Sportunfall: Hobbies, die zur Lebensgefahr werden

Sportunfall: Hobbies, die zur Lebensgefahr werden

Wussten Sie, dass Reitsport noch gefährlicher ist als Motorradfahren? Wir verraten, wie Sie sich im Fall eines Sportunfalls optimal absichern.

Jessica Djadavjee
Jessica Djadavjee
02.09.2019

„Risikosportarten“ – was sich nach adrenalingeladenen Aktivitäten à la Fallschirmspringen und Freihandklettern anhört, beschreibt vielmehr alltägliche Freizeitaktivitäten. Viele Hobbysportler sind sich nämlich nicht über die Risiken ihrer Hobbies bewusst. Wussten Sie, dass Reitsport noch gefährlicher ist als Motorradfahren? Wir verraten, wie Sie sich im Fall eines Sportunfalls optimal absichern.

Der Mensch ist ein Adrenalinjunkie – und das ist nicht verwunderlich, sorgt das Action-Hormon für einen Kick, der regelrecht süchtig macht. Insbesondere beim Extremsport erleben Sportler in gefährlichen Situationen eine Art Rausch, ausgelöst durch eine hohe Dosis Adrenalin. Ähnlich wie bei einem Drogenabhängigen wird der Bedarf stetig mehr. Die Folge: Die Sportler suchen sich immer gefährlichere Situationen, um den heiß ersehnten Nervenkitzel zu erleben. Selbst Spitzenathleten überschätzen dabei das eigene Können und geraten in lebensgefährliche Situationen; untrainierte Hobbysportler bezahlen ihren Übermut nicht selten mit dem Leben.

Riskante Freizeit

Dabei müssen Sie keinen Extremsport betreiben, um in der Freizeit einem beträchtlichen Unfallrisiko ausgesetzt zu sein. Sportarten, die

  • nicht kalkulierbar sind,
  • von Naturgewalten, wie Wind und Wellen, abhängen,
  • körperuntypische Belastungen darstellen, wie beispielsweise freier Fall, Luftdruck und hohe Geschwindigkeiten oder
  • eine Lebensgefahr darstellen,

gehören offiziell zu der Gruppe der Risikosportarten. Dazu zählt unter anderem Reiten (Springreiten, Geländewettkämpfe und Rennen), Mountainbiking und Surfing. Noch gefährlicher ist die Gruppe der Extremsportarten: Wenn Sie in der Freizeit Spaß daran haben, aus einem fahrenden Fahrzeug zu springen oder durch brennende Hindernisse hindurchzufahren, begeben Sie sich in unmittelbare Lebensgefahr. Allgemein werden alle Disziplinen, die lebensgefährlich sind und ein großes Verletzungsrisiko bergen, als Extremsportarten klassifiziert: Fallschirmspringen, Höhlentauchen oder Klippenspringen gehören unter anderem dazu.

Gefährliche Hobbies: Top Ten

  • Ski fahren
  • Klettern/ Bergsteigen
  • Reiten
  • Motorsport
  • Fallschirmfliegen
  • Fliegen mit Flügelanzug
  • Drachenfliegen
  • Tauchen
  • Eishockey
  • Radsport/ Mountainbike fahren

Wenn Sie oder ein Familienangehöriger einen risikoreichen Sport betreiben, sollten Sie sich rechtzeitig für den Notfall absichern!

Sportunfall: Diese Versicherungen sind sinnvoll

Sportbegeisterte wissen: Wer viel Sport treibt, der muss mit Blessuren rechnen. 2018 entstand laut Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) von den rund 1,2 Millionen ambulant behandelten Sportverletzungen jede dritte Verletzung beim Fußballspielen. Aber auch schwere Sportunfälle gehören zum Tagesgeschäft von Notärzten und Sanitätern; glücklicherweise gehen nur circa 5 Prozent aller Sportunfälle mit schwerwiegenden oder gar bleibenden Schäden aus, veröffentlichte das Robert-Koch-Institut (RKI).

Um sich gegen direkte oder bleibende Sportverletzungen abzusichern, reicht die gesetzliche Krankenversicherung nicht aus. Denn: Ein Sportunfall kann hohe Kosten nach sich ziehen. Die gesetzliche und private Krankenversicherung kommt lediglich für die ärztliche Versorgung, Behandlung im Krankenhaus und Rehabilitation auf. Notwendige Umbaumaßnahmen in den eigenen vier Wänden und Hilfsmittel bei Folgeschäden müssen Sie selbst bezahlen. Wir empfehlen deshalb, eine private Zusatzversicherung abzuschließen.

Diese privaten Zusatzversicherungen schützen Sie bei Sportunfällen

  • Risikolebensversicherung

Eine Risikolebensversicherung ist immer sinnvoll, wenn Sie einen Extremsport betreiben. Dabei legen Sie eine Versicherungssumme fest, die Ihre Angehörigen erhalten, wenn Sie bei einem Sportunfall ums Leben kommen. Die Versicherungsbeiträge variieren je nach Hobby und Alter des Versicherungsnehmers.

  • Sportversicherung

Spezielle Sporthaftpflichtversicherungen kommen für alle Schäden rund um sportliche Aktivitäten auf; viele Vereine bieten eine Sportunfallversicherung an, sodass Sie beim Training abgesichert sind. Diese Sportunfallversicherungen beinhalten in der Regel auch eine Haftpflicht- und Unfallversicherung.

  • Unfallversicherung

Eine private Unfallversicherung übernimmt die Kosten, die durch eine Invalidität entstehen – wenn Sie nach einem Sportunfall Ihre Wohnung barrierefrei umbauen müssen oder ein behindertengerechtes Fahrzeug benötigen springt die Unfallversicherung ein. Die Kapitalleistungen legen Sie bei Vertragsabschluss fest, denn danach richtet sich der Beitragssatz.

  • Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung sichert Sie ab, wenn Sie Ihrem Beruf in Folge eines Unfalls aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr nachgehen können.

Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht: Für den Notfall rechtlich abgesichert

Unabhängig von privaten Zusatzversicherungen ist es außerdem ratsam, eine Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht aufzusetzen, um Ihre Angehörigen zu schützen. Sollten Sie nach einem Sportunfall nicht mehr entscheidungsfähig und auf Pflege angewiesen sein, schaffen diese Verfügungen Klarheit und entlasten Ihre Liebsten. Regeln Sie deshalb rechtzeitig, wo und wie Sie gepflegt werden wollen und welchen medizinischen Maßnahmen Sie zustimmen. Mit den Vorsorgedokumenten von Afilio sind Sie für den Ernstfall bestens gerüstet!