Bauchspeicheldrüsenkrebs: Symptome und Behandlung

Bauchspeichel­drüsen­krebs: Symptome und Behandlung

Bauchspeichel­drüsen­krebs ist zwar selten, doch es handelt sich immer um einen bösartigen Tumor. Mehr zu Symptomen auf Afilio.

Jennifer Günther
Jennifer Günther
03.01.2020

Bauchspeicheldrüsenkrebs, medizinisch Pankreaskarzinom, ist der dritthäufigste Tumor des Verdauungstraktes. Er gilt als besonders aggressiv und bösartig, sodass eine Diagnose im späten Stadium in vielen Fällen zum Tod führt. Auch wenn die Entstehung dieser Tumorerkrankung bis heute nicht eindeutig geklärt ist, kann das Risiko unter Umständen minimiert werden. Erfahren Sie mehr zu den Risikofaktoren und welche Beschwerden Bauchspeicheldrüsenkrebs verursacht.

Das Wichtigste in Kürze:
  • Bei einem Pankreaskarzinom entarten körpereigene Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Diese sind immer bösartig.
  • Eine Aussicht auf vollständige Heilung haben Betroffene nur, wenn die Tumorerkrankung frühzeitig erkannt wird.
  • Eine operative Entfernung kommt nur infrage, wenn die bösartigen Zellen noch keine anderen Organe oder umliegendes Gewebe befallen haben.

Wird Bauchspeicheldrüsenkrebs im Frühstadium diagnostiziert, kann eine Operation tatsächlich Leben retten. Denn nur wenn der Tumor noch nicht auf angrenzendes Gewebe übergegangen oder Metastasen in anderen Organen gebildet hat, kommt ein chirurgischer Eingriff infrage.

Schließlich ist dieser immer mit OP-Risiken verbunden, sodass der behandelnde Arzt vorab den Nutzen des Eingriffs abwägen muss. Komplikationen wie Thrombose und Wundheilungsstörungen sind keine Seltenheit und auch mit Störungen des Bewusstseins oder gar Koma müssen Patienten im schlimmsten Fall rechnen.

Damit der Arzt weiß, wie er sich in solchen Situationen zu verhalten hat, sollten Patienten vorab ihre Behandlungswünsche in einer Patientenverfügung festlegen und diese mit einer Vorsorgevollmacht kombinieren.

Aufgabe der Bauchspeicheldrüse

3D Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse übernimmt eine wichtige Funktion bei der Verdauung. Das etwa 15 Zentimeter lange Organ befindet sich im Oberbauch bei Magen, Milz und Zwölffingerdarm und besteht aus einem Kopf-, Körper und Schwanzbereich.

Zum einen produziert die Verdauungsdrüse täglich rund 1,5 Liter Pankreassaft, der die Nahrung im Dünndarm in ihre einzelnen Bestandteile aufspaltet. Nur so kann der Körper diese weiter verwerten. Zum anderen ist die Bauchspeicheldrüse auch Produzent verschiedener Hormone wie Insulin, welches wichtig ist für die Regulation des Zuckerstoffwechsels.

Ursache und Risikofaktoren

Bis jetzt ist medizinisch noch nicht vollständig geklärt, wodurch Bauchspeicheldrüsenkrebs entsteht. Allerdings gehen Experten ähnlich wie bei anderen Krebserkrankungen davon aus, dass bestimmte Risikofaktoren die Wahrscheinlichkeit für eine Entstehung erhöhen können. Dazu gehören

  • übermäßiger Alkohol- und Tabakkonsum
  • Übergewicht
  • Diabetes (Typ-2-Diabetes)
  • chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • erblicher Brustkrebs oder Eierstockkrebs

Inwiefern das Alter eine Rolle spielt, muss noch abschließend geklärt werden. Tatsächlich erhalten in der Regel ältere Menschen die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs: Bei Frauen beträgt das mittlere Erkrankungsalter 76, bei Männern 70 Jahre. Dementsprechend ist diese Tumorerkrankung eine weitere Krankheit des Alters.

Beschwerdebild

Dass Menschen erst im fortgeschrittenen Alter die Diagnose erhalten, kann mitunter auch daran liegen, dass ein Tumor der Bauchspeicheldrüse zunächst wenig Beschwerden verursacht. Erst wenn der Tumor wächst oder Nachbarorgane befällt, kommt es zu charakteristischen Symptomen und ausgeprägten Schmerzen. Allerdings ähneln diese auch einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung, was die Diagnosestellung für den Arzt erschwert.

Auch die Lage des Tumors beeinflusst die Beschwerden. Am häufigsten entsteht dieser im Bauchspeicheldrüsenkopf, genauer gesagt im exokrinen Gewebe. Dieses spezielle Gewebe produziert den enzymhaltigen Verdauungssaft. Doch in der Bauchspeicheldrüse kommen auch Zellgruppen von endokrinem Gewebe vor, welches Hormone wie Insulin produziert. Allerdings sind entartete Körperzellen dort deutlich seltener anzutreffen.

Je nach Lage und betroffenem Gewebe kommt es zu den folgenden Symptomen:

  • anhaltende Schmerzen im Rücken und Oberbauch
  • Verdauungsstörungen
  • Fettstuhl
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Gelbsucht
  • Appetitverlust
  • Diabetes

Behandlung

Durch verschiedene Untersuchungsmethoden wie Labor- und Ultraschalluntersuchungen sowie bildgebende Verfahren wie die Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) lässt sich bei Verdacht auf Bauchspeicheldrüsenkrebs die Diagnose stellen.

Für die Behandlung ist die Lage und Größe des Tumors entscheidend. Eine vollständige Heilung ist meist nur dann möglich, wenn der Bauchspeicheldrüsenkrebs im Frühstadium erkannt wird und noch nicht andere Organe, Gewebestrukturen oder Lymphknoten befallen hat. Das ist nur bei etwa 15 bis 20 Prozent aller Patienten möglich. Andernfalls werden mit Chemotherapien die Vermehrung der bösartigen Körperzellen eingeschränkt, bzw. bei erfolglosen Heilungschancen die Beschwerden gelindert (Palliativ-Therapie).

Operation

Ist der Tumor lokal auf die Bauchspeicheldrüse begrenzt, wird eine Operation durchgeführt. Sitzt die Umfangsvermehrung im Bauchspeicheldrüsenkopf, entscheidet der behandelnde Arzt in Abhängigkeit vom Gesundheitszustand des Patienten, ob er nur den Kopf oder die gesamte Bauchspeicheldrüse entfernt. Zusätzlich werden Teile des Dünndarms und Magens sowie regionale Lymphknoten entnommen, manchmal auch die Gallenblase. Damit kann der Patient gut leben, denn es ist ein ähnliches Vorgehen wie bei der Gallenblasen-OP aufgrund einer chronischen Entzündung des Organs. Dadurch erhöhen sich die Heilungschancen für Patienten, da der Chirurg somit möglichst wenige bösartige Zellen im Umkreis der Bauchspeicheldrüse übersieht.

Sitzen die entarteten Zellen im Schwanz der Bauchspeicheldrüse, muss oft auch die Milz entfernt werden – bei größeren Tumoren die gesamte Bauchspeicheldrüse. Das hat zur Folge, dass Patienten die fehlenden Verdauungsenzyme für den Rest ihres Lebens in Kapselform einnehmen müssen.

Chemotherapie

Eine Chemotherapie wird zum einen im Anschluss an eine Operation durchgeführt, zum anderen, wenn ein chirurgischer Eingriff keinen Erfolg verspricht. In beiden Fällen müssen Betroffene sog. Zytostatika einnehmen, welche die rasche Teilung von Zellen verhindern können. Erfolgt eine Chemotherapie innerhalb von sechs Wochen nach einer operativen Entfernung des Tumors, können im Körper verbliebene Krebszellen beseitigt werden.

Wird eine Chemotherapie ohne Operation durchgeführt, handelt es sich in der Regel um eine Maßnahme im Rahmen der Palliativpflege. Das Tumorwachstum bzw. die Vermehrung der Krebszellen kann verhindert oder verlangsamt werden, allerdings gibt es grundsätzlich keinen Erfolg auf Heilung. Nichtsdestoweniger lässt sich durch diese Maßnahme die Lebensqualität verbessern und die Lebenserwartung der Patienten steigern.

Begleittherapie

Wird ein Pankreaskarzinom diagnostiziert, sollte nicht nur der Tumor, sondern auch damit einhergehende Beschwerden behandelt werden. Das betrifft in erster Linie Schmerzen. Um das Ziel der Schmerzfreiheit zu erfüllen, kann der behandelnde Arzt verschiedene Schmerzmittel verschreiben. Durch unterschiedliche Wirkstoffe können auch intensive Schmerzen behandelt und der Alltag der Betroffenen erträglicher gemacht werden.

Nach erfolgreicher Operation und Chemotherapie sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen nötig, um bei Wiederauftreten eines Tumors frühzeitig handeln zu können. Je nachdem, welche Organe und Gewebestrukturen entfernt worden sind, müssen Patienten auf ihre Verdauung und Ernährung achten.

Handelt es sich bei den Erkrankten um Menschen mit Pflegebedürftigkeit, sollten auch pflegende Angehörige, ambulante Pflegedienste oder etwa polnische Pflegekräfte im Rahmen der 24-Stunden-Betreuung mit den nötigen Informationen versorgt werden. So können alle Parteien spezifische Anforderungen im Blick behalten und gemeinsam den Alltag gestalten.

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