Vorsorgevollmacht und Generalvollmacht - Was ist der Unterschied?

January 9, 2018
2018-01-09

Das Wichtigste in Kürze:

  • Vorsorge- und Generalvollmacht müssen sich nicht zwingend unterscheiden, oft werden beide Bezeichnungen synonym verwendet
  • Bei Vollmachten gilt das Prinzip der Gestaltungsfreiheit, der Vollmachtgeber kann also selbst entscheiden, wofür er die Vollmacht erteilt - egal wie er die Vollmacht nennt
  • Oft werden die beiden Dokumente in Bezug auf ihren Detailgrad unterschieden: Die Vorsorgevollmacht geht meist auf mehr Details ein

Ratgeber Vorsorgeplanung

Unterschiede Vorsorge- und Generalvollmacht

 

Als wären die zahlreichen Vorsorgedokumente wie Patienten- und Betreuungsverfügung nicht schon verwirrend genug, gibt es anscheinend auch noch einen Unterschied zwischen verschiedenen Versionen des wichtigsten Dokuments: der Vollmacht.

Mit einer Vollmacht, berechtigen Sie die Bevollmächtigten dazu, Sie unter von Ihnen festgelegten Umständen in bestimmten Situation zu vertreten. Eine Vollmacht erteilen wir häufig auch im Alltag, zum Beispiel, wenn wir einen Bekannten bitten, etwas für uns bei einer Behörde abzuholen. Die General- bzw. Vorsorgevollmacht unterscheiden sich nun von den gängigen Vollmachten dadurch, dass sie insbesondere für den Fall gelten, dass der Vollmachtgeber seinen Willen nicht mehr selbst mitteilen kann.

Damit ist ein enormer Vertrauensvorschuss verbunden, denn der Vollmachtgeber kann in dieser Situation nicht mehr überprüfen, ob tatsächlich in seinem Interesse gehandelt wird. Dennoch ist das Erteilen einer Vollmacht für den Notfall sehr wichtig, denn: Viele gehen davon aus, dass Ehepartner oder Kinder automatisch bevollmächtigt sind. Das ist nicht so. 

Auch die nächsten Angehörigen benötigen die schriftliche Ermächtigung, um Ihren Willen im Fall von Krankheit oder schwerwiegenden medizinischen Eingriffen durchsetzen zu können. Dazu benötigen Sie eine separate Vorsorgevollmacht, die auch auf den medizinischen Bereich beschränkt sein kann.

Aber: Welche Art der Vollmacht wird benötigt, General- oder Vorsorgevollmacht? Und was ist überhaupt der Unterschied?

Grundsätzlich gilt: Es besteht keine Notwendigkeit, die Vollmacht überhaupt zu benennen. Solange sie die Umstände unter denen sie gelten soll eindeutig beschreibt, ist die Bezeichnung nicht weiter erforderlich. In der Praxis wird sie jedoch häufig verwendet, um Außenstehenden wie z.B. Ärzten direkt zu signalisieren, worum es geht.

Die Generalvollmacht ist dabei oft eine "Abkürzung". Ehepartner und Familienmitglieder bevollmächtigen sich dazu, sich im Notfall gegenseitig vertreten zu dürfen. Diese Generalvollmacht ermächtigt zur Vertretung in allen grundsätzlichen Rechtsangelegenheiten. Doch Vorsicht: Bei einigen Regelungen schreibt der Gesetzgeber vor, dass diese explizit in der Vollmacht erwähnt werden müssen. Dies beinhaltet zum Beispiel die Einwilligung in bestimmte ärztliche Maßnahmen, oder die Entscheidung über die Unterbringung in einem Heim.

Daher empfehlen wir generell: verzichten Sie auf die "Abkürzung" der Generalvollmacht und regeln Sie jeden Aspekt einer Vertretung für den Notfall individuell - in der häufig als solche bezeichneten "Vorsorgevollmacht".

So unterscheiden sich Vorsorge- und GeneralvollmachtAfilio Logo
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