Wäsche waschen: Tipps für hygienische Wäsche

Wäsche waschen: Tipps für hygienische Wäsche

Welche Temperatur tötet beim Wäschewaschen Keime ab? Sind Hygienespüler sinnvoll? Reichen Hausmittel zur natürlichen Desinfektion? Mehr dazu hier.

Christina Horst
Christina Horst
30.03.2020

Auch wenn uns beim Wäschewaschen die Waschmaschine den größten Teil der Arbeit abnimmt: Einige Dinge gilt es zu beachten, wenn die Wäsche hygienisch sauber werden soll. Besonders wichtig ist das, wenn Handtücher, Bettwäsche oder Kleidung mit Krankheitserregern in Berührung gekommen sind, denn diese können sich über die Waschmaschine verbreiten. Mit unseren Tipps für das Wäschewaschen wird alles hygienisch rein.

Zwei Tipps zum richtigen Wäschewaschen sind den meisten bereits bekannt: Erstens, dunkle und weiße Wäsche sollte man getrennt waschen. Zweitens, empfindliche Textilien benötigen einen schonenden Maschinenwaschgang oder Handwäsche. Das sorgt dafür, dass Kleidung und Wohntextilien ansehnlich bleiben, doch für eine gute Wäschehygiene ist etwas anderes entscheidend.

Forscher der Universität Bonn konnten nachweisen, dass sich Krankheitserreger wie antibiotikaresistente Keime über die Waschmaschine verbreiten können. Solche Keime treten vor allem in Einrichtungen wie Krankenhäusern und Pflegeheimen auf, darum wird Wäsche dort im Rahmen der Prävention nach strengen Vorgaben aufbereitet. Doch auch in Privathaushalten ist die Übertragung von Krankheitserregern auf diesem Weg nicht ausgeschlossen. Weil die meisten Keime hohe Temperaturen nicht überleben, ist es für die Hygiene wichtig, die Wäsche nicht zu kalt zu waschen. Robuste Stoffe wie Baumwolle, die höhere Temperaturen oder sogar Kochwäsche vertragen, sind also grundsätzlich besser dafür geeignet, eine gründliche Wäschehygiene sicherzustellen.

Wäsche waschen: Welche Temperatur tötet Keime ab?

Flecken vom Essen, Dreck von der Gartenarbeit und sonstige alltägliche Verschmutzungen lassen sich bereits bei einer Waschtemperatur von 30 oder 40 Grad gut beseitigen, denn rein mechanisch, also durch gründliches Durchspülen, werden viele Verunreinigungen beseitigt. Allerdings wird in vielen Haushalten ausschließlich mit niedrigen Temperaturen gewaschen: aus Umweltschutzgründen, um Energiekosten zu sparen und weil viele Textilien aus Kunstfasern bestehen, die eine heiße Wäsche nicht vertragen. Hinzu kommt, dass die auf der Maschine angegebenen Temperaturen in den Waschgängen oft gar nicht erreicht werden – das haben Tests ergeben.

Für die Hygiene ist das nicht von Vorteil, denn die meisten Keime und Krankheitserreger überstehen einen Waschgang mit niedriger Temperatur – zum Beispiel das Norovirus und Salmonellen, aber auch Pilze und Bakterien, die einen muffigen Geruch der Wäsche verursachen können. Erst beim Wäschewaschen mit hohen Temperaturen lassen sich die meisten Keime abtöten. Empfehlenswert sind mindestens 60 Grad. Bettwäsche, Hand- und Duschtücher, Geschirrtücher sowie Baumwollunterwäsche vertragen in der Regel sogar Kochwäsche, also einen Waschgang bei 95 Grad in der Maschine bzw. das Auskochen per Hand.

Regelmäßig heiß zu waschen, sorgt nicht nur für hygienische Wäsche, sondern auch für eine saubere Waschmaschine: Bei dauerhaft niedrigen Waschtemperaturen können sich im Inneren der Maschine Bakterien und Schimmel festsetzen und sie zu einer regelrechten Keimschleuder machen. Ein Hinweis, dass sich bereits unerwünschte Gäste in dem Gerät breitgemacht haben: Die Wäsche riecht nach dem Waschen unangenehm. Auch in der Maschine selbst kann ein muffiger Geruch auftreten und es können Beläge oder kleine schwarze und grüne Punkte sichtbar sein, zum Beispiel an der Waschmittelschublade. Neben hohen Temperaturen schadet auch Trockenheit den Mikroorganismen. Daher sollte die Waschmaschine nach dem Waschen gut belüftet und Wäsche unverzüglich zum Trocknen aufgehängt werden – am besten draußen, da auch UV-Licht dazu beiträgt, Keime abzutöten. Wenn das nicht möglich ist und die Wäsche drinnen getrocknet wird, sollte der Raum gut belüftet sein, sonst bleibt die Feuchtigkeit stehen und es droht nach einiger Zeit Schimmelbildung an den Wänden.

Ein Stapel frischgewaschener Wäsche
Hygiene beim Wäschewaschen: Temperaturen ab 60 Grad töten viele Keime ab. Bei niedrigeren Waschtemperaturen können sie sich hingegen sowohl in der Wäsche als auch in der Waschmaschine festsetzen.

Tipps für die Wäsche- und Maschinenpflege

  • Waschen Sie mindestens alle zwei Wochen eine Ladung Wäsche bei 60 Grad oder mehr mit einem bleichmittelhaltigen Vollwaschmittel. Wenigstens Bettwäsche, Handtücher aus Bad und Küche sowie Unterwäsche sollten in jedem Haushalt auf diese Weise gewaschen werden, in Haushalten mit Pflegebedürftigen, Allergikern oder immungeschwächten Personen gegebenenfalls auch alle anderen Textilien.
  • Die Tür der Waschmaschine sollte nach dem Wäschewaschen offen stehen bleiben. Die Waschmittelschublade zum Trocknen herausnehmen oder öffnen. Wasser sammelt sich auch an den Gummirändern der Tür und der Trommel: Wischen Sie diese am besten mit einem Lappen ab.
  • Reinigen Sie zweimal pro Monat die Waschmittelschublade: Einfach herausnehmen und mit einer Bürste gründlich säubern.
  • Leeren Sie außerdem das Flusensieb regelmäßig: Es befindet sich in der Regel hinter einer Klappe unten an der Maschine.

Ist Hygiene-Waschmittel sinnvoll?

In Krankenhäusern, Kliniken und Pflegeeinrichtungen ist auch für Wäsche eine Desinfektion vorgeschrieben, in Privathaushalten laut Experten aber nicht notwendig. Nur in Ausnahmefällen kann es sinnvoll sein, einen speziellen Hygienespüler zu verwenden – beispielsweise, wenn ein Kleidungsstück mit Krankheitserregern in Berührung gekommen ist, aber nicht heiß gewaschen werden kann. Ansonsten genügt es, beim Wäschewaschen die gängigen Empfehlungen zur Wäschehygiene umzusetzen, wie wir sie hier beschreiben. Eine vollständige Sterilisation der Textilien erreicht man übrigens selbst mit Hygiene- oder Desinfektionswaschmitteln nicht, denn Keime gibt es im gesamten Haushalt – und die meisten von ihnen sind völlig unschädlich. Wasser und normales Waschmittel reichen also aus, solange die Waschtemperatur hoch genug ist – und sind darüber hinaus im Gegensatz zu Wäschedesinfektionsmitteln haut- und umweltschonender. Wer schon einmal längere Zeit Händedesinfektionsmittel verwendet hat, weiß, dass die Gels und Flüssigkeiten die Haut austrocknen und dass Händewaschen meist ebenso effektiv und dabei schonender ist.

Empfehlenswert für das hygienische Wäschewaschen ist ein bleichmittelhaltiges Vollwaschmittel in Form von Pulver, Tabletten oder Granulat: Die Bleiche macht Bakterien unschädlich, wird aber erst bei höheren Temperaturen aktiv. Achtung: In Flüssig- und Colorwaschmitteln ist keine Bleiche enthalten. Auf der Verpackung des Waschmittels ist in der Regel angegeben, wie man das Produkt passend zum regionalen Härtegrad des Wassers, zur Wäschemenge und zum Verschmutzungsgrad dosiert. Es gilt: Je schmutziger die Wäsche und je härter das Wasser, desto mehr Waschmittel wird benötigt.

Kann man Wäsche natürlich desinfizieren?

Mitunter wird geraten, mit Hausmitteln die Wäsche natürlich zu desinfizieren. Doch Essig bzw. Essigessenz in die Waschmaschine zu geben, wie in entsprechenden Ratgebern häufig empfohlen wird, ist keine gute Idee: Die Säure kann die Kunststoffteile der Waschmaschine angreifen. Zwar kann Essig tatsächlich helfen, müffelnde Wäsche von ihrem unangenehmen Geruch zu befreien, doch sollten die Textilien dafür lieber in einen großen Kochtopf mit Essigwasser gegeben werden. Für einen frischen Geruch der Wäsche sollen auch Zitronensaft und Natron sorgen. Um eine Wäschedesinfektion im eigentlichen Sinne handelt es sich dabei aber nicht.

Tipp: Entdecken Sie noch mehr Haushaltstipps in unserem Ratgeber Geschirrspülen.

Ähnliche Artikel