Haushalt: Das Risiko putzt mit

Haushalt: Das Risiko putzt mit

Die meisten Unfälle passieren im Haushalt – wir verraten, wie Sie sich am besten gegen Unfälle im Haushalt absichern.

Jessica Djadavjee
Jessica Djadavjee
04.09.2019

Die meisten Unfälle passieren im Haushalt – was wie eine abgedroschene Floskel klingen mag, entspricht leider der Realität. Obwohl die eigenen vier Wände eigentlich ein sicherer Rückzugsort sein sollen, passieren dort noch mehr tödliche Unfälle als im Straßenverkehr. Wir verraten, wie Sie sich am besten gegen Unfälle im Haushalt absichern.

Haushalt - Schauplatz für viele Unfälle

Der geselligste Ort zu Hause ist auch gleichzeitig der gefährlichste: Die Küche. Dort, wo man mit Freunden bei einem leckeren Essen gemütlich zusammensitzt, passieren die meisten Unfälle. Vor allem das Kochen birgt Risiken – statistisch gesehen ist für Frauen dasselbige die häufigste Unfallursache. Männer hingegen verletzen sich am häufigsten bei handwerklichen Tätigkeiten oder beim Möbelrücken. Insbesondere Werkzeuge mit scharfen Klingen und rutschige Bodenbeläge sind darüber hinaus für Unfälle im Haushalt verantwortlich.

  • Stürze,
  • Verbrennungen,
  • Schnittwunden,
  • Vergiftungen und
  • Stromschläge gelten als die häufigsten Unfallarten im Haushalt.

Unfallprävention: So beugen Sie Unfällen im Haushalt vor

  • Professionelles Equipment verwenden

Um Stürze im Haushalt zu vermeiden, sollten Sie wackelige Konstruktionen vermeiden, um an höherliegende Gegenstände zu gelangen. Weder Stuhl noch Tisch sind geeignet, um eine defekte Glühbirne an der Zimmerdecke auszutauschen. Nutzen Sie nur professionelles Equipment für Arbeiten in luftiger Höhe, die Verwendung einer TÜV-geprüften Leiter oder eines Tritts ist für jeden Hobby-Handwerker ein Muss. Achten Sie außerdem darauf, nur mit festem Schuhwerk Arbeiten durchzuführen – Hausschuhe haben bei handwerklichen Tätigkeiten nichts verloren.

  • Geräte und Produkte gemäß den Sicherheitsbestimmungen einsetzen

Verwenden Sie Produkte nur in vorgesehener Weise und beachten Sie die Betriebsanleitungen. Grillanzünder, Rasenmäher, Motorsägen und Co. stellen bei unsachgemäßer Benutzung eine große Gefahr dar.

  • Schutzausrüstung tragen

Helme, Handschuhe und Sicherheitsschuhe schützen bei Arbeiten am Haus vor Verletzungen – achten Sie beim Kauf von Produkten auf Prüfzeichen (CE- und GS-Kennzeichnung).

  • Stolperfallen vermeiden

Damit Kabel nicht zur Stolperfalle werden, sollten Sie bei der Verwendung technischer Geräte immer die nächstgelegene Steckdose nutzen.

  • Pausen einlegen

Nicht nur beim Autofahren wird Müdigkeit zur Unfallgefahr. Für Arbeiten in Haus und Garten sollten Sie ebenfalls ausgeruht und fit sein, denn bei Müdigkeit lässt die Konzentration nach und Unfälle sind vorprogrammiert.

  • Elektroinstallationen dem Fachmann überlassen

Die Installation und Reparatur elektrischer Geräte und Leitungen sollte ausschließlich von einem Fachmann durchgeführt werden.

  • Technische Geräte mit Kippschalter versehen und Stauhitze vermeiden

Technische Geräte sollten Sie bei Bedarf vom Netz trennen können – verbinden Sie Fernseher und Router am besten mit einer Steckdosenleiste mit Kippschalter. Viele Geräte produzieren im Betrieb Wärme und sollten deshalb so positioniert werden, dass die Hitze entweichen kann.

Unfälle im Haushalt – die Ursachen

Stürze: Häufigste Unfallursache

Die meisten Haushaltsunfälle mit tödlichem Ausgang ereignen sich durch Stürze – Grund hierfür sind diverse Stolperfallen: Teppichkanten, rutschige Fliesenböden oder herumliegende Habseligkeiten lassen Hausbewohner ins Stolpern geraten. Ein Sturz, der nicht rechtzeitig abgefangen werden kann, endet mitunter mit Knochenbrüchen oder mit einer tödlichen Verletzung. Insbesondere Senioren sind davon betroffen, die durch Gangunsicherheiten und andere Einschränkungen besonders sturzgefährdet sind. Ein Sturz verursacht bei älteren Menschen schwerere Verletzungen, da die Widerstandsfähigkeit der Knochen mit steigendem Alter schwindet.

Sturzfolgen für Senioren in Zahlen:

  • Jedes zweite Unfallopfer benötigt anschließend zeitweise oder permanente pflegerische Betreuung.
  • 17 Prozent der verunfallten Senioren versterben innerhalb eines Jahres nach dem Sturz infolge der direkten oder indirekten Verletzungen.
  • 30 Prozent der Gestürzten sind nach dem Unfall auf eine Gehhilfe angewiesen, jeder Dritte auf einen Rollator. Lediglich 15 Prozent sind danach ohne Hilfsmittel weiterhin mobil.

Messer und Scheren: Scharfe und Spitze Gegenstände

Schnitt- und Stichverletzungen sind im Haushalt an der Tagesordnung, kommen spitze Messer und Scheren täglich zum Einsatz. Ein Verbandskasten in greifbarere Nähe ist deshalb Pflicht!

Strom und Feuer: Herd nicht außer Acht lassen

Wasserdampf und heißes Fett bergen ein hohes Verletzungsrisiko – wer Topf oder Pfanne auf dem Herd nur kurz aus den Augen lässt und dann zu einer hektischen Rettungsaktion ansetzt, läuft leicht Gefahr, durch heißes Wasser oder Fett schwere Verbrennung davonzutragen oder einen Brand auszulösen; zu den häufigsten Ursachen für Wohnungsbrände zählt unter anderem in Brand geratenes Fett.

Chemische Reinigungsmittel

Chemische Reinigungs-, Putz- und Lösungsmittel finden in Haushalten rege Verwendung; wichtig dabei ist, für eine gute Belüftung zu sorgen, um die Dämpfe nicht einzuatmen und die Haut vor dem Kontakt mit ätzenden Inhaltsstoffen zu schützen. Bewahren Sie Reinigungs- und Putzmittel stets außer Reichweite von Kindern auf!

Optimal vorgesorgt mit Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

Sollte es trotz größter Vorsicht trotzdem zu einem Unglück im Haushalt kommen, sind Sie mit einer Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht auf der sicheren Seite. Entlasten Sie Ihre Angehörigen und treffen Sie wichtige Entscheidungen, solange Sie dazu in der Lage sind. Sobald Sie aufgrund einer Verletzung auf Pflege oder medizinische Behandlung angewiesen sind, schaffen Vorsorgedokumente Sicherheit – so werden Ihre Interessen gewahrt, auch wenn Sie Ihren Willen nicht mehr selbst äußern können.