Zentrales Vorsorgeregister: Schneller Zugriff im Ernstfall

Zentrales Vorsorge­register: Schneller Zugriff im Ernstfall

Sicher hinterlegt ist sicher vorgesorgt: Darum ist das Zentrale Vorsorge­register der Bundesnotarkammer der richtige Ort für Ihre Dokumente

Johannes Kuhnert
Johannes Kuhnert
07.02.2018
Das Wichtigste in Kürze:
  • Vorsorgedokumente erfüllen Ihren Zweck nur, dann wenn Sie im Ernstfall allen Beteiligten schnell zugänglich sind.
  • Damit alle Vorsorgeurkunden in einem zentralen Register abgerufen werden können, hat der Gesetzgeber der Bundesnotarkammer den Auftrag gegeben das Zentrale Vorsorgeregister (ZVR) zu führen.
  • Hier können die Eckdaten zu Vorsorgevollmacht, Patienten- und Betreuungsverfügung hinterlegt und direkt durch das zuständige Nachlassgericht abgerufen werden
  • Der Vollmachtgeber erhält von der ZVR seine persönliche Notfallkarte. Auf ihr steht, welche Dokumente hinterlegt und wer bevollmächtigte Vertrauensperson ist.

Das ist die Bundesnotarkammer

Die Bundesnotarkammer ist eine öffentlich-rechtliche Körperschaft, die als Dachorganisation der 21 Notarkammern in Deutschland dient. In den Notarkammern wiederum sind die jeweils lokal eingesetzten Notare organisiert. Kernaufgaben der Bundesnotarkammer sind die Vertretung aller rund 7000 Notare in Deutschland, die Mitwirkung am Gesetzgebungsprozess und gutachterliche Auskünfte und Positionen, etwa bei der Mitarbeit in Expertengremien von Ministerien. Außerdem ist die Bundesnotarkammer mit der Ausbildung und Weiterentwicklung der von ihr vertretenen Notare beauftragt. Dabei übt sie keine Berufsaufsicht im klassischen Sinn aus, diese wird von den lokalen Landesgerichtspräsidenten unter Mithilfe der örtlichen Notarkammern wahrgenommen. Darüber hinaus betreibt die Bundesnotarkammer das Zentrale Vorsorgeregister für Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung von Privatpersonen. Hier können Aufbewahrungsinformationen zu allen Vorsorgedokumenten einheitlich, zentral und jederzeit abrufbar hinterlegt werden. Weniger bekannt, aber in ähnlicher Funktion arbeitet auch das Zentrale Testamentsregisters, das die notwendigen Angaben zur Verwahrung von öffentlichen Testamenten enthält, die von Notaren errichtet und / oder bei den zuständigen Gerichten hinterlegt wurden.

Darum Vorsorgedokumente sicher hinterlegen

Zentrales Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer
Zentrales Vorsorge­register: Vorsorgedokumente einfach sicher hinterlegen

Mit der gesetzlich verankerten Vorsorgedokumenten wie Vorsorgevollmacht, Patienten- und Betreuungsverfügung. können Sie Ihre Wünsche zu medizinischen Behandlungen, lebenserhaltenden Maßnahmen und ggf. Betreuung im Alter oder als Pflegefall festhalten. Darüber hinaus können Sie Vertrauenspersonen bevollmächtigen, die in einem solchen Fall die notwendigen Entscheidungen für Sie treffen.

Um sicherzugehen, dass Ihre Vorsorgedokumente im Ernstfall schnellstmöglich allen beteiligten Ärzten, Betreuern, Bevollmächtigten und dem zuständigen Betreuungsgericht zugänglich sind, können (und sollten) Sie sie sicher im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registrieren lassen. Gerichte und Behörden erhalten dann zu jeder Zeit sofortige Auskunft darüber, ob Sie entsprechende, rechtlich verbindliche Vorsorgemaßnahmen getroffen haben und wo sie hinterlegt sind. Ist das der Fall, können Sie eine gerichtliche Betreuung vollständig abwenden, maßgeblichen Einfluss auf den Verlauf Ihrer Behandlung nehmen und sicherstellen, dass der oder die von Ihnen Bevollmächtigte alle notwendigen Entscheidungen für Sie trifft.

Über vier Millionen Nutzer vertrauen dem ZVR

Seit seiner Einrichtung haben Stand Frühjahr 2019 mehr als 4,3 Millionen Nutzer Ihre Vorsorgeinformationen beim ZVR eingeliefert. Und dazu gehören nicht nur diejenigen, die Ihre Vorsorge in die Hände eines Notars gelegt haben - auch Privatnutzer und Nutzer von Afilio vertrauen immer häufiger auf das Zentrale Vorsorgeregister, das allein in den ersten acht Monaten des Jahres 2019 über 100.000 Neuanmeldungen verzeichnen konnte. Im selben Zeitraum unterstützte das ZVR in 70.000 Fällen Ärzte, Angehörige und Bevollmächtigte bei den richtigen Maßnahmen zur Vorsorge im Ernstfall. Wer seine Vorsorgedaten beim ZVR hinterlegt kann darauf vertrauen, im Notfall genau die Fürsorge zu erhalten, die für ihn oder sie vertretbar ist. Mit der Abfrage beim ZVR erfahren alle zuständigen Stellen, wer Ihr Ansprechpartner ist und wo die notwendigen Originaldokumente für den Ernstfall lagern.

Was geschieht, wenn keine Dokumente auffindbar sind?

Eine rechtsgültige, medizinisch eindeutige Patientenverfügung ist nur so gut wie der Ort, an dem Sie gefunden werden kann: Wenn Sie keine Vorsorgedokumente hinterlegt haben oder sie einfach nicht auffindbar sind, greift das vorgeschriebene gesetzliche Regularium: In diesem Fall wird ein vom Gericht ausgewählter Betreuer bestellt, der Sie gegenüber Ärzten und Pflegepersonal in Krankenhaus, Pflege- und Altersheim vertreten darf. Je kritischer die Situation, desto schneller wird das zuständige Betreuungsgericht von sich aus eine Wahl zu einem gerichtlichen Betreuer treffen. Haben Sie keine Vorsorge getroffen, besteht die Möglichkeit, dass eine Ihnen unbekannte Person die Verantwortung für Sie vollumfänglich übernimmt.

Dokumente einfach registrieren

Für jedes hinterlegte Vorsorgedokument werden beim Zentralen Vorsorgeregister 20€ pro Person fällig. Der gleiche Betrag wird auch bei jeder weiteren Aktualisierung der Dokumente erhoben. Angesichts der Vielzahl in jedem Jahr gefällten Gerichtsurteile und Gesetzesänderungen ist es durchaus möglich, dass pro Jahr mehrere Änderungen an einzelnen Vorsorgedokumenten notwendig sind. Während Einzelpersonen dann in jedem Fall den erhobenen Neubetrag entrichten müssen, können mit Afilio nicht nur rechtssichere und medizinisch eindeutige Vorsorgedokumente aufgesetzt werden, es ist auch möglich, sämtliche Dokumente einmal pro Jahr zum regulären Preis beim ZVR registrieren zu lassen und sie jederzeit ohne weitere Zahlung zu aktualisieren. Wir sorgen dafür, dass Ihre Dokumente rechtsgültig sind. Dafür gibt es unser Rechtsradar, das jede Gesetzesänderung und die aktuelle Rechtsprechung zu Vorsorgedokumenten erfasst. Gemeinsam mit unseren Partneranwälten halten wir Sie immer auf dem Laufenden, wenn Änderungen Ihrer Dokumente notwendig sind, damit sichergestellt ist, dass sie gültig bleiben. Die Gebühr für Eintragung der Vorsorgeurkunden einer Person beträgt 20€. Wünschen Sie gleichzeitig auch die Registrierung der Vorsorgedokumente Ihres Partners, beträgt der Gesamtpreis dafür 40€ pro Jahr. Unser Service ist jederzeit kündbar.

Ablauf der Eintragung

Zu Beginn der Beantragung fragen wir Sie nach dem Datum der Unterschrift Ihres Vorsorgedokuments. Zusammen mit den Angaben aus Ihrem Dokument und den Angaben zu Ihren Vertrauenspersonen geben wir diese Informationen an die Bundesnotarkammer weiter. Sobald Ihre Registrierung im ZVR abgeschlossen ist, senden wir Ihnen die Eintragungsbestätigung gemeinsam mit dem Notfallausweis per Post zu.