Versorgungsvollmacht: So sorgen Sie richtig vor

Versorgungs­vollmacht: So sorgen Sie richtig vor

Auf der Suche nach dem richtigen Vorsorgedokument? Wir erklären, was es mit der Versorgungs­vollmacht auf sich hat, und wer eine Vorsorge­vollmacht braucht.

Johannes Kuhnert
Johannes Kuhnert
07.04.2020
Das Wichtigste in Kürze:
  • Weitverbreitet und häufig gesucht: Die Versorgungsvollmacht. Doch in Wirklichkeit handelt es sich dabei um die Vorsorgevollmacht.

  • Die Vorsorgevollmacht (Versorgungsvollmacht) ist ein zentrales Dokument zur persönlichen Vorsorge. Sie dient dazu, einen Bevollmächtigten einzusetzen, der für den Verfasser die Entscheidungen treffen darf, wenn er nicht länger in der Lage ist, seinen Willen zu äußern.

  • Eine Vorsorgevollmacht regelt die rechtlichen Aspekte der persönlichen Vorsorge, für einen umfassenden Schutz der eigenen Interessen sollte sie immer von einer Patientenverfügung für alle medizinischen Belange flankiert werden.

Was ist eine Versorgungsvollmacht?

Wer auf der Suche nach umfassender rechtlicher Absicherung für den Ernstfall ist, meint mit einer Versorgungsvollmacht vermutlich eine Vorsorgevollmacht. Mit der Vorsorgevollmacht verleiht ihr Verfasser einer Person seines Vertrauens Vollmacht, um seine Interessen wahrzunehmen und in seinem Namen zu handeln, wenn er selbst dauerhaft oder vorübergehend nicht in der Lage ist, seine Angelegenheiten zu regeln oder Entscheidungen über seine medizinische Behandlung zu treffen.

Ein Bevollmächtigter kann im Rahmen einer Versorgungsvollmacht aber auch in einer ganzen Reihe weiterer Fragestellungen stellvertretend für den Betroffenen auftreten, wenn es so vereinbart wurde. Liegt keine Vorsorgevollmacht vor, müssen behandelnde Ärzte die Einsetzung eines gerichtlichen Betreuers beantragen, um einen Ansprechpartner für alle wichtigen Fragen der Behandlung zu erhalten.

Obwohl die meisten Gerichte bemüht sind, zügig einen geeigneten Angehörigen einzusetzen, ist die Bestellung eines rechtlichen Betreuers nicht nur mit Kosten für die Angehörigen verbunden, sondern auch mit einem umständlichen Auswahlprozess. Der rechtliche Betreuer ist anschließend nicht nur dem Gericht gegenüber rechenschaftspflichtig - er kann auch jederzeit abberufen werden.

Eine Vorsorgevollmacht hingegen versetzt Bevollmächtigte in den Stand, die Interessen des Patienten augenblicklich, umfassend und ohne Einschränkungen wahrzunehmen, sobald er nicht mehr in der Lage ist, sie selbst zu vertreten.

Wann tritt eine Versorgungsvollmacht in Kraft?

Die Vorsorgevollmacht tritt in Kraft, sobald der Vollmachtgeber nicht mehr geschäftsfähig ist. Jeder Betroffene kann festhalten, wie der Verlust der Geschäftsfähigkeit festgestellt werden soll: Entweder durch die schriftliche Bestätigung des behandelnden Arztes oder durch ein umfassendes ärztliches Gutachten. Damit die Vorsorgevollmacht überhaupt rechtsgültig ist, muss der Vollmachtgeber zum Zeitpunkt der Erteilung selbst geschäftsfähig gewesen sein.

Kann ich eine Versorgungsvollmacht auch ohne Notar verfassen?

Die Vorsorgevollmacht unterliegt kaum formalen Vorschriften. Anders verhält es sich mit der inhaltlichen Ausgestaltung. Wer vorsorgen möchte, kann eine Versorgungsvollmacht bzw. Vorsorgevollmacht jederzeit selbst aufsetzen, einen Bevollmächtigten benennen und das Dokument unterschreiben – ohne einen Notar hinzuzuziehen. Wer Wert darauf legt, seiner Vollmacht besonderen Nachdruck zu verleihen, kann sie von einem Notar beurkunden lassen, notwendig ist das hingegen ausdrücklich nicht.

Was kostet eine Versorgungsvollmacht?

Rettungswagen kommt angefahren
Der Ernstfall trifft oft unerwartet ein. Eine Vorsorge­vollmacht (oft fälschlich als Versorgungs­vollmacht bezeichnet) sorgt dafür, dass alle entscheidenden Stellen einen berechtigten Ansprechpartner erhalten, wenn der Betroffene dauerhaft handlungsunfähig ist.

Wer seine Versorgungsvollmacht, bzw. Vorsorgevollmacht unter Einbeziehung eines Notars aufsetzen möchte, muss die üblichen Kosten einer notariellen Beurkundung berücksichtigen. Die Kosten der Beurkundung richten sich nach dem Wert des Vermögens, das der Verfasser besitzt. Die Hälfte des Vermögens darf bei allgemeinen Vollmachten als Geschäftswert einer Vollmacht angesetzt werden, bei einer Versorgungsvollmacht sind es häufig rund 30 Prozent des Vermögens. Bei einem Gesamtvermögen von ca. 150.000 Euro kommen auf den Betroffenen damit rund 200€ Notariatsgebühr für Erstellung und Beurkundung zu. Günstiger geht es mit Diensten wie Afilio. Bei uns erhalten Sie eine wirksame Vorsorgevollmacht als erstes Vorsorgedokument gratis.

Was ist der Unterschied zwischen Betreuungsverfügung und Versorgungsvollmacht?

Betreuungsverfügung und Vorsorgevollmacht (= Versorgungsvollmacht) dienen demselben Zweck, erfüllen ihn jedoch auf unterschiedliche Art:

  • Die Vorsorgevollmacht ist ab dem Zeitpunkt Ihrer Unterzeichnung rechtsverbindlich und unmittelbar gültig, sofern nichts anderes vereinbart wurde. Die bevollmächtigte Vertrauensperson ist mit festgestellter Wirksamkeit sofort handlungsfähig. Üblich ist es, eine Wirksamkeit ab ärztlicher Attestierung zu vereinbaren, dass der Verfasser nicht länger handlungsfähig ist.
    Die Betreuungsverfügung hingegen hat nur empfehlenden Charakter für die Auswahl eines geeigneten Betreuers. Das zuständige Gericht entscheidet, ob ein gewünschter Betreuer überhaupt angenommen (bestallt) wird. Lehnt das Gericht den gewünschten Betreuer wegen möglicher Interessenkonflikte ab, ist der inhaltliche Sinn der Betreuungsverfügung bereits hinfällig.
  • Ein Betreuer ist allein durch seine Benennung nicht zu Entscheidungen berechtigt. Sie muss in allen wichtigen Angelegenheiten die Zustimmung des Gerichts einholen. Ein Bevollmächtigter kann eigenverantwortlich Entscheidungen im Sinne des Vollmachtgebers fällen.
  • Der Bevollmächtigte ist unabhängig, der Betreuer wird vom Gericht kontrolliert. D.h., es fordert nicht nur Rechenschaft für seine Entscheidungen, sondern verlangt auch Einblick in seine Vermögensverhältnisse, bevor es seine Bestallung genehmigt. Alle wichtigen Entscheidungen des Betreuers müssen darüber hinaus ebenfalls vom Gericht genehmigt werden. Die Position des Betreuers hängt vom Wohlwollen des Gerichts ab, seine Position ist keinesfalls unantastbar. Kommt das Gericht zu dem Schluss, dass der Betreuer nicht länger für seine Aufgabe geeignet ist, kann es ihn jederzeit absetzen. Im Umkehrschluss gilt aber auch: Der Verfasser der Vollmacht sollte sicher sein, dass er seinem Bevollmächtigten vertrauen kann.

Woher bekomme ich eine gültige Versorgungsvollmacht?

Erstellen Sie noch heute ganz einfach Ihre persönliche Vorsorgevollmacht nach Ihren Vorstellungen! Mit Afilio können Sie ganz einfach in wenigen Schritten festlegen, welche Verfügungen Sie zuverlässig wirksam treffen möchten. Nutzen Sie unser Angebot und regeln Sie noch heute ihre persönliche Vorsorge: Intuitiv, unkompliziert und beim ersten Vorsorgedokument absolut kostenlos!

Ähnliche Artikel