Pflegegrad beantragen - So wird's gemacht

June 13, 2019
2019-06-13
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Das Wichtigste in Kürze:

  • Ein Pflegegrad ist Voraussetzung, um Leistungen der Pflegekasse in Anspruch nehmen zu können. Dazu ist es notwendig, einen Pflegegrad zu beantragen, der von den zuständigen Stellen bewilligt werden muss.
  • Sie können Ihren Pflegegrad formlos bei der für Sie zuständigen Pflegekasse beantragen, die üblicherweise an Ihre Krankenkasse oder private Krankenversicherung angegliedert ist.
  • Fachkundige Hilfe zum Ausfüllen des Antrags auf Pflegeleistungen erhalten Sie über Ihre Pflegekasse.
  • Über die Zuteilung eines Pflegegrads werden Sie nach einer gutachterlichen Untersuchung benachrichtigt.

Ein Pflegegrad ist Voraussetzung für Leistungen der Pflegekasse. Dazu ist es notwendig, einen Pflegegrad zu beantragen, der von den zuständigen Stellen bewilligt werden muss. Meistens ist die für Sie zuständige Pflegekasse identisch mit Ihrer Krankenkasse oder als eigenständige Zweigstelle am selben Standort angesiedelt.Wird Ihr Pflegegrad bewilligt, haben Sie Zugriff auf ein breites Spektrum von Leistungen Ihrer Pflegeversicherung, um ihren Gesundheitszustand zustabilisieren oder zu verbessern. Wir zeigen Ihnen, wie Sie einen Pflegegrad beantragen.

Galt es bis Ende 2016 noch eine Pflegestufe zu beantragen, haben seither die neuen Pflegegrade das alte System abgelöst. Auch das Begutachtungsverfahren ist modernisiert worden, um ein genaueres Bild der Einschränkungen eines Antragstellers zugewinnen. An der Art der Beantragung allerdings hat sich kaum etwas geändert

Wann sollten Sie einen Pflegegrad beantragen?

Pflegebedürftigkeit kann unvermittelt eintreten – etwa als Folge eines Schlaganfalls, nach dem der Weg zurück ins Leben oft schwierig ist.Häufiger allerdings erleiden Betroffene ihre Einschränkungen nicht akut,sondern als Folge fortschreitender Alterserscheinungen. Meistens werden Angehörige als erste aufmerksam auf die abnehmende Selbständigkeit und Versorgungsfähigkeit eines Betroffenen, Hilfe im Alltag wird kontinuierlich wichtiger. Bereits zu diesem Zeitpunkt sollte ein Antrag auf Pflegeleistungen bzw. Erteilung eines Pflegegrad gestellt werden. Denn Pflegebedürftigkeit beginnt nicht mit Bettlägerigkeit, sondern äußert sich vielmehr in alltäglicher Einschränkung. Sobald die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit dauerhaft herabgesetzt ist, können Sie einen Pflegegrad beantragen.

Prinzipiell sollten Sie nicht unnötig Zeit verlieren mit dem Antrag auf einen Pflegegrad. Wer lange zuwartet, ob sich die Situation nicht doch von alleine bessert, verzichtet im Zweifelsfall auf viel Geld, das ihm im berechtigten Fall zusteht. Leistungen der Pflegekassen können prinzipiell ab dem Monat der Antragstellung bewilligt werden, um in dringenden Fällen schnell eine Verbesserung der Situation zu bewirken.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Die wichtigste Eingangsvoraussetzung zur Beantragung eines Pflegegrads ist, dass der Betroffene mindestens zwei der vergangenen zehn Jahrein die soziale Pflegeversicherung eingezahlt hat. In Frage kommen dafür alle gesetzlichen Pflegekassen und private Pflichtversicherungen, unabhängig davon, ob Sie als Angestellter gearbeitet haben oder als Beamter, Arzt oder Richter privat versichert gewesen sind.

Wo kann ich den Pflegegrad beantragen?

Antrag wird gestempelt
Pflegegrad beantragen: Nach der medizinischen Begutachtung entscheidet die zuständige Pflegekasse über die Zuerkennung eines Pflegegrads.

Der Antrag auf Bewilligung eines Pflegegrads wird bei der zuständigen Pflegekasse gestellt, die üblicherweise bei der eigenen Krankenkasse angesiedelt ist. Dazu ist es notwendig, dass der Pflegebedürftige den Antrag persönlich stellt, allerdings kann auch ein rechtlicher Betreuer oder ein Bevollmächtigter z.B. im Rahmen einer Vorsorgevollmacht den Antrag stellen.  

der Postweg reicht hierzu allerdings ebenso aus wie eine E-Mail,ein Fax oder ein persönlicher Anruf. Wir raten allerdings zur Schriftform, damit Sie belegen können, wann Sie Ihren Antrag gestellt haben, um ggf. zeitnah Leistungen in Anspruch nehmen zu können, das gilt für alle Pflegegrade und unabhängig davon ob Sie Pflegegrad 1, Pflegegrad 2, Pflegegrad 3, Pflegegrad 4 oder Pflegegrad 5 beantragen.
Briefe können an die eigene Krankenkasse mit dem Vermerk adressiert werden, dass der Antrag an die zuständige Pflegekasse weitergeleitet werden soll. Der Antrag kann formlos gestellt werden, ein Betreff „Antrag auf Leistungen der Pflegekasse“oder „Antrag auf Erteilung eines Pflegegrads“ genügt üblicherweise. Ist der Antrag bei der Pflegekasse eingegangen, erhalten Sie das offiziell verbindliche Formular zum Antrag von Pflegeleistungen per Post.

Was gehört in den Antrag von Pflegeleistungen?

Egal, ob Sie einen Pflegedienst in Anspruch nehmen, in einem Pflegeheim untergebracht sind oder von Ihren Angehörigen versorgt werden,maßgeblich für den Antrag von Pflegeleistungen ist, welche Leistungen Sie konkret beantragen. Dazu sollten Sie möglichst konkrete Angaben machen können.Sie können den Umfang der Leistungen der Pflegekassen aber auch jederzeit mit einem Änderungsantrag erweitern oder verringern.

Wo erhalte ich Hilfe, wenn ich meinen Antrag ausfülle?

Da das Antragsformular eine Vielzahl versicherungstechnischer Fachbegriffe und Kategorien enthält, kann es sinnvoll sein, fachkundige Hilfe in Anspruch zu nehmen. Tatsächlich können Sie sich dazu auch direkt an Ihre Pflegekasse wenden, aber auch Pflegeberatungsstellen stehen Ihnen dazu zur Verfügung. Kommen Sie mit dem Stellen des Antrags nicht zurecht, muss Ihnen die Pflegekasse sogar innerhalb von zwei Wochen einen geeigneten Ansprechpartner nennen, an den Sie sich wenden können. Regulär steht Ihnen etwa das Zentrum für Qualität in der Pflege online oder telefonisch zur Verfügung, Privatversicherte können sich aber auch an das Portal Pflegeberatung.de der privaten Krankenversicherungen wenden. Es kann sinnvoll sein, gerade beim Erstantrag nur die notwendigsten Angaben zu machen und die tatsächliche Einstufung der darauffolgenden Begutachtung zu überlassen.

Was passiert, nachdem ich den Antrag auf Erteilung eines Pflegegrads gestellt habe?

Nachdem Sie Ihren Antrag gestellt haben, wird ein offizieller Gutachter Kontakt mit Ihnen oder Ihrem Bevollmächtigten bzw. Ihrem rechtlichen Betreuer aufnehmen. Beim darauffolgenden Termin verschafft sich ein Gutachter vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) oder von MEDICPROOF (bei privat Versicherten) einen Eindruck von Ihrem tatsächlichen Zustand. Abschließend erhalten Sie einen Bescheid Ihrer Pflegekasse mit der Mitteilung, ob Ihnen einen Pflegegrad zugesprochen wurde und welchen Pflegegrad sie künftig in Anspruch nehmen können. Sollte Ihr Antrag abgelehnt werden, können Sie gegen die Entscheidung Widerspruch einlegen.

Im Afilio-Lexikon bekommen Sie umfassende Informationen rund um Pflege und Vorsorge: Egal, ob es sich um Verhinderungspflege oder Erbschaft handelt - wir halten Sie auf dem neuesten Stand!

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