Pflegegrad 3 -Voraussetzung, Bedingung und Leistungen

July 23, 2018
2018-07-23

Das Wichtigste in Kürze:

  • Pflegebedürftige werden nach dem neuen Begutachtungsassessment in den Pflegegrad 3 eingeordnet, wenn sie zwischen 47,5 und unter 70 Punkten erreicht haben.
  • Sie haben abhängig vom Pflegemodell (durch Angehörige, ambulant oder vollstationär) unterschiedliche Ansprüche auf Pflegegeld und Pflegesachleistungen.

Pflegegrad 3 - Voraussetzung, Bedingung und Leistungen

Schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit

  

Der Pflegegrad 3 betrifft Menschen mit einer schweren Beeinträchtigung der Selbstständigkeit, der mit Hilfe des NBA (Neues Begutachtungsassessment) geprüft wird. Die vorhandene Selbstständigkeit wird in sechs unterschiedlichen Bereichen betrachtet:

Pflegegrade Prüfverfahren
  • Mobilität
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  • Selbstversorgung
  • Bewältigung und selbstständiger Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen und Belastungen
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

 

In jeder Kategorie erhält der Versicherte Punkte, die in einem Punktesystem gewichtet werden. Einen Pflegegrad 3 erhalten Antragsteller mit 47,5 bis unter 70 Punkten, sowie Versicherte, die zum 31.12.2016 bereits eine Pflegestufe 2 hatten und Menschen mit Demenz und Pflegestufe 1

 

Pflegegrad 3 Punkte Neues Begutachtungsassessment

 

Versicherte mit Pflegegrad 3 haben sowohl Anspruch auf Pflegegeld aus auch andere Pflegesachleistungen. Die Versicherten, die durch Angehörige im eigenen Zuhause gepflegt werden, erhalten jeden Monat ein Pflegegeld in Höhe von 545 Euro. Bei Betreuung durch einen ambulanten Pflegedienst erhalten Versicherte Pflegesachleistungen in Höhe von 1 298 Euro. Wenn die Versorgung jedoch sowohl von Angehörigen als auch von einem professionellen Pflegedienst übernommen wird, können im Rahmen der Kombinationsleistungen sowohl Pflegegeld als auch Sachleistungen in Anspruch genommen werden.

 

Darüber hinaus erhalten Versicherte einen Entlastungsbeitrag von monatlich 125 Euro für Betreuungs- und Entlastungsleistungen für beispielsweise:

Eine Betreuungsgruppe für leicht Pflegebedürftige, um körperlich und geistig gefordert zu werden

Besuchsdienste, Alltagsbegleiter oder Einkaufshilfen

Haushaltshilfen, die beim Putzen der Wohnung oder leichten Gartenarbeiten unterstützen

 

Erhalten Versicherte mit Pflegestufe 3 Zuschüsse für eine Kurzzeitpflege?

Wird nach einem Krankenhausaufenthalt eine professionelle Kurzzeitpflege in einem Pflegeheim nötig, zahlen Pflegekassen bis zu 1 612 Euro für einen Aufenthalt von höchstens 28 Tagen. Sollten in dem laufenden Jahr jedoch keine Verhinderungspflege durch einen Pflegedienst bei Krankheit oder Urlaub von Angehörigen in Anspruch genommen werden, kann der Zuschuss für eine Kurzzeitpflege auf 3 224 Euro für bis zu 8 Wochen im Jahr erhöht werden.

Während der Kurzzeitpflege haben Versicherte zusätzlich Anspruch auf die Hälfte ihres Pflegegeldes von monatlich 545 Euro, also 272,50 Euro.

 

Zahlen die Pflegekassen auch einen Betrag für eine Verhinderungspflege?

Wenn die Angehörigen oder Freunde, die die Pflege übernehmen aufgrund von Krankheit oder Urlaub verhindert sein, gibt es einen Zuschuss von bis zu 1 612

Euro für maximal vier Wochen. Wenn im laufenden Jahr keine Kurzzeitpflege in Anspruch genommen wird, ist eine Verlängerung auf bis zu sechs Wochen mit einem Zuschuss von 2 418 Euro möglich. Auch während der Verhinderungspflege erhalten Versicherte noch die Hälfte Ihres Pflegegeldes (272,50 Euro).

 

Welche Zuschüsse gibt es für eine Tagespflege?

Für die Betreuung in einer teilstationären Einrichtung, einer sogenannten Tagespflege zahlt die Pflegekasse bis zu 1298 Euro. 

Welche weitere Leistungen bei häuslicher Pflege gibt es?

Medizinische Pflegemittel

Von Pflegekassen gefördert werden Hausnotrufsysteme mit Notknopf. Bezuschusst werden einmalig 10,49 Euro für die Anschlussgebühren und monatlich 18,36 Euro für den Betrieb der Anlage. Darüber hinaus werden monatlich zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel im Wert von maximal 40 Euro bezahlt. Dazu gehören beispielsweise Betteinlagen, Einmalhandschuhe und Desinfektionsmittel. Neuerdings bieten einige Firmen an, aus diesen wichtigen Pflegemitteln eine individuelle Box zusammenzustellen, die bürokratischen Angelegenheiten mit der Pflegekasse zu regeln und die Box direkt nach Hause zu liefern. Mehr zu Pflegeboxen finden Sie in unserem Artikel: Die Pflegebox - Pflegemittel direkt nach Hause!

Darüber hinaus werden auch medizinische Hilfsmittel für Senioren und Pflegehilfsmittel, die im Hilfsmittelverzeichnis und Hilfsmittelkatalog aufgeführt sind, bezuschusst.

Zuschuss für Wohnraumanpassung

Wenn ein Mensch pflegebedürftig wird, ändern sich auch die Anforderungen an das eigene Zuhause. Um beispielsweise einen Treppenlift zu installieren oder die vorhandene  Wanne zur Dusche umbauen zu können, werden einmalig 4 000 Euro für Maßnahmen für ein barrierefreies Wohnen gewährt. Wenn sich der Grad der Pflegebedürftigkeit ändert, kann ein solcher Betrag natürlich ein weiteres Mal genehmigt werden.

Förderung für Bewohner von WGs

Für Bewohner von Wohngruppen mit Pflegegrad 3 stehen 4 000 Euro für die Wohnraumanpassung von maximal  vier Versicherten mit Pflegegrad 3. Die gleiche Regelung gilt für einen einmaligen Gründungszuschuss von jeweils 2 500 Euro. Weitere 214 Euro werden für die Beschäftigung einer Organisationskraft bezuschusst.

Beratungen und Pflegekurse

Jedem Pflegebedürftigen steht eine Beratung zur besseren pflegerischen Versorgung und altersgerechtem Wohnraumumbau zu, hinzu kommen regelmäßig nötige Besuche durch geschulte Pflegekräfte. Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen haben darüber hinaus auch einen Anspruch auf Pflegekurse.

 

Welche Leistungen erhalten Versicherte bei einer vollstationären Pflege?

Die Kosten für einen Heimplatz in Deutschland liegen im Schnitt bei 2 700 bis 3 000 Euro im Monat. Die Pflegekasse übernimmt für Versicherte im Monat 1 262 Euro für Pflegeheimkosten. Somit müssen Pflegebedürftige und Angehörige durchschnittlich nur noch 1 500 Euro im Monat aus eigener Tasche bezahlen. Mit der Umwandlung von den drei Pflegestufen in die fünf Pflegegrade wurde verfügt, dass sich der pflegebedingte Eigenanteil nicht mehr mit steigendem Pflegebedarf erhöht, sondern konstant hoch bleibt. Dieser sogenannte "einrichtungseinheitlicher Eigenanteil" ist nicht der komplette monatliche Eigenanteil sondern deckt nur die pflegebedingten Kosten ab. Kosten für Unterkunft, Verpflegung und anteilige Investitionskosten variieren. Diese müssen die Bewohner selbst tragen.

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