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Ratgeber - Sorgerechtsverfügung

Was passiert mit meinem Kind, wenn ich nicht mehr bin?
March 20, 2018
Sarah Lange
Vorsorgeplanung

Das Wichtigste in Kürze:

  • Stirbt nur ein Elternteil, geht das Sorgerecht automatisch auf den anderen über, sollten keine begründeten Einwände bestehen, weshalb das nicht das Beste für das Kind ist.
  • Eine Sorgerechtsverfügung gilt auch dann, wenn beide Eltern ihren Willen nicht mehr äußern können, weil sie etwa nach einem schweren Verkehrsunfall im Koma liegen.
  • Ein Vormund versorgt und kümmert sich im Ernstfall um das Kind und übernimmt sowohl das Sorgerecht als auch die Verwaltung des finanziellen Erbes.
  • Eine Aufteilung der Vormundschaft ist sinnvoll, sollte sich ein Vormund von einem Teil der Aufgabe überfordert fühlen. In dem Fall wird die Erziehung des Kindes und die Verwaltung des Erbes verschiedenen Personen übertragen.

Bereits vor der Geburt, wünschen Eltern sich nichts seliger, als ihre Kinder glücklich und behütet aufwachsen zu sehen: Der erste Schritt, das erste Wort, der erste Schultag und noch so viele weitere erste Male, die nicht nur Ihren Schützlingen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Kaum vorstellbar, dass es Ihnen bedingt durch Krankheit oder einen Unfall irgendwann vielleicht nicht mehr möglich sein sollte, all diese Momente mitzuerleben. Umso wichtiger ist es, für einen solchen Ernstfall vorzusorgen und einen verantwortungsvollen Vormund zu bestimmen.

Denn obwohl das Familiengericht beim Tode beider Elternteile selbstverständlich ein vertrauenswürdiges neues Zuhause für Ihr Kind aussucht, geht das Sorgerecht nicht automatisch an nahe Verwandte oder kirchliche Paten. In vielen Fällen sind sie zwar die ersten Ansprechpartner, allerdings kann die Vormundschaft auch einem Fremden übertragen werden, sollte das Familiengericht ihn für geeigneter halten.

Was gehört prinzipiell in eine Sorgerechtsverfügung?

In einer Sorgerechtsverfügung können Sie Ihre Wünsche und auch die Ihres Kindes in einem solchen Fall festhalten. Sowohl Vorschläge für die Vormundschaft als auch den Ausschluss des Elternteils ohne Sorgerecht, falls begründete Einwände vorliegen, weshalb das Kind dort nicht unter idealen Umständen aufwachsen würde, werden vom Familiengericht bei der Entscheidung der Vormundschaft berücksichtigt. Ansonsten geht das Sorgerecht beim Tod nur eines Elternteils automatisch auf den anderen über.

Tipp: Ab dem 14. Geburtstag dürfen Kinder bei der Wahl ihres Vormunds mitreden.

Wer ist nun der "richtige" Vormund?

Viele stehen bei der Wahl eines Vormunds dennoch vor einem großen Fragezeichen: Was muss ich beachten und welche Faktoren machen für das Familiengericht einen guten Vormund aus?

Einfach erklärt, versorgt und kümmert sich ein Vormund im Ernstfall um das Kind, sowohl auf persönlicher als auch auf wirtschaftlicher Ebene.

Folgende Fragen sollten Ihnen bei der weiteren Orientierung helfen:

Checkliste:
  • Wer ist für die Übernahme des Sorgerechts geeignet?
  • Wen würde das Kind selbst wählen?
  • Bleibt dem Kind nach einem Umzug zum Vormund sein Umfeld wie Freunde und Schule erhalten?
  • Sind weitere Familienmitglieder in der Nähe des Kindes, die ihm zusätzlichen Halt geben können?
  • Wie groß ist das Vertrauen zu den möglichen Personen?
  • Hat der Vormund genügend Zeit und Platz für das Kind/die Kinder?
  • Ist diese Person tatsächlich bereit, die Vormundschaft zu übernehmen?

Ist es möglich, die Vormundschaft aufzuteilen?

Unter Umständen ist eine Aufteilung der Vormundschaft sinnvoll, sodass die Erziehung der Kinder und die Verwaltung ihres Erbes verschiedenen Personen übertragen wird. Sollten beispielsweise die Großeltern sowohl die Zeit, als auch den Platz haben, das Kind/die Kinder bei sich aufzunehmen und ihnen die nötige Zuwendung zu geben, sich aber mit der Verwaltung der Finanzen überfordert fühlen, können in seinem solchen Fall Freunde oder andere Verwandte diese Aufgabe übernehmen. Eine Teilung des Sorgerechts zwischen mehreren Vormündern ist allerdings nicht möglich.

Ist es sinnvoll die Sorgerechtsverfügung hin und wieder zu überprüfen?

Bei gravierenden Änderungen Ihrer Lebensumstände oder denen des Vormunds, wie zum Beispiel ein Umzug in eine andere Stadt, sollte die Sorgerechtsverfügung überprüft werden. Möglicherweise wäre in einem solchen Fall eine andere Person als Vormund besser geeignet, damit das Kind nicht aus seiner gewohnten Umgebung gerissen wird.

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