Seniorenresidenz - Pflege und Wohnen mit hohem Komfort

Seniorenresidenz - Pflege und Wohnen mit hohem Komfort

Seniorenresidenz: Die gehobene Alternative zum Pflegeheim? Immer mehr Seniorenresidenzen werben mit komfortabler Unterbringung und erstklassiger Pflege.

Johannes Kuhnert
Johannes Kuhnert
06.02.2020
Das Wichtigste in Kürze:
  • Grundsätzlich stehen Seniorenresidenzen für einen gehobenen Wohnstil, der Wohn- mit Betreuungsangeboten kombiniert.
  • In der Regel leben Mieter einer Seniorenresidenz in einer eigenen Wohnung innerhalb einer abgeschlossenen Wohnanlage und nehmen dabei einerseits klassische Betreuungsleistungen wahr, als auch gesetzlich geregelte Leistungen nach SGB V oder SGB XI.
  • Viele dieser Einrichtungen bieten ein umfassendes pflegerisches Angebot, z.T. von niedrigschwelliger Betreuung in der angemieteten Wohnung bis hin zur Intensivbetreuung bei höchster Pflegebedürftigkeit.
  • Seniorenresidenzen sind in aller regel deutlich teurer als reguläre Pflegeheime oder Altenheime, denn die Kosten für Unterbringung und Basisversorgung werden unabhängig von Pflege und Eigenanteil erhoben.
Senioren mit Betreuer sitzen auf einer Terrasse und spielen Karten
Rundum gut versorgt im angenehmen Ambiente: So preisen Seniorenresidenzen ihre Leistungen an.

Immer mehr Menschen in Deutschland werden pflegebedürftig, rund 3,7 Millionen waren es im Sommer 2019, gleichzeitig befinden sich gewaltige Vermögen in Händen der besonders betroffenen Alterskohorte 65+. Und immer mehr Menschen dieser überwiegend zahlungskräftigen Generation macht sich Gedanken über ihre Wohnsituation im Alter.

Obwohl rund zwei Drittel aller Überfünfzigjährigen auch zu einem späteren Lebenszeitpunkt in den eigenen vier Wänden bleiben möchte, steigt die Nachfrage nach Wohnmöglichkeiten mit Betreuung rasant, gerne auch zu einem etwas höheren Preis, wenn denn der Service stimmt – etwa in einer Seniorenresidenz. In den letzten zehn Jahren hat sich das Internetsuchaufkommen nach dieser Wohnform in etwa verdoppelt. Kein Wunder, war doch die Diskussion um Pflege und Versorgung in den 2010er-Jahren häufig geprägt von Schlagworten wie Pflegenotstand oder Pflegelücke. Dabei besteht das bei weitem größte Problem vor allem auf personeller Ebene: Denn auch wenn die Zahl der Pflegeheime in Deutschland allein zwischen 2009 und 2017 von rund 11.600 auf 14.500 angewachsen ist – die Zahl derer, die lieber im vertrauten Umfeld bleiben möchten, wächst ebenfalls. Für sie ist im Ernstfall die Seniorenresidenz eine attraktive Alternative zur Wahl zwischen unsicherer Versorgung in den eigenen vier Wänden und dem als unzureichend empfundenen Komfort in einem Pflegeheim. Außerdem entlastet eine Seniorenresidenz pflegende Angehörige, die nicht (oder nicht länger) in der Lage sind, die Betreuung der oder des Betroffenen im Rahmen der Pflegezeit oder Familienpflegezeit zu leisten.

Was ist eigentlich eine Seniorenresidenz?

Eine einheitliche Definition der Wohnform Seniorenresidenz ist schwierig, denn sie ist nicht Teil eines gesetzlichen Leistungskatalogs, dementsprechend viele Überschneidungen zwischen Alten- oder Pflegeheim, Wohnstift und betreutem Wohnen gibt es. Doch grundsätzlich stehen Seniorenresidenzen für einen gehobenen Wohnstil, der Wohn- mit Betreuungsangeboten kombiniert. In der Regel leben Mieter einer Seniorenresidenz in einer eigenen Wohnung innerhalb einer abgeschlossenen Wohnanlage und nehmen dabei einerseits klassische Betreuungsleistungen wahr, als auch gesetzlich geregelte Leistungen nach SGB V oder SGB XI. Hinzu kommen jedoch vielfältige Komfortleistungen, die z.T. freiwillig, z.T. obligatorisch für das Bewohnen eines Seniorenstifts sind.

Ziel der Seniorenresidenz ist es, den Service einer gehobenen Hotelanlage mit den medizinisch gebotenen Pflegeangeboten zu verbinden. Vertragsbedingungen der pflegerischen Unterbringung unterliegen dabei dem Heimgesetz.

Wohnen und Betreuung

  • Unterbringung in einer eigenen Wohneinheit (einem Zimmer, einem Apartment) in gehobener Qualität
  • Bewusste Anlehnung an Hotelanlagen in Architektur, Stil und Ausstattung
  • Umfassendes komfortorientiertes Serviceangebot (SPA-Bereich, Restaurant, eigene Veranstaltungsräume, Lesesäle, kulturorientiertes Veranstaltungsangebot)
  • Umfassendes pflegerisches Angebot, z.T. von niedrigschwelliger Betreuung in der angemieteten Wohnung bis hin zur Intensivbetreuung bei höchstem Pflegegrad 5.
  • Teurer als reguläre Pflegeheime oder Altenheime, denn die Kosten für Unterbringung und Basisversorgung werden unabhängig von Pflege und Eigenanteil erhoben.

Pflegerische Leistungen in der Seniorenresidenz

Die Seniorenresidenz stellt eine Schnittstelle zwischen gehobenem Aufenthalt und medizinisch-pflegerischer Versorgung dar, dabei reicht das Spektrum verfügbarer Leistungen von der Grundpflege über quasi haushaltsnahe Dienstleistungen im eigenen Apartment bis hin zu umfassender und dauerhafter Intensivbetreuung, ggf. inklusive Behandlungspflege. Die tatsächliche Ausstattung, bzw. die verfügbaren Pflegeressourcen unterscheiden sich z.T. von Anbieter zu Anbieter, aber auch innerhalb einer Trägergruppe von Haus zu Haus. An oberster Stelle stehen dabei Seniorenresidenzen mit direktem Anschluss an eine Klinik, die direkt als Hybrid zwischen Pflegeheim und Hotel fungieren. An zweiter Stelle stehen Seniorenresidenzen mit integrierter Pflegestation. Diese Häuser können auch schwer beeinträchtigte Betroffene über einen längeren Zeitraum selbständig und situationsgerecht betreuen. Die letzte Kategorie von Residenzen mit eigenem Pflegepersonal sind Häuser mit eigenem Pflegedienst. Hier werden zumeist Leistungen angeboten, wie sie im eigenen Umfeld im Rahmen der ambulanten Pflege geleistet werden. Die letzte Kategorie bilden Seniorenresidenzen, die keine interne pflegerische Betreuung leisten, sondern diese von externen Dienstleistern erbringen lassen, häufig über fortlaufende Rahmenverträge mit einem entsprechenden Träger. Diese Einrichtungen sind häufig günstiger als die ersten drei genannten, dafür bieten sie gegenüber regulären Altenheimen jedoch kaum Betreuungsvorteile, dafür ist die Unterbringung üblicherweise vergleichsweise überdurchschnittlich, und Voraussetzungen des barrierefreien Wohnens sind ebenfalls erfüllt.

Alte Dame lässt sich die Hände eincremen
Gute Rundum-Versorgung ohne Zeitdruck: Seniorenresidenzen positionieren sich mit Premium-Pflege.

Was kostet es in einer Seniorenresidenz zu wohnen?

Seniorenresidenzen bedienen einen Anspruch nach gesicherter und komfortabler Unterbringung in einer Lebensphase, in der es immer wichtiger wird, keinen zusätzlichen Aufwand treiben zu müssen. Die Einlösung dieses Anspruchs lassen sich Betreiber entsprechender Anlagen entsprechend bezahlen, eine Seniorenresidenz ist üblicherweise spürbar teurer als eine Wohnung in einem regulären Altenheim. Dabei erfolgt die Abgeltung wie bei einem normalen, häuslichen Mietvertrag auf Monatsbasis in Form eines Pensionsentgelts, das sowohl die Kosten der normalen Bewohnung als auch der pflegerischen Betreuung umfasst. Bis heute bieten nur wenige Träger gestaffelte Preisserien an, stattdessen wird der Gesamtpreis pauschal erhoben. Davon profitieren Bewohner mit stärkeren Einschränkungen, die eine intensivere Betreuung benötigen. Alle anderen jedoch müssen schon früh Leistungen mitfinanzieren, die sie vielleicht noch gar nicht benötigen.
Im Grundsatz beginnen die meisten Seniorenresidenzen mit Preisspannen von 1500€ mtl., dafür kann ein Mieter ein kleines Zimmer mit geringem Leistungsumfang erwarten. Nach oben hin ist der Preisgestaltung derzeit kaum eine Grenze gesetzt, für großzügig ausgestattete Apartments mit ausgezeichneter Rundum-Betreuung können im Einzelfall auch mehrere tausend Euro im Monat fällig werden.

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