Unverheiratete Paare mit Kindern - Darum vorsorgen

March 26, 2018
2018-03-26

Das Wichtigste in Kürze:

  • Mit einer Vorsorgevollmacht kann der behandelnde Arzt gegenüber Ihrem Partner und anderen Angehörigen von der Schweigepflicht entbunden werden. Des Weiteren können Sie Ihren Partner dazu bevollmächtigen, Entscheidungen für Sie zu treffen, sollten Sie dazu nicht mehr in der Lage sein.
  • Mit einem Testament sichern Sie Ihren Partner finanziell ab, da dieser ansonsten gemäß des Erbrechts übergangen wird.
  • Mit einer Sorgerechtsverfügung bestimmen Sie einen Vormund, der im Falle des Todes beider Eltern das Sorgerecht für Ihr Kind übernimmt und sich ebenfalls um alle seine wirtschaftlichen Belange kümmert. Stirbt nur ein Elternteil geht das Sorgerecht automatisch auf den anderen über.

Ratgeber

Unverheiratete Paare mit Kindern - Deshalb vorsorgen!

 

Für 2,8 Millionen Paare in Deutschland ist klar: Ihre Liebe hängt nicht von einem unterschriebenen Dokument oder einer kirchlichen Trauung ab. Das Versprechen, die Probleme des alltäglichen Lebens, genauso wie die Höhepunkte miteinander durchzustehen ist präsent. Dasselbe gilt für die Familiengründung.

Unabhängig davon, ob verheiratet oder nicht, gibt es eine Frage mit der sich kein Elternpaar gerne auseinandersetzt: Was passiert mit meiner Familie, wenn ich nicht mehr bin? Verständlicherweise kommt in diesen Augenblicken die Überlegung auf, ob und inwieweit eine Absicherung Ihrer Liebsten sinnvoll und möglich ist. Und tatsächlich ist es vor allem für unverheiratete Paare mit Kindern wichtig, für den Ernstfall von Krankheit oder Tod vorzusorgen. Ohne Trauschein oder eingetragene Lebenspartnerschaft gelten Paare laut Recht als Fremde und haben gegenüber Ehepaaren einige Nachteile, die mit Hilfe der richtigen Vorsorgedokumente ausgeglichen werden können. Umso wichtiger ist es, die besonderen rechtlichen Anforderungen an eine umfangreiche Absicherung zu kennen und somit - sollte es doch einmal so weit kommen - nicht vor einem erdrückenden Stapel an Formularen zu stehen, die kaum verständlich erscheinen.

Wichtig: Erklären Sie einem potenziellen Bevollmächtigten, worum es bei der ihm zugedachten Aufgabe geht. Der Bevollmächtigte muss die Verantwortung erkennen und freiwillig übernehmen.

Vorsorgevollmacht

In Notsituationen, wie bei Krankheit oder Unfall, können Unverheiratete es schwer haben Auskünfte vom Klinikpersonal zu bekommen und sind auch nicht befugt, Entscheidungen für den Partner zu treffen, sollte dieser nicht mehr selbst dazu in der Lage sein. Wer das möchte, benötigt einen konkreten Auftrag in Form einer Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung. Diese kann Ärzte von ihrer Schweigepflicht entbinden, sodass Angehörige über den Gesundheitszustand informiert werden dürfen. Damit der Partner in jedem Fall vertretungsbefugt ist, sollten Paare einander gegenseitig in einer solchen Vorsorgevollmacht nennen. Empfehlenswert ist zudem eine Patientenverfügung, in der Sie Ihre individuellen Wünsche festhalten können, ob gewisse medizinische Maßnahmen durchgeführt oder unterlassen werden sollen.

Irrtum: Ehepartner und nahe Familienangehörige haben kein automatisches Auskunftsrecht, allerdings gehen viele Ärzte davon aus, dass es dem Willen des Patienten entspricht, dass die Familie über den Gesundheitszustand aufgeklärt wird.

Tipp: Bei Paaren mit Kindern ist es sinnvoll neben dem eigenen Partner in einer Vorsorgevollmacht auch gute Freunde zu nennen.

 

Unverheiratete Paare mit Kindern rechtlich absichern

Testament

Da bei der Verteilung des Erbes keine Rücksicht genommen wird, wie lange ein Paar zusammengelebt hat oder wie eng ihre Beziehung war, ist es umso wichtiger, dass jeder der Partner ein Testament aufsetzt. Ansonsten wird der Partner gemäß des Erbrechts bei der Verteilung übergangen. Es ist hierbei möglich, Kinder vorläufig aus der Erbfolge auszuschließen, denn sollten diese zum Zeitpunkt des Todes noch minderjährig sein, ist der hinterbliebene Elternteil ohnehin dazu verpflichtet, das finanzielle Erbe zu verwalten.

Sollten sich sich Ihre Wünsche ändern, kann ein Testament jederzeit geändert werden.

Ein weitere Möglichkeit ihren Willen festzuhalten ist ein Erbvertrag, dieser ist verbindlich und wird in Anwesenheit eines Notars von beiden unterzeichnet. Dabei kann der Partner natürlich als Alleinerbe eingesetzt werden, falls es jedoch Erben mit Pflichtanteil gibt, müssten diese aber freiwillig beim Notar eine Verzichtserklärung unterschreiben.


Sorgerechtsverfügung

Auch wenn Sie als Eltern am liebsten überhaupt nicht daran denken würden, ist es wichtig sich auch auf den schlimmst möglichen Fall vorzubereiten. Wo sollten Ihre Kinder im Falle Ihres Todes aufwachsen? Wer kann ihnen ein liebevolles Zuhause bieten, in dem sie behütet groß werden können?

Während bei einem verstorbenen Elternteil das Sorgerecht automatisch auf den anderen übergeht, wird beim Tod beider Eltern vom Familiengericht ein Vormund bestimmt. Dabei wird nicht selbstverständlich ein naher Verwandter oder kirchlicher Pate eingesetzt, obwohl diese zwar die ersten Ansprechpartner sein mögen. Allerdings kann die Vormundschaft auch einem Fremden zugesprochen werden, der für geeigneter empfunden wird.

Eine Sorgerechtsverfügung hingegen berücksichtigt Ihre Wünsche, sollten Sie eine Person ausgewählt haben, welche im Notfall sowohl persönlich als auch wirtschaftlich für ihr Kind/ihre Kinder da ist.

Wichtig: Eine Sorgerechtsverfügung gilt auch dann, wenn beide Eltern ihren Willen nicht mehr äußern könne, weil sie etwa nach einem schweren Unfall im Koma liegen.

Bei Krankheit: Es ist möglich eine Sorgerechtsverfügung als Teil einer Vorsorgevollmacht aufzusetzen. Diese gilt jedoch nur zu Lebzeiten!  

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Afilio in der Presse
"Drei von fünf Portalen - Afilio, Smartlaw und Janolaw - lieferten rechtssichere Vorlagen, wie ein Test der Zeitschrift ergab."
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