Internationaler Tag der Patientensicherheit 2019

Internationaler Tag der Patienten­sicherheit 2019

17.09.2019

Wer sich in ärztliche Behandlung begibt, legt seine Gesundheit in die Hände der behandelnden Ärzte. Vertrauen ist die Grundlage jeder gelungenen Behandlung, denn jeder Patient muss sich darauf verlassen, dass Ärzte und Pfleger die richtigen Maßnahmen ergreifen. Was täglich für die Sicherheit der Patienten getan wird, geht dabei oft unter. Der internationale Tag der Patientensicherheit rückt die Gesundheit der Patienten in den Blickpunkt.

Millionen Menschen von fehlerhafter medizinischer Behandlung betroffen

Anfang September 2019 veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation alarmierende Zahlen: Nach ihren Schätzungen sterben in jedem Jahr weltweit rund 2,6 Millionen Menschen durch fehlerhafte medizinische Behandlung – pro Minute sind das fünf Tote. Die Ursachen dafür sind vielfältig: Falsche Diagnosen und Medikamente, Infektionen während der Behandlung, Amputation falscher Gliedmaßen und sogar Hirnoperationen auf der falschen Seite des Kopfes führen dazu, dass Menschen in medizinischer Behandlung ums Leben kommen.

Dass es trotz Kontrollen und Sicherheitsmechanismen immer wieder zu solchen Fehlern bei der Behandlung kommt, liegt unter anderem an der strengen Hierarchie in vielen Gesundheitseinrichtungen. So trauen sich beispielsweise Assistenz- und Jungärzte in Krankenhäusern nicht immer, auf Fehler hinzuweisen. Aber auch andere Angestellte schweigen, um Repressalien zu vermeiden. Dabei lässt sich durch mehr Sicherheit viel Geld sparen: Geschädigte Patienten müssen häufig viel länger behandelt werden müssen. Doch auch wenn es sich dabei um ein globales Problem handelt, sprach die WHO auch ein Lob aus: „Deutschland gehe wie einige andere Länder mit gutem Beispiel voran, um Fehler so weit wie möglich zu vermeiden“.

Internationaler Tag der Patientensicherheit mit bundesweiten Aktionen

In Deutschland setzen sich viele Aktionen und Initiativen dafür ein, die Versorgung von Patienten sicherer zu machen. Dazu zählt nicht nur die Vermeidung von Fehlern in der Medizin, sondern auch die Verbesserung komplexer Abläufe in der Gesundheitsversorgung. Was viele Patienten nicht wissen: Auch sie haben Rechte gegenüber Arzt und Krankenhaus bei stationären Maßnahmen. Neben einer angemessenen Aufklärung über Therapie und diagnostische Maßnahmen ist das vor allem eine qualifizierte und sorgfältige Behandlung. In jeder Situation hat der Patient Anspruch auf die Achtung seiner Würde und Integrität. Dessen sollte man sich bei jeder hausärztlichen, ambulanten oder stationären Behandlung bewusst sein.

Am weltweiten Tag der Patientensicherheit steht deshalb der Patient mit allen seinen Rechten und seiner Gesundheit im Fokus. Es geht darum, Lösungsansätze vorzustellen, die ein Mehr an Sicherheit und Qualität in der medizinischen Versorgung bringen. Das Angebot richtet sich nicht nur an gesundheitliche Einrichtungen, sondern auch an Öffentlichkeit und Medien.

An der Aktion nehmen nicht nur Initiativen, Praxen und Heime teil, sondern auch Krankenhäuser. Sie geben einen Einblick in den Krankenhausalltag und was speziell vor Ort für die Sicherheit der Patienten getan wird. Doch es geht nicht nur darum, welche Maßnahmen Krankenhäuser anwenden, um für Patientensicherheit zu sorgen, sondern wie auch der Patient zu seiner Sicherheit beitragen kann. Krankenhäuser informieren beispielsweise über den richtigen Umgang mit Medikamenten oder wie man eigenständig OP-Risiken wie Thrombose minimieren kann.

Einen Überblick über die heutigen Aktionen in Ihrer Nähe finden Sie auf der interaktiven Karte des Aktionsbündnisses Patientensicherheit.

Vorbereitung auf die Behandlung im Krankenhaus

Steht eine ambulante oder stationäre Behandlung an, empfinden die meisten Patienten nicht nur Hoffnung auf gesundheitliche Besserung, sondern oft auch Unsicherheit oder Angst. Es ist ratsam, sich mit seinen Ängsten und der folgenden Zeit intensiv auseinanderzusetzen. Betroffene sollten mit ihrem behandelnden Arzt über Ihre Eindrücke und Befürchtungen sprechen. Vielen Patienten fehlt das fachliche Wissen, um die eigene Situation einzuschätzen, dabei ist es genau dieses Wissen, das Sicherheit und Kontrolle vermittelt. Patienten können ihre Rechte einfordern, denn keine Behandlung kann ohne ihr Einverständnis durchgeführt werden. Für den Fall, dass es nicht mehr möglich ist, den eigenen Willen frei zu äußern, sollte jeder unbedingt Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht erstellen.

Neben Informationen über den Ablauf der eigenen Behandlung sowie der rechtlichen Absicherung durch Vorsorgedokumente kann es helfen, den Krankenhausaufenthalt zu planen. Unsere Checkliste Krankenhaushalt unterstützt dabei dabei, die wichtigsten Punkte im Blick zu behalten und nichts zu vergessen.

Verschiedene Initiativen zum Welttag für Patientensicherheit zeigen, dass die Mehrheit der Patienten im deutschen Gesundheitssystem gut aufgehoben ist. Die Etablierung von Risikomanagement- und Fehlermeldesysteme sind im vollen Gange, und viele Krankenhäuser haben ein Beschwerdemanagement für Patienten etabliert, denn Fehler bei Diagnose und Behandlung sind selten nur auf einen Fall konzentriert. Eine Abstimmung der Krankenhäuser untereinander kann helfen, gängige Fehlerketten aufzudecken und Schritte zu ihrer Vermeidung zu unternehmen.

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