Weshalb Vorsorge wichtig und sinnvoll ist

July 3, 2018
2018-07-03

Das Wichtigste in Kürze:

  • Vorsorge ist wichtig, damit Ihre Wünsche in jeder Lebenslage deutlich werden, auch wenn Sie selbst nicht mehr in der Lage sind, sich mitzuteilen. Vorsorgedokumente bieten Ihnen die Möglichkeit Vertrauenspersonen zu bestimmen und zu bevollmächtigen, auch in Ihrem Namen handeln und entscheiden zu können, sowie Ihre Vorstellungen bezüglich Ihrer Pflege im Alter oder medizinischer Maßnahmen festzuhalten.

Weshalb Vorsorge wichtig und sinnvoll ist

Wozu Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Co.? 

Haben Sie sich in Ihrem Leben schon einmal Gedanken gemacht, was passiert, wenn Sie auf die Hilfe anderer angewiesen sind?

Auch wenn diese Frage möglicherweise Unbehagen weckt, ist es wichtig, sich mit der eigenen Verwundbarkeit auseinanderzusetzen und für den Ernstfall vorzusorgen. Denn jeder von uns kann durch einen Unfall, eine schwere Erkrankung oder mit dem Alter nachlassende geistige Kräfte, plötzlich nicht mehr in Lage sein, die eigenen Angelegenheiten regeln zu können.

Denn falls keine Vorsorgedokumente vorliegen, wird das Betreuungsgericht bei Bedarf einen Betreuer zur gesetzlichen Vertretung bestellen, der Ihre Interessen gegenüber Ärzten und Pflegepersonal vertritt und sich auch um Ihre Finanzen, Wohnsituation und ärztliche Versorgung kümmert. Die ersten Ansprechpartner für diese Aufgabe sind in der Regel Ihre nächsten Verwandten. Sollte das Betreuungsgericht diese aus verschiedenen Gründen jedoch nicht als Betreuer in Betracht ziehen, kann die rechtliche Betreuung auch einer fremden Person übertragen werden. Und anders als Ihre Liebsten kann eine Ihnen unbekannte Person bloß raten, welche Entscheidungen Ihren Wünschen entsprochen hätten.

 

Anders als viele Menschen glauben, dürfen weder Ihr Partner, noch Ihre Kinder Sie gesetzlich vertreten, wenn es um rechtsverbindliche Entscheidungen geht. Dafür benötigen sie eine rechtsgültige Vollmacht oder müssen als gesetzlicher Betreuer eingesetzt werden.

 

Warum Vorsorge wichtig ist

Mit der Erstellung verschiedener Vorsorgedokumente können Sie dieser Ungewissheit entgegenwirken und selbstständig eine Vertrauensperson als gesetzlichen Betreuer bestimmen. Darüber hinaus ist es möglich, Wünsche bezüglich Pflege, medizinischer Maßnahmen und anderer Dinge festzuhalten und gegenüber Ihren Angehörigen die Schweigepflicht des Arztes aufzuheben. Im Zuge dessen sollten Sie sich Gedanken machen und abwägen, ob Sie beispielsweise intensivmedizinische Behandlungen, künstliche Ernährung oder ähnliches wünschen, oder ob Sie keinen Eingriff in den natürlichen Verlauf wollen. 

  

Fragen, mit denen Sie sich beschäftigen sollten:

  • Wer sorgt dafür, dass meine Wünsche berücksichtigt werden und kümmert sich um meine Bedürfnisse?
  • Wer verwaltet mein Vermögen und tätigt meine Bankgeschäfte?
  • Wer organisiert für mich ambulante Hilfen oder einen Platz in einem Pflegeheim?
  • Wer kündigt meine Wohnung und andere Verträge wie für Zeitung, Internet und Telefon?
  • Wer entscheidet über Operationen und medizinische Maßnahmen?

 

 

 

Gerade jüngere Menschen sind für den Notfall häufig nicht umfassend abgesichert und wollen sich erst später um ihre Vorsorgekümmern. Leider kann es jederzeit geschehen, dass "Später" tatsächlich zu spät kommt. Damit Ihren persönlichen Wünschen unter allen Umständen entsprochen werden kann, ist eine frühzeitige Vorsorge so wichtig.

Unser Rat: Nehmen Sie sich einige Tage Zeit um sich mit diesem schwierigen und doch wichtigen Thema auseinanderzusetzen und kümmern Sie sich zeitnah um Ihre Vorsorge! Inspirieren Sie auch Freunde und Familie, für den Ernstfall vorzusorgen.

 

Welche Vorsorgedokumente gibt es? 

Vorsorgevollmacht: Eine Vorsorgevollmacht beschränkt sich nicht nur auf Ihre medizinische Versorgung. Sie können eine Person bevollmächtigen, sich darüber hinaus um Ihre Unterbringung, finanzielle Angelegenheiten, Rechtsgeschäfte und weiteres zu kümmern. Die Vorsorgevollmacht besteht auch nach dem Tod und muss in diesem Fall von den Erben widerrufen werden.

  

Patientenverfügung: Eine Patientenverfügung legt ausschließlich fest, wie Sie im Not- oder Pflegefall behandelt werden wollen oder welche medizinischen Maßnahmen Sie definitiv ablehnen. Sie ist jederzeit widerrufbar und erlischt mit dem Tod.

  

Betreuungsverfügung: Mit einer Betreuungsverfügung können Sie dem Gericht einen Vorschlag machen, wer für Sie im Krankheits- oder Pflegefall bestimmte Aufgaben übernimmt, bis Sie wieder in der Lage sind, dies selbst zu tun. Des Weiteren können Sie festhalten, welchen medizinischen Maßnahmen und Behandlungen Sie zustimmen und welche Sie ablehnen. Das Dokument ist nicht rechtsverbindlich.   

 

Pflegeverfügung: In einer Pflegeverfügung halten Sie beispielsweise persönliche Vorlieben und Charakterzüge fest und geben damit Ihrem späteren Pfleger eine wertvolle Hilfestellung, wie Sie sich Ihr Leben im Alter vorstellen.

 

Sorgerechtsverfügung: In einer Sorgerechtsverfügung können Sie für Ihr minderjähriges Kind einen Vormund bestimmen, der nach dem Tod beider Elternteile das Sorgerecht übernimmt und sich um die Verwaltung des finanziellen Erbes kümmert.

  

Testament: In einem Testament können Sie Ihren Letzten Willen festhalten, bestimmen, wem Sie etwas vererben oder ein Vermächtnis hinterlassen wollen.

Welche Vorsorgedokumente brauche ich? 

Paare ohne Trauschein, keine Kinder

Vorsorgevollmacht: Notwendig, denn Zusammenlebende vertreten sich nicht automatisch gegenseitig

Betreuungsverfügung: Nicht notwendig, da in der Vorsorgevollmacht bereits ein Betreuer bestimmt werden kann, ist aber eine zusätzliche Absicherung

Patientenverfügung: Ratsam, damit Ihre Wünsche hinsichtlich medizinischer Maßnahmen klar sind und in Ihrem Sinne umgesetzt werden können

Testament: Ein Muss, falls der Partner als Erbe gewünscht ist

Pflegeverfügung: Nicht notwendig, aber ratsam

  

Verheiratete und eingetragene Lebenspartner, keine Kinder

Vorsorgevollmacht: Notwendig, denn verheiratete und eingetragene Partner vertreten sich nicht automatisch gegenseitig

Betreuungsverfügung: Nicht notwendig, da in der Vorsorgevollmacht bereits ein Betreuer bevollmächtigt werden kann, aber ratsam

Patientenverfügung: Ratsam, damit Ihre Wünsche bezüglich medizinischer Maßnahmen deutlich werden

Testament: Sinnvoll, um den Partner umfassend abzusichern

Pflegeverfügung: Nicht notwendig, aber ratsam

 

Verheiratete und Paare ohne Trauschein mit gemeinsamen Kindern

Vorsorgevollmacht: Notwendig, denn zusammenlebende Eltern vertreten sich nicht automatisch gegenseitig

Betreuungsverfügung: Nicht notwendig, da in der Vorsorgevollmacht bereits ein Betreuer bevollmächtigt werden kann, aber ratsam

Patientenverfügung: Ratsam, damit Ihre Wünsche hinsichtlich medizinischer Maßnahmen klar sind und in Ihrem Sinne umgesetzt werden können

Testament: Ein Muss, falls der Partner umfassend abgesichert und die Kinder zunächst von der Erbfolge ausgeschlossen werden sollen

Sorgerechtsverfügung: Bei minderjährigen Kindern ein Muss, damit eine Vertrauensperson beim Tod beider Elternteile der Vormund wird

Pflegeverfügung: Nicht notwendig, aber ratsam

  

Patchwork-Familien

Vorsorgevollmacht: Ein Muss, denn Zusammenlebende vertreten sich nicht gegenseitig

Betreuungsverfügung: Ratsam, da in der Vorsorgevollmacht bereits ein Betreuer bevollmächtigt werden kann, dient als zusätzliche Sicherheit

Patientenverfügung: Ratsam, damit Ihre Wünsche hinsichtlich medizinischer Maßnahmen klar sind und in Ihrem Sinne umgesetzt werden können

Testament: Ein Muss, falls alle Kinder möglichst gleich behandelt werden sollen

Sorgerechtsverfügung: Bei minderjährigen Kindern ein Muss, damit beim Tod beider Elternteile eine Vertrauensperson Vormund wird

Pflegeverfügung: Nicht notwendig, aber ratsam

 

Alleinstehende mit Vertrauenspersonen

Vorsorgevollmacht: Ein Muss für alle, die einer nahestehenden Person uneingeschränkt vertrauen können

Betreuungsverfügung: Nicht notwendig, da in der Vorsorgevollmacht bereits ein Betreuer bevollmächtigt werden kann, ratsam als zusätzliche Sicherheit

Patientenverfügung: Ratsam, damit Ihre Wünsche hinsichtlich medizinischer Maßnahmen klar sind und in Ihrem Sinne umgesetzt werden können

Testament: Notwendig, falls gesetzliche Erben von der Erbfolge ausgeschlossen werden sollen

Pflegeverfügung: Nicht notwendig, aber ratsam

 

Alleinstehende ohne Vertrauenspersonen

Vorsorgevollmacht: Nicht notwendig, weil dafür eine Vertrauensperson notwendig ist

Betreuungsverfügung: Ein Muss, denn andernfalls bestimmt das Gericht einen Betreuer

Patientenverfügung: Ratsam, damit Ihre Wünsche bezüglich medizinischer Maßnahmen deutlich werden

Testament: Notwendig, falls andere Erben als Eltern, Geschwister eingesetzt werden sollen

Pflegeverfügung: Ratsam, um Ihre Wünsche für ein Leben im Alter festzuhalten

  

Alleinerziehende

Vorsorgevollmacht: Ein Muss, da andernfalls das Gericht einen gesetzlichen Vertreter bestimmt

Betreuungsverfügung:  Nicht notwendig, da in der Vorsorgevollmacht bereits ein Betreuer bevollmächtigt werden kann, ratsam als zusätzliche Absicherung

Patientenverfügung: Ratsam, damit Ihre Wünsche bezüglich medizinischer Maßnahmen deutlich werden

Testament: Ein Muss, falls andere Erben als die Kinder gewünscht sind

Sorgerechtsverfügung: Bei minderjährigen Kindern ein Muss, insbesondere wenn der andere Elternteil als Vormund nicht infrage kommen soll

Pflegeverfügung: Ratsam, aber nicht notwendig

Erstellen Sie jetzt einfach und sicher Ihre Vorsorgedokumente auf Afilio!

Weshalb Vorsorge wichtig und sinnvoll ist Afilio Logo
Schützen Sie Ihre Liebsten hier und jetzt!
Testament & Co. kostenlos erstellen
Es fühlt sich gut an, vorgesorgt zu haben
Jetzt loslegen
Afilio in der Presse
"Drei von fünf Portalen - Afilio, Smartlaw und Janolaw - lieferten rechtssichere Vorlagen, wie ein Test der Zeitschrift ergab."
- WELT (zum Artikel)
TESTSIEGER
Die Testaments-Vorlagen von Afilio wurden Testsieger (2,0) im Finanztest der Stiftung Warentest!
(zum Test)
"Zwei der getesteten Portale wurden für "gut" befunden (Afilio.de/kostenlos und Smartlaw.de/ab 49 Euro)"
- ntv (zum Artikel)