programm reicht für normale Verschmutzungen aus, für mehr Hygiene sorgt jedoch ein Programm mit 60 Grad.

Hygiene-Tipps zum Geschirrspülen

Zwar sind die meisten der Millionen Mikroorganismen, die es in der Küche und im restlichen Haushalt gibt, völlig ungefährlich oder sogar nützlich. Einige Hygienemaßnahmen sind dennoch zu beachten, damit Krankheitserreger, Bakterien und Schimmel keine Chance haben. Grundsätzlich schneiden Spülmaschinen hinsichtlich der Hygiene besser ab als Handwäsche, weil sich viele Keime erst ab 60 Grad Wassertemperatur unschädlich machen lassen. Mindestens einmal im Monat sollte die Spülmaschine deshalb mit einem entsprechenden Programm laufen – dabei wird nicht nur das Geschirr, sondern auch die Maschine von innen gereinigt. Wer außerdem folgende Tipps und Tricks anwendet, freut sich stets über hygienisches Geschirr und einen sauberen Geschirrspüler:

  • Geschirr möglichst schnell nach dem Essen abspülen. Steht es lange herum, können sich Keime vermehren. Da sie Feuchtigkeit lieben, gilt das umso mehr für langes Einweichen.
  • Schwämme, Lappen und Bürsten nach der Verwendung gut trocknen lassen und regelmäßig wechseln. Entsorgen muss man sie nicht direkt: Wer eine Spülmaschine besitzt, kann sie darin bei 60 Grad waschen. Lappen und Schwämme können auch in die Waschmaschine gegeben werden, und sogar zwei Minuten in der Mikrowelle bei 800 Watt töten Bakterien ab. Mehr über die hygienische Reinigung von Textilien in der Waschmaschine lesen Sie in unserem Ratgeber Wäsche waschen.
  • Zum Reinigen von Arbeitsflächen andere Lappen verwenden als für das Geschirr.
  • Die Hände nach dem Händewaschen nicht mit dem Geschirrtuch, sondern mit einem extra Handtuch trocknen.
  • Hygiene schon beim Verarbeiten von Lebensmitteln beachten: Rohes Fleisch sollte nicht in Berührung mit anderen Lebensmitteln kommen, darum ein separates Schneidbrett und Messer für die Zubereitung verwenden und direkt im Anschluss abwaschen. Nach dem Hantieren mit rohem Fleisch ist unter Umständen eine Desinfektion sinnvoll.
  • Ob Schneidbretter aus Holz oder aus Plastik hygienischer sind, ist nicht geklärt. Fest steht: Plastikbretter können in die Spülmaschine gegeben und somit heißer gewaschen werden. Solange Holzbrettchen direkt nach der Verwendung heiß abgewaschen und sofort getrocknet werden, sind sie jedoch hygienisch unbedenklich.
Geöffnete Spülmaschine mit sauberem Geschirr
Im Geschirrspüler sind Waschtemperaturen von 60 Grad und mehr möglich: Das ist gut für die Hygiene. Doch auch, wer per Hand abwäscht, kann mit einigen einfachen Maßnahmen Keimen den Garaus machen.

Was darf in die Spülmaschine – und was nicht?

So komfortabel, wie das Spülen mit der Maschine auch ist – bei einigen Materialien ist Vorsicht geboten. Sie können im Geschirrspüler beispielsweise durch das aggressive Reinigungsmittel oder durch falsches Einräumen schnell Schaden nehmen. Unsere Tipps verraten, was in die Maschine gehört und was nicht.

Porzellan

Handelt es sich um ein edles Service mit Goldrand oder besonderem Dekor, ist meist Handwäsche nötig. Einfaches Porzellangeschirr ist hingegen in der Regel spülmaschinenfest, übersteht den Geschirrspüler also völlig unbeschadet. „Spülmaschinentauglich“ bedeutet, dass das Spülen in der Maschine zwar möglich ist, aber auf Dauer beispielsweise zum Verblassen der Farbe führen kann. Beim Einräumen des Geschirrspülers sorgfältig vorgehen, sonst können schnell Ecken vom Porzellan abplatzen oder Sprünge entstehen.

Keramik

Zwar gehört auch Porzellan zum Keramikgeschirr, doch gibt es noch einige andere Sorten. So ist beispielsweise Steinzeug sehr beliebt. Glasiertes Steinzeug darf in die Spülmaschine, unglasiertes sollte von Hand abgewaschen werden. Allgemein ist das Material eher porös und trocknet deshalb nur langsam – ein potenzieller Nährboden für Keime.

Plastik

Schüsseln, Rührlöffel und viele andere Küchenhelfer bestehen heutzutage aus Kunststoff. Das Material kann grundsätzlich bedenkenlos im Geschirrspüler gereinigt werden. Weiches Plastik kann sich allerdings verformen.

Holz

Holz ist aus vielen Küchen ebenfalls nicht wegzudenken: von Brettchen über Kochlöffel bis hin zu Obstschalen werden viele Küchenutensilien aus dem Naturmaterial hergestellt. Für die Spülmaschine eignet sich Holz nicht, denn es wird darin spröde. Es sollte von Hand abgewaschen und sofort abgetrocknet werden, damit es nicht schimmelt.

Edelstahl

Spülmaschinenfestes Edelstahlbesteck besteht in der Regel aus rostfreiem Stahl. Chromnickelstahl (18/10) mit 18 Prozent Chrom und 10 Prozent Nickel ist dabei pflegeleichter und robuster als Chromstahl (18/0). Auch rostfreier Edelstahl kann im Geschirrspüler Flugrost anziehen – dagegen wirkt ein Ball aus locker zusammengeknüllter Alufolie, der ins Besteckfach gegeben wird. Edelstahl nach dem Abwaschen immer gut trockenreiben, um Verfärbungen vorzubeugen. Scharfe Messer sollten grundsätzlich lieber schonend per Hand gespült werden.

Silber

Ob Silberbesteck in die Spülmaschine gegeben werden kann, hängt von der Legierung ab. Das klassische alte Silberbesteck aus 800er-Silber darf nicht in den Geschirrspüler. Besteck aus 925er-Silber (Sterlingsilber) verträgt die Reinigung in der Spülmaschine, ebenso solches mit 90er-Versilberung.

Glas

Gläser lassen sich problemlos in der Spülmaschine reinigen, solange sie bruchsicher eingeräumt werden. Bleikristallgläser hingegen sollte man lieber per Hand abwaschen. Häufig zeigt Glas, das regelmäßig im Geschirrspüler landet, irgendwann eine milchige Trübung oder ein Schimmern in Regenbogenfarben. Während der erste Effekt meistens auf Kalkablagerungen zurückzuführen ist, entsteht der zweite in der Regel durch eine Überdosierung von Klarspüler. Allerdings kann beides auch auf Glaskorrosion hinweisen: Die feinen Beschädigungen entstehen beispielsweise durch falsches Einräumen des Geschirrspülers, zu hohe Temperaturunterschiede beim Spülen oder zu weiches Wasser.

Teflon

Beschichtete Pfannen sollten per Hand abgespült werden. Die Wassertemperatur der Spülmaschine würde die Beschichtung überstehen, das Reinigungsmittel kann sie hingegen angreifen.