Pflegegrad 5 - Voraussetzung, Bedingung und Leistung

July 24, 2018
2018-07-24
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Das Wichtigste in Kürze:

  • Wer nach dem neuen Begutachtungsassessment 90 bis 100 Punkte erreicht und somit dem Pflegegrad 5 zugeordnet wird, hat einen Anspruch auf verschiedene Pflegegelder und Pflegesachleistungen.

Der Antrag auf Pflegegrad 5 wird gewährt, wenn Personen schwerste Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung aufweisen. Auch hier kommt das Neue Begutachtungsassessment (NBA) zum Einsatz, das u.a. von den Medizinischen Diensten der Krankenkassen (MDK) angewandt wird, um die Alltagssouveränität eines Antragsstellers einzuordnen.

Pflegegrad 5: Voraussetzungen
Punkte NBA Pflegegrad 5

Voraussetzungen für den Anspruch auf Pflegegrad 5

Wer Pflegeleistungen von der Pflegekasse erhalten möchte, muss zunächst einen Pflegegrad beantragen. Im Rahmen der Prüfung untersucht ein Gutachter die Selbstständigkeit des Antragstellers im Alltag, um die mögliche Zuordnung zu einem Pflegegrad vorzunehmen. Diese Prüfung findet im Rahmen des NBA statt. Dabei wird die Teilhabefähigkeit des Antragsstellers in sechs unterschiedlichen Bereichen beurteilt. Je mehr Punkte vergeben werden, desto höher ist die Pflegebedürftigkeit des Antragsstellers und desto höher fällt auch sein Pflegegrad aus: Der Pflegegrad 5 erfasst Menschen mit schwerster Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung. Um diesem Pflegegrad zugeordnet zu werden, müssen Antragsteller 90 bis 100 Punkte im NBA erhalten. Aber auch Pflegebedürftige, denen vor dem 01.01.2017 bereits Pflegestufe 3 mit Demenz oder Härtefall zugesprochen wurde, wurden in den neuen Pflegegrad 5 aufgenommen.

Pflegegrad 5: Überprüfung der Selbstständigkeit
Begutachtungskriterien NBA Pflegebedürftigkeit

   

Pflegegrad 5: Leistungen

Pflegegrad 5: Leistungen
Überblick monatlicher Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung

Wieviel Pflegegeld und welche Pflegesachleistungen erhalten Pflegebedürftige mit Pflegegrad 5?

Da Menschen mit Pflegegrad 5 besonders auf fremde Hilfe angewiesen sind, versuchen Pflegekassen die Pflegebedürftigen und deren Angehörige zu entlasten. Hilfebedürftige, die von Familienmitgliedern in gewohnter Umgebung gepflegt werden, haben Anspruch auf ein monatliches Pflegegeld in Höhe von 901 Euro. Wer durch einen ambulanten Pflegedienst versorgt wird, erhält Pflegesachleistungen in Höhe von 1995 Euro pro Monat.

Wie hoch ist der Entlastungsbeitrag bei Pflegegrad 5?

Die Pflegekasse zahlt zusätzlich einen monatlichen Zuschuss von 125 Euro für:

  • Einen Alltagsbegleiter, Betreuungsassistenten oder Besuchsdienst
  • Eine Haushaltshilfe, die bei schweren häuslichen Aufgaben behilflich ist
  • Eine Teilnahme an einer Betreuungsgruppe

Wird eine Kurzzeitpflege von der Pflegekasse bezuschusst?

Wenn nach einem Krankenhausaufenthalt eine professionelle Kurzzeitpflege nötig wird, wird dies von einer Pflegekasse mit bis zu 1612 Euro für maximal 28 Tage im Jahr getragen. Eine Sonderregelung: Wer im laufenden Jahr keine Verhinderungspflege in Anspruch nimmt, kann  die Zeit der Kurzzeitpflege auf bis zu acht Wochen pro Jahr verlängern, die mit bis zu 3224 Euro bezuschusst werden. Diejenigen, die im Normalfall noch Anspruch auf ein Pflegegeld haben, erhalten auch während des Aufenthalts in der Kurzzeitpflege die Hälfte ihres monatlichen Pflegegeldes über 450,50 Euro.

Zahlen die Pflegekassen auch die Verhinderungspflege?

Wenn pflegende Angehörige aufgrund von Krankheit oder Urlaub die Pflege kurzzeitig nicht übernehmen können, übernimmt professionelles Pflegepersonal die Betreuung. Hierfür gibt es einen Zuschuss von bis zu 1612 Euro für maximal vier Wochen. Wenn im laufenden Jahr keine Kurzzeitpflege in Anspruch genommen wird, ist eine Verlängerung auf bis zu sechs Wochen mit einem Zuschuss von 2 418 Euro möglich. Auch während der Verhinderungspflege erhalten Versicherte noch die Hälfte Ihres Pflegegeldes (450,50 Euro).

Inwieweit erfolgt eine Förderung von Tagespflege?

Zusätzlich zum Pflegegeld erhalten Versicherte einen Zuschuss von bis zu 1995 Euro für Tagespflege und Nachtpflege.

Weitere Leistungen bei der Pflege Zuhause

Wohnraumumbau

Wer pflegebedürftig ist, hat oft ganz spezielle Ansprüche an den eigenen Wohnraum. Um das eigene Heim altersgerecht oder barrierefrei zu
gestalten, wird Versicherten einmalig eine Summe von 4000 Euro gewährt. Diese Mittel sind dazu gedacht, im Bedarfsfall Alltagshilfen wie einen Treppenlift zu finanzieren oder den Einbau einer Dusche zu ermöglichen, wo zuvor nur ein Wannenbad verfügbar gewesen ist.

Pflegehilfsmittel

Von Pflegekassen gefördert werden Hausnotrufsysteme mit Notknopf und zwar einmalig mit 10,49 Euro für die Anschlussgebühren und monatlich mit 18,36 Euro für den Betrieb der Anlage. Darüber hinaus werden zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel im Wert von maximal 40 Euro pro Monat bezahlt. Dazu gehören beispielsweise Betteinlagen, Einmalhandschuhe und Desinfektionsmittel. Neuerdings bieten einige Firmen an, aus diesen wichtigen Pflegemitteln eine individuelle Box zusammenzustellen und darüber hinaus die bürokratischen Angelegenheiten mit der Pflegekasse zu regeln. Die Box kommt bis vor die Haustüre.

Mehr Informationen zu den Pflegeboxen finden Sie hier.

Darüber hinaus werden auch medizinische Hilfsmittel für Senioren und Pflegehilfsmittel, die im Hilfsmittelverzeichnis und Hilfsmittelkatalog aufgeführt sind, bezuschusst.

Beratungen und Pflegekurse

Jedem Pflegebedürftigen steht eine Beratung zur besseren pflegerischen Versorgung und altersgerechtem Wohnraumumbau zu, hinzu kommen regelmäßig nötige Besuche durch geschulte Pflegekräfte. Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen haben darüber hinaus auch einen Anspruch auf Pflegekurse.

Leistungen für Versicherte bei vollstationärer Pflege

Die Kosten für einen Heimplatz in Deutschland liegen im Schnitt bei 2700 bis 3000 Euro im Monat. Die Pflegekasse übernimmt für Versicherte im Monat 2005 Euro für Pflegeheimkosten. Somit müssen Angehörige und Pflegebedürftige neben variierenden Kosten für Unterkunft und Verpflegung nur den pflegebedingten Eigenanteil selbst zahlen. Mit der Umwandlung von den drei Pflegestufen in die fünf Pflegegrade wurde verfügt, dass sich der pflegebedingte Eigenanteil nicht mehr mit steigendem Pflegebedarf erhöht, sondern für alle Bewohner konstant hoch bleibt. Dieser sogenannte "einrichtungseinheitliche Eigenanteil" ist nicht der komplette monatliche Eigenanteil, sondern deckt nur die pflegebedingten Kosten ab.

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