Sind Ärzte gegenüber unverheirateten Paaren von der Schweigepflicht befreit?

February 15, 2018
2018-02-15

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wenn eine Person unerwartet erkrankt oder durch einen Unfall zu Schaden kommt, wird der Lebensgefährte oder die Lebensgefährtin - ganz gleich wie eng die Beziehung sein mag - im schlimmsten Fall nicht bedacht.
  • Sie darf nicht ans Krankenbett und erhält aufgrund der geltenden ärztlichen Schweigepflicht keine Auskünfte der behandelnden Ärzte. Zudem ist es nicht möglich füreinander die bürokratischen Pflichten des Alltags, wie beispielsweise die Kommunikation mit der Bank, der Krankenkasse oder ähnliches zu übernehmen.

Schweigepflicht bei unverheirateten Paaren

 

Schweigepflicht bei unverheirateten Paaren

Viele Paare entscheiden sich aus verschiedenen Gründen gegen eine Hochzeit - trotzdem wollen Sie ihr ganzes Leben miteinander verbringen. Die Bereitschaft und das Versprechen, sich in allen Lebenslagen beiseite zu stehen, teilen unverheiratete Paare genauso wie verheiratete Paare.

Auch wenn die individuelle partnerschaftliche Bindung nicht an den Stand der Ehe geknüpft ist, stehen unverheiratete Paare vor oft besonderen Herausforderungen, da sie vor dem Gesetz nicht wie Verwandte oder Eheleute miteinander verbunden sind.

Wenn eine Person unerwartet erkrankt oder durch einen Unfall zu Schaden kommt, wird der Lebensgefährte oder die Lebensgefährtin - ganz gleich wie eng die Beziehung sein mag - im schlimmsten Fall nicht bedacht. Sie darf nicht ans Krankenbett und erhält aufgrund der geltenden ärztlichen Schweigepflicht keine Auskünfte der behandelnden Ärzte. Zudem ist es nicht möglich füreinander die bürokratischen Pflichten des Alltags, wie beispielsweise die Kommunikation mit der Bank, der Krankenkasse oder ähnliches zu übernehmen.

Es ist daher umso wichtiger, sich rechtzeitig mit dem Thema Vorsorge zu beschäftigen. Zunächst einmal muss sich jeder Mensch individuell damit auseinandersetzen, dass er oder sie eines Tages nicht mehr im Stande sein könnte, die eigenen Wünsche zu äußern. Deshalb ist es wichtig diese Wünsche und seine persönlichen Werte zu einem frühen Zeitpunkt in rechtsgültiger Form zu dokumentieren und zugänglich zu machen. In den entsprechenden Vorsorgedokumenten kann dann auch der Partner oder die Partnerin bedacht werden - zum Beispiel als Vertrauensperson. Im Zuge einer Vorsorgevollmacht oder einer Patientenverfügung kann genau festgelegt werden, welche Rechte der Partner oder die Partnerin in welchem Fall hat. Es ist dabei nicht entscheidend, ob ein Paar sich für oder gegen die Ehe entschieden hat. Was zählt ist allein der individuelle Wunsch.

Auch wenn Bürokratie vermeintlich so unromantisch ist: Gute und rechtzeitige Vorsorge gibt Paaren die Möglichkeit genau dann füreinander da zu sein, wenn es am wichtigsten ist - ob verheiratet oder nicht.

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