Pflegehilfsmittel: So beantragen Sie die Gratis-Hilfe

July 20, 2018
2018-07-20
Miniatur Porträt Autor

Das Wichtigste in Kürze:

  • Jeder Pflegebedürftige in Deutschland hat Anspruch auf einen monatlichen Zuschuss über 40 Euro für Pflegehilfsmittel zur privaten Verwendung.
  • Die Pflegebox ist die ideale Alternative zum Einzelantrag bei der Pflegeversicherung. Sie enthält die wichtigsten Hilfsmittel zur persönlichen Hygiene bei Pflege im eigenen Zuhause und wird Ihnen kostenfrei zugeschickt - und das monatlich frei Haus!

Pflegehilfsmittel beantragen: So bekommen Sie Pflegemittel gratis

Wenn Sie pflegebedürftig sind oder einen Angehörigen zuhause pflegen, haben Sie Anspruch auf Pflegehilfsmittel im Wert von 40 Euro pro Monat. Pflegehilfsmittel sollen Pflege und Alltag des Bedürftigen erleichtern und gleichermaßen dazu beitragen, einen Beitrag zur Heilfürsorge zu leisten, ohne den Betroffenen finanziell zu belasten. Anspruch haben alle Pflegebedürftige und Pflegenden, wenn der Betroffene Pflegebedürftigkeit nach SGB XI, also einen Pflegegrad (früher: Pflegestufe) nachweisen kann, eine bleibende Behinderung droht oder wenn es darum geht, eine bereits eingetretene Behinderung mit Pflegehilfsmitteln zu erleichtern, bzw. sogar auszugleichen. Finanzielle Hilfe wird dann von der Pflegekasse übernommen, wenn die Pflegehilfsmittel nicht ohnehin von der Krankenversicherung gestellt werden.

Der Beitrag der Pflegekassen umfasst nicht nur die Kostenübernahme für hygienische Hilfsmittel zum Einmalgebrauch als Schutz vor Infektionen, sondern auch Hilfsmittel für die allgemeine Hygiene zum Verbrauch in den eigenen vier Wänden. Jeder Pflegebedürftige mit einem Pflegegrad von 1 bis 5 (früher: Pflegestufe) kann diese Leistungen bei der Pflegekasse beantragen, solange er in den eigenen vier Wänden durch den Partner, die Kinder oder einen Pflegedienst betreut wird.

Pflegehilfsmittel beantragen

Damit Sie Pflegehilfsmittel beantragen können, ist es notwendig, dass Sie selbst einen Pflegegrad vorweisen können, bzw. der offizielle Antragssteller einen Pflegegrad hat und zuhause gepflegt wird - und das entweder von den eigenen Angehörigen, von Freunden oder Bekannten. Auch wer in einer WG oder im betreuten Wohnbereich lebt, hat Anspruch auf Pflegehilfsmittel - so schreibt es der Gesetzgeber im SGB XI (§40 Abs. 1 SGB XI) vor. Achtung: An gleicher Stelle ist auch festgelegt, dass der Zuschuss für Pflegehilfsmittel die bewilligten 40€ monatlich nicht übersteigen darf. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, können Sie Ihren Antrag einreichen. Wenn Sie bei Ihrem Antrag Unterstützung benötigen, finden Sie in unserem Ratgeberartikel zur Pflegeberatung die wichtigsten Anlaufstellen.

Der Adressat - Hier stellen Sie Ihren Antrag

Der Antrag auf den Zuschuss der Pflegeversicherung für Pflegehilfsmittel wird einfach bei der eigenen Pflegekasse gestellt. Sie ist in fast allen Fällen bei der eigenen Krankenversicherung angesiedelt. Wenn Ihnen die Anschrift der Pflegekasse also gerade nicht vorliegt, genügt es den Antrag an die eigene Krankenversicherung mit dem Vermerk "Weitergabe an die Pflegekasse" einzureichen. Genauso können Sie vorgehen, wenn Sie etwa einen Pflegegrad beantragen. Der Weg über die eigene Krankenkasse ist auch deshalb sinnvoll, weil einzelne Produktgruppen im Pflegehilfsmittelverzeichnis im Einzelfall daraufhin betrachtet werden, ob es sich um eine Leistung durch die Pflegekasse (SGB XI) oder die Krankenkasse (SGB V) handelt. Handelt es sich nämlich um Hilfsmittel zur Versorgung bei Krankheit oder dauerhafter Körperlicher Einschränkung als Folge einer Behinderung, dann ist die Krankenkasse als Leistungs- und Kostenträger verantwortlich, nicht die Pflegekasse.

So sichern sie die Kostenübernahme

Pflegehilfsmittel werden heute vielfach nicht nur direkt von den Pflegeversicherungen oder Krankenversicherungen angeboten, sondern auch von Unternehmen, die sich auf die punktgenaue Versorgung von Pflegebedürftigen mit den notwendigen Hilfsmitteln spezialisiert haben. Der Antrag auf Kostenübernahme kann ganz einfach mit einer entsprechenden Vorlage eingereicht werden. Wie bei den meisten Leistungen der Pflegekassen kann der Erstantrag jedoch auch einfach formlos schriftlich oder sogar telefonisch eingereicht werden. Wichtig: Die direkte Vorabkostenübernahme ist nur für gesetzlich Versicherte möglich. Privat Versicherte übernehmen die Kosten wie bei regulären Versicherungsleistungen zunächst selbst und reichen die Rechnung anschließend bei Ihrer zuständigen Kasse. Viele Kassen gehen dann mit kurzem zeitlichen Versatz in Vorleistung und senden den richtigen Vordruck per Post oder E-Mail zu.
Wer den Antrag formlos aber schriftlich stellen möchte, sollte daran denken, die wichtigsten Rahmendaten wie Name, Versicherungsnummer und die Art der gewünschten Hilfsmittel in seinem Anschreiben aufführen. Außerdem ist es sinnvoll, bereits vorab zu recherchieren, welche Pflegehilfsmittel von der 40-Euro-Pauschale abgedeckt werden. Wer bereits einen Pflegegrad zuerkannt bekommen hat, findet häufig auch im Gutachten des MDK Hinweise darauf, welche Pflegehilfsmittel zur Erhöhung der Selbständigkeit, bzw. zur Erleichterung der Pflege angezeigt sind. Die eigentliche Kostenübernahme besteht dabei üblicherweise aus zwei Schriftstücken - Dem Antrag auf Kostenübernahme und der schriftlichen Zusicherung, die bezuschussten Pflegehilfsmittel tatsächlich in Anspruch genommen zu haben.

Alternative zum Antrag auf Pflegehilfsmittel: Die Pflegebox

Um die Hürden zur Beantragung weiter zu reduzieren, gibt es neuerdings den Service der Pflegeboxen. Besonders praktisch: Den Inhalt können Sie online ganz einfach nach Ihren Wünschen zusammenstellen
Zu den möglichen Bestandteilen Ihrer persönlichen Pflegebox können etwa Einmalhandschuhe, Mundschutz, Bettschutzeinlagen, Desinfektionsmittel für Hände und Oberflächen oder Schutzschürzen gehören. Die fertige Box wird Ihnen anschließend bequem nach Hause geliefert - und das jeden Monat! Antragstellung und Abrechnung mit den zuständigen öffentlichen Stellen übernimmt das Team hinter den Pflegeboxen, für Sie als Endverbraucher entstehen weder Kosten noch Aufwand.

Pflegehilfsmittel in der Pflegebox

Welche Hilfsmittel für den Einsatz in der Pflegebox in Frage kommen, ist durch das Hilfsmittelverzeichnis des GKV Spitzenverbands verbindlich für Krankenkassen und Pflegekassen geregelt. Alle hier aufgeführten Hilfsmittel gehören zum Leistungskatalog beider Kassenarten und werden von ihnen entweder finanziert oder verliehen. Die Pflegehilfsmittel fallen in unterschiedliche Produktgruppen, dazu zählt auch der Pflegehilfsmittelkatalog mit den Produktgruppen 50 bis 54. Im einzelnen listen die Produktgruppen 50 bis 54 die folgenden Hilfsmittel auf: 

  • PG 50: Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege
  • PG 51: Pflegehilfsmittel zur Körperpflege und Hygiene
  • PG 52: Pflegehilfsmittel zur selbstandigeren Lebensführung/Mobilität
  • PG 53: Pflegehilfsmittel zur Linderung von Beschwerden
  • PG 54: Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel

Während die Produktgruppen 50, 52 und 53 technische Hilfsmittel auflisten, die bei Bedarf leihweise über die Pflegekassen bezogen werden können wie etwa Pflegebetten oder Rollstühle, richten sich die Produktgruppen 51 und 54 an den unmittelbaren Bedarf des Pflegebedürftigen oder Pflegers. Bei Ihnen handelt es sich um Hygieneprodukte und Pflegehilfsmittel zum Verbrauch. Dabei gilt: Produkte der PG 54 sind aus Gründen der Hygiene nur zum einmaligen Gebrauch gedacht. Aus den Gruppen 51 und 54 orientiert sich der Inhalt der Pflegebox. Kostenlose Hilfsmittel zum unmittelbaren Verbrauch hat Stand 2019 eine ganze Reihe von Anbietern im Portfolio, denn immer mehr Bedürftige und Angehörige machen von Ihrer Möglichkeit Gebrauch, Hilfsmittel ohne Antrag bei der Pflegekasse in Anspruch zu nehmen.

Pflegehilfsmittel beantragen - Gratis-Unterstützung zur PflegeAfilio Logo
Checkmark IconDokument IconHerz Icon
Schützen Sie Ihre Liebsten hier und jetzt!
Testament & Co. kostenlos erstellen
Es fühlt sich gut an, vorgesorgt zu haben
Jetzt loslegen
Afilio in der Presse
"Drei von fünf Portalen - Afilio, Smartlaw und Janolaw - lieferten rechtssichere Vorlagen, wie ein Test der Zeitschrift ergab."
- WELT (zum Artikel)
TESTSIEGER
Unsere Testaments-Vorlagen wurden Testsieger (2,0) im Finanztest von Stiftung Warentest. (zum Test)
"Zwei der getesteten Portale wurden für "gut" befunden (Afilio.de/kostenlos und Smartlaw.de/ab 49 Euro)"
- ntv (zum Artikel)
Die Welt LogoFocus Magazin Logontv Sender LogoForbes Logo
Die Presse über Afilio