Sterbegeld schafft Sicherheit

July 11, 2018
2018-07-11
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Das Wichtigste in Kürze:

  • Eine Sterbegeldversicherung zahlt im Todesfall eine festgelegte Summe an die Hinterbliebenen. Damit sollen die Beerdigungskosten, im Idealfall auch die Kosten für Trauerfeier und Grabpflege gedeckt werden.
  • Es gibt Unterschiede zwischen sofort in Kraft tretenden Versicherungen mit Gesundheitsprüfung und Versicherungen mit Wartezeit ohne Gesundheitsfragen.

Sterbegeldversicherung - Was ist das?

Eine private Sterbegeldversicherung (oft auch: Sterbeversicherung) zahlt nach dem Tod des Versicherungsnehmers ein Sterbegeld an die Angehörigen, damit diese die Bestattung nach den Wünschen des Verstorbenen ausrichten können, ohne die finanzielle Belastung allein tragen zu müssen. Sie ist gemeinsam mit der Bestattungsverfügung einer der wichtigsten Bestandteile der Bestattungsvorsorge.

Warum Sterbegeldversicherung?

Sarg mit Rose

bis 2004 zahlte die gesetzliche Krankenversicherung den Hinterbliebenen eines Verstorbenen ein Sterbegeld als Unterstützungsbeitrag, zuletzt 525 Euro. Doch seit der Abschaffung des gesetzlichen Sterbegelds erhalten Stand 2019 regulär nur noch Angehörige von Beamten Sterbegeld im Rahmen der Beamtenversorgung, auch Unternehmen mit entsprechenden Betriebsvereinbarungen unterstützen die Familie eines Arbeitnehmers im Todesfall. Im Normalfall aber werden die anfallenden Bestattungskosten aus dem Vermögen des Verstorbenen finanziert. Ist das hinterlassene Vermögen zu gering, müssen die Angehörigen für die Kosten der Beerdigung aufkommen. Das gilt auch dann, wenn die Hinterbliebenen bei geringem Nachlassvermögen, unübersichtlichen Erbschaften oder hohen Schulden des Erblassers das Erbe ausschlagen, weil Sie die Kosten der Beerdigung scheuen.

Die Sterbegeldversicherung sorgt für spürbare Entlastung, und das nicht nur für die eigenen Angehörigen. Sie sichert auch die Umsetzung der eigenen Vorstellungen für den Todesfall zuverlässig ab. Im Idealfall deckt sie darüber hinaus für einen bestimmten Zeitraum auch die Kosten Kosten der Grabpflege.

Wie funktioniert die Sterbegeldversicherung?

Das Sterbegeld funktioniert im Grundsatz wie eine langfristige Geldanlage, im Gegensatz zu einer Lebensversicherung wird bei der Sterbegeldversicherung aber nicht für den eigenen Lebensabend gespart, sondern zur Deckung der Bestattungskosten.

Wer bekommt das Geld?

Nach dem Tod wird die vereinbarte Versicherungssumme an die Angehörigen ausgezahlt (Ausnahme: Wenn die erste Zahlung noch nicht beim Versicherer eingegangen ist). Die Sterbegeldversicherung kann entweder auf einen Schlag per Einmalzahlung an den Versicherungsträger finanziert werden. Diese Option ist jedoch nur für Versicherte interessant, die die Möglichkeit des eigenen Todes möglichst unmittelbar abgesichert wissen wollen. Weitaus üblicher sind klassische Monatsbeiträge. Die Höhe des Versicherungsbeitrags hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab: Maßgeblich sind das Alter des Versicherten bei Versicherungsbeginn, sein Gesundheitszustand und die Höhe der Versicherungssumme.

Wie hoch sollte die Versicherungssumme  sein?

Kalkulation der Versicherungssumme

In erster Linie entscheidet die Auszahlungssumme über die Höhe der monatlichen Versicherungsbeiträge. Ideal ist eine Balance zwischen bezahlbaren Beiträgen und vollständiger Deckung der eigenen Vorstellungen. Weitverbreitet sind Versicherungssummen zwischen 2000 Euro und 15.000 Euro. Die Kosten der eigenen Bestattung hängen in erster Linie davon ab, welche Bestattungsart gewünscht ist. Bei aufwändigeren Wünschen, etwa musikalischer Begleitung im Rahmen einer Beerdigung, empfiehlt sich eine tendenziell höhere Versicherungssumme. Während eine einfache Beerdigung auch bereits durch einen geringeren Betrag gedeckt sein kann, sollte eine aufwändigere Bestattung mit Trauerfeier, großzügiger Ruhestätte und ausgesuchter Grabpflege im Zweifelsfall besser überzahlt werden, wenn Sie Ihre Angehörigen umfassend entlasten möchten. Sprechen Sie im Vorfeld ggf. mit einem Bestatter Ihres Vertrauens, um sich einen Überblick über mögliche Kosten zu verschaffen.

Regelung bei Sozialhilfe

Besonderer Vorteil der Sterbegeldversicherung bei kleinen Renten: Das angesparte Kapital einer Sterbegeldversicherung gehört zum sog. Schonvermögen. Selbst dann, wenn die gesetzliche Rente nicht zum Existenzminimum genügt und es notwendig ist, sie im Rahmen der Grundsicherung aufzustocken, wird die Sterbegeldversicherung nicht vom Sozialhilfeträger angetastet. Anders als Geld, das auf dem Sparbuch oder Tagesgeldkonto zur Seite gelegt wurde, ist das Sterbegeld sicher.

Wie lange einzahlen?

Wie lang in eine Sterbegeldversicherung eingezahlt werden muss, hängt in erster Linie davon ab, wie hoch die Versicherungssumme ist. in der Regel gilt: Je größer der Auszahlungsbetrag, desto länger die Laufzeit. Wer jedoch bereit ist, auch höhere monatliche Beiträge zu zahlen, kann die Ansparphase deutlich verringern. Dabei begrenzt aber auch die maximale Versicherungssumme die Laufzeit. Denn da es sich beim Sterbegeld um eine zweckgebundene Versicherung handelt, ist der mögliche Höchstbetrag bei den meisten Versicherern auf eine Summe zwischen 12.000 und 20.000€ gedeckelt.

Zusätzlich haben die meisten Versicherungsanbieter einen weiteren Begrenzungsmechanismus eingebaut: Eine Beitragsbegrenzung: Hier endet die Beitragsphase meist mit dem Erreichen des 65. oder 85. Lebensjahres, der Versicherungsschutz selbst jedoch bleibt bestehen. Manche Versicherer sehen auch lebenslange Beitragszahlungen vor, die jedoch mit steigendem Alter immer geringer werden.

Wie eine reguläre Lebensversicherung kann auch eine Sterbegeldversicherung darüber hinaus beitragsfrei gestellt werden - etwa in Zeiten finanzieller Engpässe.Auf diese Weise bleibt der Versicherungsschutz genauso erhalten wie das bis dahin eingezahlte Kapital. Auch wenn es möglich ist, dass die ausgezahlte Versicherungssumme am Ende geringer ausfällt als bei regulären Beitragszahlungen, werden die Angehörigen möglicherweise trotzdem am möglichen Schlussgewinn beteiligt.

Wann wird das Sterbegeld ausgezahlt?

Bei einigen Policen beginnt der Versicherungszeitraum erst 18 bis 36 Monate nach der ersten Zahlung. Auch bei der Dauer der Beitragszahlungen kann es Unterschiede geben. Manche Versicherungsträger sehen keine lebenslängliche Zahlung der Beiträge vor, sie sind bis zu einem Alter von 65 oder 85 Jahren abbezahlt. Das bedeutet, dass nach Überschreiten dieser Altersgrenze keine Prämien mehr fällig werden; der Versicherungsschutz besteht dann bis zum Lebensende ohne weitere Beiträge. Vor allem für diejenigen, die ihre Bestattungsvorsorge vor dem Renteneintritt regeln möchten, sind solche Angebote interessant. 

Versicherung ohne Wartezeit

Wer auf der Suche nach einem umfassendem Versicherungsschutz ohne die Wartezeit von 18 bis 36 Monaten ist, sollte Tarife mit einer Gesundheitsprüfung in Betracht ziehen. Versicherer können Personen mit schlechtem Gesundheitszustand ablehnen, dafür genießen Vertragsnehmer mit nachweislich stabiler Lebenserwartung unmittelbaren Versicherungsschutz. Der Fragekatalog der Versicherer zielt deshalb auf Vorerkrankungen, chronische Leiden oder gesundheitsgefährdende Lebensgewohnheiten (wie Tabakkonsum). Die Fragen müssen selbstverständlich wahrheitsgemäß beantwortet werden, denn stellt der Versicherer im Nachhinein fest, dass bei der Prüfung falsche Angaben gemacht wurden, kann er den Hinterbliebenen des Versicherungsnehmers die Leistung verweigern: Im Ernstfall verfallen jahrelang angesparte Beiträge, und  Angehörige müssen für die Kosten der Bestattung allein aufkommen.

Versicherung ohne Gesundheitsfragen

Die Alternative zur Gesundheitsprüfung ist die Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen. Allerdings ist die Auszahlung des Sterbegelds hier an eine Wartefrist gekoppelt. Der eigentliche Versicherungsbeginn liegt bei dieser Option zwischen 18 und 36 Monaten nach Abschluss des Vertrags. Zwar zahlt der Versicherer die volle Versicherungssumme erst nach Ablauf der Wartezeit aus, das bedeutet aber nicht, dass die bis dahin eingezahlten Beiträge hinfällig sind, wenn der Versicherungsnehmer früher stirbt. Viele Versicherer zahlen anteilig, wenn der Tod des Versicherungsnehmers vor Ablauf der Wartezeit eintritt. Bei einem tödlichen Unfall wird übrigens in den meisten Fällen auch vor Ablauf der Frist die volle Versicherungssumme ausgezahlt. Wie hoch die Versicherungssumme ist, variiert von Versicherer zu Versicherer. Einige zahlen den Betrag in Abhängigkeit zur Versicherungsdauer und Versicherungssumme, andere erstatten einzig die bis zum Tod eingezahlten Beiträge. Deshalb sollten Sie jedes Vertragsangebot sorgfältig prüfen.

Wann sollte ich die Versicherung abschließen?

Prinzipiell gibt es keine kategorische Obergrenze für den Abschluss einer Sterbegeldversicherung. Für ältere Versicherungsnehmer eignet sich eine Sterbegeldversicherung ohne Wartezeiten. Allerdings gilt: Der Abschluss einer Sterbegeldversicherung ist bei Interessierten über 80 Jahren häufig nur gegen eine Einmalzahlung möglich, einige Versicherer bestehen auch auf der Gesundheitsprüfung ab dem abgeschlossenen 80. oder 85. Lebensjahr. Zwar sind die Beiträge in fortgeschrittenem Alter höher, relevante Vorerkrankungen tragen ebenfalls zu steigenden Beiträgen bei, die eigentliche Leistung aber ist in jedem Fall sicher. Wer unter 50 ist, kann auch abwägen, ob eine Risikolebensversicherung im Vergleich die langfristig günstigere Lösung als eine Sterbeversicherung ist.

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