Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, Betreuungsverfügung - was ist der Unterschied?

Wir erläutern die gängigen Begriffe
July 2, 2018
Till Oltmanns
Rechtliche Vorsorge

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Vorsorgevollmacht und die Betreuungsverfügung regeln, wer Sie im Notfall gegenüber Dritten vertritt und Ihren Willen durchsetzen darf
  • Im Unterschied dazu hält Ihre Patientenverfügung Ihren Behandlungswillen rechtsverbindlich für Ihren Betreuer oder Bevollmächtigten fest
  • Gerade weil die Dokumente sich so stark unterscheiden ist es ratsam, sie alle zu verfassen

Ratgeber Vorsorgeplanung

Unterschiede zwischen Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Betreuungsverfügung

 

Bei den zahlreichen Vorsorgedokumenten - von Vollmacht über Verfügung bis hin zum Testament, verliert man leicht den Überblick. Die wichtigsten Unterschiede zu kennen ist wichtig, um zu verstehen, welche Dokumente benötigt werden und was sich überhaupt damit regeln lässt.

Eine Vorsorgevollmacht für Vertrauenspersonen erteilt den Bevollmächtigen die Erlaubnis, Sie gegenüber Dritten zu vertreten und in Ihrem Namen zu handeln. Sie stellt eine Besonderheit dar, denn im Gegensatz zu den anderen Vorsorgedokumenten gilt die Vollmacht nicht nur nach außen, also gegenüber Dritten, sondern auch nach innen, also im Verhältnis zwischen Vollmachtgeber und Bevollmächtigten. Somit kann festgelegt werden, unter welchen Umständen der Bevollmächtigte zur Vertretung berechtigt wird, ob die Vollmacht auch über den Tod des Vollmachtgebers hinaus gilt und, ob mehrere Bevollmächtigte nur gemeinsam, oder auch alleine zur Vertretung berechtigt sind.

In der Regel gilt die Vorsorgevollmacht dann, wenn der Vollmachtgeber selbst nicht dazu in der Lage ist, einen eigenen Willen zu bilden oder auszudrücken. Die gängigsten Fälle sind die Geschäftsunfähigkeit und der Tod des Vollmachtgebers. In diesem Fall muss der Vollmachtgeber von einer geschäftsfähigen, volljährigen Person vertreten werden. Gibt es keinen Bevollmächtigten, wird die gerichtliche Betreuung angeordnet.

Was ist eine gerichtliche Betreuung? Und was ist der Unterschied zwischen einer Betreuung und einer Vertretung?

Die Betreuung wird vom Gericht bestimmt. Bei der Wahl des Betreuers entscheidet das Gericht im Sinne der zu betreuenden Person. Es ist nicht garantiert, dass der Betreuer aus der eigenen Familie bestimmt wird, das Gericht kann auch zu der Entscheidung kommen, dass ein extra dazu ausgebildeter Betreuer besser geeignet ist. Dies ist dann in der Regel ein Fremder. Die Betreuung durch einen Fremden wollen viele vermeiden. Und dafür gibt es zwei Optionen: Idealerweise liegt eine Vorsorgevollmacht vor, die im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registriert wurde. Kommt es dann zu einer Abfrage des Registers durch das Gericht, kann eingesehen werden, wer die Bevollmächtigten sind. Das Gericht informiert dann die Bevollmächtigten und die gerichtliche Betreuung wird verhindert. Liegt keine Vorsorgevollmacht vor, kann die Betroffene Person die Betreuung durch einen fremden vermeiden, indem sie dem Gericht vorsorglich einen Betreuer empfiehlt. Das Gericht berücksichtigt diese Empfehlung bei der Wahl des Betreuuers.

Und was hat die Patientenverfügung damit zu tun?

Die Patientenverfügung ist das bekannteste Vorsorgedokument, denn sie regelt ein emotionales Thema. Wann werden die Geräte abgestellt? Unter welchen Umständen ist das Leben nicht mehr lebenswert? Über diese Fragen wird in den Medien viel diskutiert. Aber dennoch gilt: die Patientenverfügung gilt nur für den Fall, dass der Patient selbst nicht ansprechbar ist. Und dann muss er durch jemanden vertreten werden, der in seinem Namen Entscheidungen trifft. Das ist entweder ein Bevollmächtigter, oder ein Betreuer. Und diese Person ist dann bei den Entscheidungen an den in der Patientenverfügung festgehaltenen Willen gebunden. Daher ist die Wahl des Vertreters entscheidend. Rechtzeitig einen Bevollmächtigten zu benennen spart allen Beteiligten Zeit und Sorgen.

Welches der Dokumente brauche ich denn nun?

Da Sie nun den Unterschied zwischen Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung kennen, wissen Sie: Sie brauchen alle drei Dokumente. Die Vollmacht, um Ihren Liebsten zu ermöglichen, Sie im Notfall zu vertreten und um die gerichtliche Betreuung zu vermeiden, die Betreuungsverfügung, um im Falle einer Betreuung keinen fremden als Betreuuer zu bekommen und die Patientenverfügung, um Ärzten, Bevollmächtigten und Betreuuern Ihren Patientenwillen rechtsverbindlich mitzuteilen.

Also, auf geht's: erstellen Sie Ihre Vorsorgedokumente und schützen Sie sich und Ihre Liebsten!

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