Bestattungsarten: Diese Möglichkeiten zur Beisetzung gibt es

Bestattungsarten: Diese Möglichkeiten zur Beisetzung gibt es

Diese Bestattungsarten gibt es: Nicht alle Möglichkeiten sind in Deutschland erlaubt, dennoch besteht die Möglichkeit, die eigene Beisetzung individueller zu gestalten.

Johannes Kuhnert
Johannes Kuhnert
04.07.2019
Das Wichtigste in Kürze:
  • Obwohl in Deutschland Friedhofszwang herrscht, gibt es eine ganze Reihe von Bestattungsarten.
  • Nicht alle Arten der Beisetzung lassen sich innerhalb der Bundesrepublik umsetzen, doch bereits in angrenzenden Ländern gibt es zahlreiche Alternativen.
  • Kosten und Umfang der verschiedenen Bestattungsarten hängen nicht allein von der Bestattung selbst ab, sondern auch vom Umfang und individuellen Wünschen.

Wer sich rechtzeitig mit den Rahmenbedingungen der eigenen Bestattung beschäftigt, schafft über den eigenen Tod hinaus einen dankbaren Rahmen für das Verbindende und entlastet seine Angehörigen. Dabei gibt es Möglichkeiten, die eigenen Vorstellungen schon zu Lebzeiten nicht nur festzuhalten, sondern auch mit dem notwendigen finanziellen Fundament zu untermauern. Und es lohnt sich, denn auch beim Thema Beerdigung gilt: Vorsorge öffnet Gestaltungsräume.

Welche Bestattungsarten gibt es?

Neben den gängigen Bestattungsarten wie der Erd- oder Feuerbestattung gibt es auch ausgefallenere Möglichkeiten der Bestattung. Dazu zählt zum Beispiel die Weltraumbestattung oder die Raketenbestattung. Doch nicht alle Bestattungsarten kommen in Deutschland für eine Beerdigung in Frage. Tipp: Nutzen Sie für den Ernstfall auch unsere Sterbefallcheckliste. Welche Bestattung Sie rechtssicher und ruhigen Gewissens als Wunsch in Ihrer Bestattungsverfügung aufführen können, erfahren Sie in unserem Überblick.

Kann ich meine Beisetzung bereits im Voraus planen und finanzieren?

Während die gesetzliche Regelung zum Sterbegeld bereits im Jahr 2004 ausgelaufen ist, gibt es heute eine Reihe von Möglichkeiten, die eigene Bestattung nicht nur bereits im Voraus umfänglich zu organisieren; auch die Finanzierung lässt sich heutzutage vorausschauend umsetzen. Dafür stehen drei mögliche Instrumente zur Verfügung: Die Bestattungsverfügung, die Sterbegeldversicherung und der Vorsorgevertrag. Während die Bestattungsverfügung dazu dient, die eigenen Vorstellungen über Umfang und Ablauf der eigenen Beisetzung schriftlich zu fixieren, ist die Sterbegeldversicherung ein sicheres Instrument, um die Kosten der Beerdigung Zug um Zug im Voraus anzusparen. Wer Bestattungsverlauf und Bestattungsfinanzierung in einem Zug regeln möchte, kann auch einen Vorsorgevertrag mit einem Bestatter schließen. Hier wird die Beisetzung in allen Einzelheiten vorab geregelt und per Einmalzahlung auf ein Treuhandkonto bereits zu Lebzeiten beglichen.

Bestattungsgesetz: Was ist erlaubt?

Wie alle elementaren Bereiche des Lebens unterliegt auch das Sterben in Deutschland festen gesetzlichen Bestimmungen. So müssen Bestattungen in Deutschland innerhalb einer bestimmten Frist stattfinden. Verstorbene dürfen frühestens nach 48 Stunden beigesetzt werden, der späteste Zeitpunkt für die Bestattung ist der achte Tage nach Eintreten des Todes. Sollten wichtige Gründe für eine Verschiebung der Beerdigung bestehen, muss sie beim örtlichen Ordnungsamt beantragt werden.

Auch beim Bestattungsort gewährt der Gesetzgeber wenig Spielraum, denn grundsätzlich besteht in Deutschland Friedhofszwang. Verstorbene dürfen nicht auf privatem Boden beigesetzt oder im Wind verstreut werden - von einigen, historischen Ausnahmen abgesehen. Allerdings bieten einige Bestatter Kooperationen mit ausländischen Partnern, die auch andere Arten der Bestattung realisieren. Wichtig: Für alle Alternativen zur Beerdigung bzw. Erdbestattung ist eine Kremation (Verbrennung, bzw. Einäscherung) Voraussetzung, sie sollte also bei Planung und Wünschen alternativer Bestattungsarten berücksichtigt werden.

Erdbestattung: Sargträger mit Holzsarg
Klassische Erdbestattung: Die wohl bekannteste Bestattungsart

Beerdigung

Die Beerdigung darf als die klassische Bestattungsart gelten, auch wenn immer weniger Menschen heute Wert auf eine Erdbestattung im Wortsinn legen. Bei der Beerdigung wird der Sarg im Anschluss an die Trauerfeier im Beisein der Hinterbliebenen auf einem Friedhof in einem Grab beigesetzt. Traditionell erhält das Grab abschließend einen Grabstein oder ein Kreuz, auf dem neben dem Namen des Verstorbenen auch seine Lebensdaten und nach Wunsch ein Wahlspruch, ein Zitat oder ein Rufname eingraviert sind.

Die Gesamtkosten einer Beisetzung richten sich nach den Gebühren der Ortsgemeinde, in manchen Fällen auch der Lage auf dem Friedhof und dem Umfang der vom Bestatter erbrachten Leistungen. Sie liegen derzeit (Stand 2018) bei durchschnittlich 6500 €.

Feuerbestattung: Urne auf Tisch
Feuerbestattung: Neben der Erdbestattung eine der häufigsten Bestattungsarten in Deutschland.

Feuerbestattung

Die zweifelsfrei "populärste" Alternative zur traditionellen Erdbestattung ist in Deutschland die Feuerbestattung. Bei einer Umfrage im Jahr 2017 bevorzugten 29 Prozent der Befragten die Feuerbestattung in der einen oder anderen Form. Bei der Einäscherung wird der Verstorbene verbrannt und in Anwesenheit der Trauergesellschaft in einer Urne beigesetzt. Eine einfache Feuerbestattung kostet im Durchschnitt 6000 Euro ohne Grabpflege. Allerdings können sich die Preise von Ort zu Ort und abhängig von Qualität und Umfang der gewünschten Leistungen deutlich unterscheiden.

Seebestattung: Seeblick mit Horizont
Seebestattung: Beisetzung der Asche in der Weite des Ozeans

Seebestattung

Auch die Seebestattung ist eine bis heute beliebte Alternative zur klassischen Beerdigung. Bis ins frühe 20. Jahrhundert war eine solche Bestattung übrigens einzig Seeleuten vorbehalten, erst seit dem Jahr 1934 steht die offene See allen Verstorbenen als letzte Ruhestätte offen.

Die Gesamtkosten für eine Seebestattung liegen zwischen 2600 und 8000 Euro, auch hier hängen die Kosten auch maßgeblich davon ab, ob die Trauergemeinde der Zeremonie auf See beiwohnen möchte. Es ist üblich, dass bis zu zwölf Trauernde die Urne zum Seegrab begleiten können.

Waldweg im Sonnenschein
Baumbestattung im Friedwald: Harmonisches Umfeld in der Natur.

Waldbestattung / Baumbestattung im Friedwald

Immer mehr Menschen wünschen sich heutzutage eine naturnahe Alternative zum Friedhof und entscheiden sich für eine Baumbestattung im Friedwald oder Ruheforst.

Eine Beisetzung auf dem Friedwald kostet zwischen 2400 und 8000 Euro. Dabei beträgt die reine Beisetzungsgebühr für Baumbestattungen durchschnittlich 250 Euro. Teurer wird es bei den Preisen für den ausgewählten Bestattungsbaum.

Was kostet eine Bestattung?

Bestattungskosten richten sich nach Bestattungsart, Beisetzungsort, Grabstelle und Umfang der Leistungen des Bestatters. Je nach Wunsch des Verstorbenen und seiner Angehörigen können die Gesamtkosten zwischen 2000 und etwa 8000 Euro liegen, eine tatsächliche Obergrenze gibt es aber nicht. Wer exklusive Sonderwünsche realisieren möchte, kann Sie im Einklang mit der geltenden Friedhofsordnung auch umsetzen. Wer zu Lebzeiten die passende Bestattungsvorsorge getroffen hat, etwa in Form einer Sterbegeldversicherung, kann seine Angehörigen entlasten, und verhindern, dass Angehörige das Erbe ausschlagen, weil Ihnen die Beerdigungskosten zu hoch sind.

Bei einer Erdbestattung liegen die Beisetzungskosten bei durchschnittlich 6500 Euro. Gebühren für die Grabpflege sind darin allerdings noch nicht enthalten. Gleiches gilt für die Feuerbestattung, die mit rund 6000 Euro zu Buche schlägt. Bei der Seebestattung können Sie zwischen der anonymen Variante für rund 2600 Euro wählen und der klassischen Seebestattung im familiären Rahmen für rund 8000 Euro. Eine Beisetzung auf einem Friedwald (Waldbestattung, bzw. Baumbestattung) kostet je nach Baum (Einzel-, Familien oder Gemeinschaftsbaum) zwischen 2400 und 8000 Euro.

Ausgefallene Bestattungsarten

Neben den gängigen Bestattungsarten gibt es eine Reihe ausgefallenerer Alternativen. Allerdings sind die meisten davon in Deutschland aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht oder nur eingeschränkt realisierbar. Welche Wege es gibt, die eigene letzte Reise individueller zu gestalten erfahren Sie in unseren Artikeln zur:

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