Diamantbestattung - Kosten, Organisation und Ablauf

Diamantbestattung - Kosten, Organisation und Ablauf

Ratgeber Beerdigung: Alles was Sie über die Diamantbestattung, Kosten und Organisation wissen müssen.

Sarah Lange
Sarah Lange
10.04.2018
Das Wichtigste in Kürze:
  • Voraussetzung für die Herstellung eines Erinnerungsdiamanten ist eine spezielle Form der Einäscherung, die statt der üblichen 1200 Grad Celsius nur 800 Grad zur Kremierung verwendet.
  • In Deutschland ist die Diamantbestattung regulär nicht gestattet, entsprechende Angebote deutscher Bestatter werden darum von ausländischen Anbietern umgesetzt. Da nur ein kleiner Anteil der Kremationsasche benötigt wird, kann parallel eine herkömmliche Beisetzung ebenfalls erfolgen.
  • Ein 0,4-Karat-Diamant kostet in der Herstellung rund 5.000 Euro, für einen Ein-Karat-Diamanten können Kosten von ungefähr 13.000€ anfallen.

Diamantbestattung: So funktioniert das Edelsteinbegräbnis

Erinnerungsstücke sind immer persönlich. Sei es ein Foto, ein zerfleddertes Taschenbuch oder über Generationen vermachter Familienschmuck. Unter den Juwelen nimmt bis heute der Diamant eine Sonderstellung ein. Seine hohe Festigkeit, seine Reinheit und die Aura etwas Bleibendes zu besitzen, machen ihn zum Solitär unter den Edelsteinen. In der heutigen Zeit gibt es neben den seit jeher überlieferten Beisetzungsarten neue Möglichkeiten das Andenken des Verstorbenen zu bewahren. Die Diamantbestattung ist eine davon - und zweifelsfrei eine der ungewöhnlicheren. Hier werden die sterblichen Überreste des Verstorbenen zunächst im Rahmen einer regulären Feuerbestattung kremiert. Anschließend wird ein Teil der kohlenstoffreichen Asche aufgefangen und in einem mehrwöchigen Verfahren unter hohem Druck zu einem oder mehreren Edelsteinen verpresst, die dann den nächsten Angehörigen zum Andenken übergeben werden. Selbstverständlich können die so entstandenen Diamanten aber auch in Schmuck eingefasst werden. Die verbleibende Asche wird ganz regulär in einer Urne beigesetzt. Wer keine "zweigeteilte" Bestattung wünscht, kann aber auch die gesamte Totenasche zu Diamanten verarbeiten lassen. Obwohl die Diamantbestattung in Deutschland regulär nicht gestattet ist, gibt es immer mehr Bestattungsunternehmen, die Kooperationen mit entsprechenden Einrichtungen im Ausland unterhalten, etwa in der Schweiz oder den Niederlanden.

Diamantbestattung

Herstellung des Diamanten

Die Herstellung eines solchen Diamanten erfordert eine gesonderte Einäscherung bei Temperaturen unterhalb von 800 Grad Celsius, nicht wie sonst bei einer Feuerbestattung üblich bei 1200 Grad. Dank der niedrigeren Verbrennungstemperatur bleiben in der Asche sog. amorphe Kohlenstoffe erhalten, aus denen in einem weiteren Schritt ein Erinnerungsdiamant gepresst werden kann. Zunächst werden nach der Einäscherung die amorphen Kohlenstoffe von der Kremationsasche getrennt. Je nach Verfahren werden im nächsten Schritt Zusätze beigemischt, um einen möglichst hohen Festigkeitsgrad des Diamanten sicherzustellen. In einem Zeitraum von vier bis sechs Wochen wird das aus der Asche gewonnene Kohlenstoffgemisch dann unter sehr hohem Druck und hohen Temperaturen allmählich gepresst. Dabei werden die Kohlenstoffgitter allmählich in Diamantkristalle übersetzt. Ist der Rohdiamant fertig, kann er exakt nach den Wünschen des Hinterbliebenen geschliffen werden. Entweder ganz klassisch in Diamantform, als Oval oder auch als Herz. Es ist durchaus möglich, nach diesem Verfahren auch mehrere Diamanten aus der Totenasche zu fertigen. Jeder einzelne Stein ist ein Unikat: Manche Steine werden kristallklar, während andere einen Ton ins Weiße oder Blaue gehen, und je länger ein Diamant wächst, desto mehr Karat hat er.

Diamant aus Haar

Eine weitere Variante der Diamantbestattung ist die Herstellung eines Diamanten aus Haaren der oder des Verstorbenen vor. Auch bei dieser Bestattungsart wird der im Haar gebundene Kohlenstoff des Toten zu einem Diamanten verarbeitet. Für dieses Verfahren werden rund 5g Haar benötigt.

Was kostet die Diamantbestattung?

Die Kosten für die Herstellung eines Diamanten hängen stark vom erzielten, bzw. gewünschten Karatwert ab. Die günstigste Variante mit 0,4 Karat kommt auf etwa 6000 Euro, während für einen Einkaräter um die 18.700 Euro fällig werden. Etwas günstiger ist die Anfertigung eines Diamanten aus Haar. Hier liegt der Regelpreis für 0,4 Karat bei 5500 Euro, während die Ein-Karat-Variante auf etwa 18.000 Euro kommt. Nicht zu vergessen: Die Bestattungskosten für die verbleibende Kremationsasche kommen ebenfalls hinzu, falls nicht die gesamte Totenasche zu Diamanten verarbeitet werden soll. Deutlich günstiger ist die Rücküberführung des natürlichen Kohlenstoffs bei einer Baumbestattung im Bestattungswald oder Friedwald. Wer dennoch ein bleibendes Andenken eines Verstorbenen bewahren möchte, sollte den Abschluss einer Sterbegeldversicherung zu Lebzeiten in Betracht ziehen.

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