Feuerbestattung - Kosten, Organisation und Ablauf

Feuerbestattung - Kosten, Organisation und Ablauf

Hier erfahren Sie alles was Sie über die Feuerbestattung und Kremation wissen sollten - Kosten, Organisation und mehr

Johannes Kuhnert
Johannes Kuhnert
09.04.2018
Das Wichtigste in Kürze:
  • In Deutschland gilt der Friedhofszwang, die Totenasche darf nach der Einäscherung nicht privat aufbewahrt oder verstreut werden. Sie muss auf einem Friedhof beigesetzt werden.
  • Für die Kremation wird eine schriftliche Willenserklärung des Toten oder seiner nächsten Angehörigen benötigt.
  • Eine Feuerbestattung kostet im Durchschnitt 6000 Euro

Feuerbestattung: Kremation und Beisetzung in einer Urne

Die Feuerbestattung ist eine in Deutschland häufig nachgefragte Alternative zu klassischen Bestattungsarten wie der traditionellen Beerdigung ist die Feuerbestattung. Bei der Einäscherung oder "Kremierung" werden die sterblichen Überreste des Verstorbenen verbrannt, in eine Urne verfüllt und in Anwesenheit der Trauergesellschaft beigesetzt. Auch Feuerbestattungen unterliegen dem deutschen Friedhofszwang. Anstelle einer regulären Beisetzung darf eine Urne deshalb nur in Ausnahmefällen privat aufbewahrt werden. Aus demselben Grund darf auch die Asche nur unter besonderen Bedingungen verstreut werden. Anders als für die Erdbestattung wird für die Umsetzung der Feuerbestattung eine schriftliche Willenserklärung des Verstorbenen oder seiner nächsten Angehörigen benötigt. Es ist ratsam eine solche Erklärung gemeinsam mit allen weiteren Vorsorgedokumenten aufzusetzen, etwa im Rahmen einer Bestattungsverfügung als Teil der allgemeinen Bestattungsvorsorge.

Feuerbestattung und Kremation
Der Kremationsprozess: Die sterblichen Überreste werden bei der Feuerbestattung gemeinsam mit dem Sarg verbrannt. Bildquelle: Shutterstock

Ablauf einer Feuerbestattung

Die eigentliche Kremierung dauert üblicherweise nur etwas mehr als eine Stunde. Dazu wird der Sarg mit dem Verstorbenen nach seinem Tod ins zuständige Krematorium verbracht und für die Verbrennung eingeplant. Vor der Kremierung wird jeder Sarg mit einem feuerfesten Nummernträger versehen, der der Asche des Verstorbenen auch nach der Kremierung beigelegt wird, um sicherzustellen, dass sämtliche Feuerbestattungen eindeutig zugeordnet werden können. Im Rahmen der Verbrennung können auch persönliche Gegenstände wie Fotografien, Tagebücher oder private Aufzeichnungen dem Kremationsprozess beigegeben werden. Der nächste Schritt im Ablauf der Feuerbestattung ist die amtliche Versiegelung der Urne mit Anbringung einer Plakette mit den persönlichen Daten, der Vorgangsnummer, dem Tag der Verbrennung und Nennung des Krematoriums. Abschließend wird die Asche des Toten gesammelt und in eine Aschekapsel verfüllt, die in die Urne gesetzt wird. Damit ist der Vorgang der eigentlichen Einäscherung vollzogen. Zuletzt wird die Urne auf dem Friedhof beigesetzt. Ist die Asche - oder ein Teil davon - zur weiteren Verarbeitung im Rahmen einer Diamantbestattung vorgesehen, wird die benötigte Aschemenge von der Totenasche abgenommen und bei entsprechenden Unternehmen in der Schweiz oder in den Niederlanden weiterverarbeitet.

Wie wird die Urne beigesetzt?

Urnen können in einer Urnenwahlstelle, Urnenreihenstelle oder sog. Kolumbarien beigesetzt werden. Kolumbarien sind beispielsweise Urnenwände, Urnenhallen oder Stelen. Bei allen Beisetzungsarten nach der Einäscherung ist es möglich das Grab mit Blumen, Kerzen oder Erinnerungsstücken zu schmücken. Alternativ ist auch eine anonyme Bestattung möglich, bei der die Asche des Verstorbenen auf einer Rasenfläche eines Friedhofs verstreut wird, eine Grabpflege ist in diesem Fall nicht nötig. Die anschließende Würdigung des Verstorbenen mit Grabschmuck ist allerdings nicht gestattet. Manche Friedhöfe bieten auch Gemeinschaftsgräber an, in welchen die einzelnen Grabstellen gekennzeichnet sind und es oft die Möglichkeit gibt, Blumen und Lichter aufzustellen. Die Pflege liegt in diesem Fall beim Friedhofsträger.

Welche Kosten entstehen?

Eine einfache Feuerbestattung kostet im Durchschnitt 6000 Euro, die Kosten für die Grabpflege auf dem Friedhof nicht eingerechnet. Allerdings können sich die Preise von Ort zu Ort und abhängig vom Umfang und der Qualität der gewünschten Leistungen im Anschluss an die Einäscherung deutlich unterscheiden. Generell liegt die reine Grabnutzungsgebühr zwischen 350 und 2050 Euro und ist an die Grabart und die örtlichen Friedhofsgebühren gekoppelt. Auch für eine Feuerbestattung ist der vorsorgliche Abschluss einer Sterbegeldversicherung eine sinnvolle Ergänzung im Rahmen der Bestattungsvorsorge, um die eigenen Angehörigen zu entlasten.

Alternative Beisetzungsarten

Beerdigung: Die klassische Erdbestattung ist in der Regel teurer als eine Feuerbestattung, sie bewahrt dafür aber die Unversehrtheit des menschlichen Körpers.

Baumbestattung: Die Baumbestattung im Friedewald ist eine attraktive Alternative für alle, die eine noch naturnähere Bestattungsart bevorzugen. Sie ist auch häufig deutlich günstiger als die klassische Erdbestattung.

Seebestattung: Andere Elemente, neue Möglichkeiten. Die Seebestattung wiederum verknüpft den günstigeren Preis der Feuerbestattung mit der romantischen Möglichkeit, die Asche auf See verstreuen zu lassen.

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