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Checkliste: Vorsorgeplanung

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Ratgeber Vorsorge: So unterscheiden sich Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung

Wir erklären die gängigen Begriffe
April 30, 2018
Sarah Lange
Vorsorgeplanung

Das Wichtigste in Kürze:

  • Eine Patientenverfügung legt ausschließlich fest, wie Sie im Not- oder Pflegefall behandelt werden wollen oder welche medizinischen Maßnahmen Sie definitiv ablehnen. Sie ist jederzeit widerrufbar und erlischt mit dem Tod.
  • Eine Vorsorgevollmacht beschränkt sich nicht nur auf Ihre medizinische Versorgung. Sie können eine Person bevollmächtigen, sich darüber hinaus um Ihre Unterbringung, finanzielle Angelegenheiten, Rechtsgeschäfte und weiteres zu kümmern. Die Vorsorgevollmacht besteht auch nach dem Tod und muss in diesem Fall von den Erben widerrufen werden.

Die Entscheidung, für den Ernstfall vorzusorgen ist nicht nur eine enorme Entlastung Ihrer Angehörigen, sondern auch ungemein wichtig, damit Ihre Wünsche bezüglich Behandlungen, Unterkunft & Co. auch in jedem Fall berücksichtigt werden. Aber welche Vollmachten und Verfügungen brauchen Sie wirklich und worin besteht der Unterschied zwischen den einzelnen Vorsorgedokumenten? Konkret: Was ist der Unterschied zwischen einer Vorsorgevollmacht und einer Patientenverfügung?

  

Allgemein besteht zwischen den Dokumenten ein wichtiger Unterschied. Eine Patientenverfügung benennt für den Fall, dass es Ihnen nicht mehr möglich sein sollte, selbst eine Entscheidung zu treffen, die Behandlungen und lebenserhaltenden Maßnahmen, die Sie sich wünschen. Eine Vorsorgevollmacht kann Entscheidungen im Sinne einer Patientenverfügung treffen, berechtigt aber vordergründig einen oder mehrere Bevollmächtigte in Ihrem Namen Entscheidungen zu treffen. Sollte der Fall eintreffen, dass Sie selbst dazu nicht mehr in der Lage sein sollten, kann ein Bevollmächtigter für Sie Verträge abschließen, finanzielle Angelegenheiten regeln und über Ihren Aufenthaltsort entscheiden.

    

Vorsorgevollmacht - Was Sie wissen müssen

Eine Vorsorgevollmacht ist rechtsverbindlich und tritt sofort in Kraft, wenn Sie gewisse Aufgaben nicht mehr selbst erledigen können. Sie können selbst festlegen, ob ein Bevollmächtigter Sie in allen Ihren Angelegenheiten vertreten darf, oder nur in einzelnen, welche detailliert beschrieben werden müssen. Generell ist eine Vorsorgevollmacht so lange gültig, bis sie widerrufen wird, das bedeutet auch über Ihren Tod hinaus. In diesem Fall liegt der Widerruf in der Verantwortung Ihrer Erben. Natürlich können Sie selbst die Vollmacht jederzeit widerrufen, auch ohne spezielle Gründe anzugeben. In beiden Fällen ist es wichtig, sowohl Bevollmächtigte als auch Dritte darüber in Kenntnis zu setzen, dass die Vorsorgevollmacht nicht länger gültig ist.

   

Mögliche Entscheidungsbereiche eines Bevollmächtigten

  • finanzielle Angelegenheiten
  • Rechtsgeschäfte
  • Aufenthalt und Wohnungsangelegenheit
  • Ärztliche Behandlung
  • Post- und Fernmeldewesen
  • Behörden und Vertretung vor Gericht
  • Todesfall

   

Mögliche Regelungen in einer Vorsorgevollmacht

Wenn Sie sich entscheiden, eine Vorsorgevollmacht zu verfassen, können Sie darin festhalten, wie sie zu der Aufnahme, Fortführung oder dem Abbruch medizinischer Therapien stehen und Ihre Zustimmung zu ärztlichen Zwangsmaßnahmen geben. Weiterführend können Sie eigene Wünsche hinsichtlich Ihrer Unterbringung und gegebenenfalls auch freiheitsentziehender Maßnahmen äußern, die im Notfall berücksichtigt werden müssen. Empfehlenswert ist es, Ihre Ärzte gegenüber Ihren Familienmitgliedern oder Ihrem Partner von der Schweigepflicht zu entbinden. Liegt ein solcher Wunsch nicht vor, wird es vor allem für unverheiratete Paare schwer, an Informationen zum Gesundheitszustand zu gelangen. Sie können einen Bevollmächtigten natürlich auch dazu berechtigen, einzelne Untervollmachten in Ihrem Namen zu erteilen oder beispielsweise in Ihrem Krankheitsfall verfügen, dass der Bevollmächtigte ebenfalls als gesetzlicher Betreuer bestellt wird. Diese Entscheidung ist bindend, sodass eine gerichtliche Betreuung grundsätzlich ausgeschlossen wird.

  

Gesetzliche Einschränkungen für Bevollmächtigte

Ein Bevollmächtigter kann nicht in Ihrem Namen Rechtsgeschäfte mit sich selber tätigen (Beispiel: Es ist ihm nicht möglich, sich aus Ihrem Vermögen selbst zu beschenken). Üblicherweise wird das Verbot der Schenkung in die Vorsorgevollmacht aufgenommen, mit einer sogenannten Innenverfügung können Sie jedoch gewisse Schenkungen, beispielsweise zu bestimmten Anlässen und bis zu einer gewissen Höhe, erlauben.

Bankgeschäfte kann eine bevollmächtigte Person in Ihrem Namen tätigen, wenn Sie dies vorgesehen haben. Oft bestehen Banken jedoch darauf, dass der Vollmachtgeber anwesend ist oder zuvor eine gesonderte Bankvollmacht unterschrieben hat.

Für den Fall, dass das Betreuungsgericht feststellt, dass Ihr Bevollmächtigter nicht in Ihrem Sinne handelt, wird es gegebenenfalls einen sogenannten Kontrollbetreuer einsetzen. Dieser setzt sich dafür ein, Ihre Rechte als Vollmachtgeber gegenüber dem Bevollmächtigten zu vertreten.

  

Bei der Vorstellung bei der Bank benötigt der Bevollmächtigte in jedem Fall das Original der Vorsorgevollmacht. Sprechen Sie am besten einmal mit Ihrem Bankberater, ob eine gesonderte Bankvollmacht nötigt ist. Eine Depot- oder Kontovollmacht sichert Sie ab, damit in Notfall keine Finanzierungslücken entstehen.

  

Vorsorgevollmacht für mehrere bevollmächtigte Personen

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, all Ihre Liebsten zu bevollmächtigen, Sie in solch schweren Zeiten zu vertreten. Allerdings müssen alle Sie betreffenden Entscheidungen einstimmig beschlossen werden, sollten Sie nicht spezifisch vermerkt haben, dass eine Einzelvertretung durch nur einen Bevollmächtigten ebenfalls möglich istf. Häufig zählt für ein Ärzteteam jede Minute, umso wichtiger ist es, dass zumindest einer der Bevollmächtigten nahe bei Ihnen wohnt, um schnell eine Entscheidung treffen zu können. Um Ihren Angehörigen Sicherheit für das Handeln in Ihrem Sinne zu geben, besprechen Sie Ihre Wünsche im Vorhinein mit ihnen.

  

Patientenverfügung

Eine Patientenverfügung legt fest, in welcher Weise Sie im Not- oder Pflegefall behandelt werden möchten, wenn Sie selbst nicht mehr in der Lage sind, eine Entscheidung zu treffen. Wichtig ist einer solche Patientenverfügung vor allem, wenn es darum geht, lebenserhaltende Maßnahmen abzuschalten. Umso wichtiger ist es also, sich über Ihre persönlichen Wünsche Gedanken zu machen. Ärzte und Pfleger werden, anders als bei einer Vorsorgevollmacht unmittelbar über Ihre Wünsche in Kenntnis gesetzt, ohne vorher zwangsweise über einen Bevollmächtigten zu gehen. Für letzteren ist eine Patientenverfügung jedoch ebenfalls ein Leitfaden für die rechtliche Pflegevorsorge im Alter.

  

Eine Patientenverfügung muss schriftlich vorliegen und eigenhändig von Ihnen unterschrieben worden sein. Informieren Sie vertrauenswürdige Personen oder Ihren Bevollmächtigten, wo Sie das Dokument aufbewahren, denn ein Arzt muss im Zweifelsfall schnell eine Entscheidung treffen.

     

Generell ist eine Patientenverfügung für alle Beteiligten, vom Betreuer über die behandelnden Ärzte bis hin zur Justiz, verbindlich. Sie kommt erst zum Einsatz, wenn Sie nicht mehr in der Lage sind, selbst Ihre Entscheidung zu medizinischen Maßnahmen und Behandlungen zu äußern. Üblicherweise entscheiden Ärzte über den Zeitpunkt, ab dem Sie nicht mehr dazu fähig sind. Es ist zu empfehlen, dass Sie Ihre Patientenverfügung regelmäßig überprüfen, gegebenenfalls anpassen oder aktualisieren (Beispielsweise aufgrund von Rechtsänderung und Veränderungen Ihrer persönlichen Vorstellung was Behandlungen angeht). Ein Widerruf ist, wie bei einer Vorsorgevollmacht, jederzeit möglich.

 

Das sollte Ihre Patientenverfügung enthalten

Neben allgemeinen Angaben wie Vor- und Nachname, Geburtsdatum und Anschrift sollten Sie genau beschreiben, in welcher Situation die Patientenverfügung in Kraft treten soll. Wichtig ist ebenfalls die Benennung der Maßnahmen, die Sie sich wünschen und auch jener, die Sie auf keinen Fall möchten.

   

Ihre Patientenverfügung sollte konkrete Festlegungen enthalten, welche Behandlungen Sie wünschen oder ablehnen. Des Weiteren kann ein solches Dokument auch um persönliche Wünsche zum Leben und Sterben, sowie religiöse Anschauungen oder Wertvorstellungen ergänzt werden.

   

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